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ErnährungsNEWS

 

Magersucht: Welche Bilder auf das Belohnungssystem wirken

Besser trinken an der Grundschule

Algen haben’s in sich

Mittelmeerkost für die grauen Zellen

Superfood nicht immer super

Abnehmen: Sport wirkt bei Übergewicht weniger

Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen: ein zunehmendes Gesundheitsproblem

Neues Verfahren zur Prüfung der Echtheit von Honig

EU senkt Gift-Grenzwerte für Nahrungsmittel

Kaum Veränderung bei Werbung für ungesunde Kinderlebensmittel

Mehr als 200 Unternehmen wollen Nutri-Score nutzen

Vegane Diät mit Sojabohnen lindert menopausale Beschwerden

Kaffee keine Ursache für Herzrhythmus­störungen

Größere Gemüseportionen erhöhen den Verzehr bei Kindern

Fette auf der Anklagebank

Ernährungsinfos im Internet fehlerhaft

Hyposensibilisierung gegen Nahrungsmittelallergien zukünftig per Pflaster?

Wie häufiger Fleischverzehr Darmkrebs auslösen könnte

Homeoffice führt zu gesünderer Lebensmittelauswahl

Mikroben als nachhaltige Proteinquelle

Intervallfasten führt zur geringerem Fettabbau

Ultraverarbeitete Nahrungsmittel fördern Adipositas­entwicklung bei Kindern

Deutsche Ernährungsgewohnheiten und ihr ökologischer Fußabdruck

Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft: Fettreicher Meeresfisch und seine Alternativen

Neuer Wirkstoff gegen Zöliakie

Forschungsgruppe untersucht Nahrungsmittel­unverträglichkeiten

Klima- und energieeffiziente Schulküche

Darm-Hirn-Achse: Nervenzellen erkennen was wir essen

Corona-Pandemie: Steigende Adipositas-Inzidenz unter Kindern und Jugendlichen

Freispruch für Gluten

Abnehmen bei Typ-2-Diabetes: weniger Blutdruckmedikamente

Milch und Milchprodukte: Fermentation macht den gesundheitlichen Unterschied

Omega-3-Fettsäuren gegen Migräne?

Wer proteinarm isst, ist gesünder

Schwangerschaftsdiabetes weiterhin auf dem Vormarsch

Großbritannien kündigt Verbot von Junkfoodwerbung im Fernsehen vor 21 Uhr an

Ernährungspyramide jetzt auch als vegetarische Variante

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst

Gesunde Ernährung: Bildung ist der Schlüssel

Kaffeetrinken kann die Leber schützen

Von wegen vegetarisch  

Neue, einheitliche Regeln zur Anwendung von Fluorid zur Kariesprophylaxe

Intervallfasten nicht effektiver als normale Diät

Typ-2-Diabetes: Erst Insulinanstieg, dann -resistenz?

Studie: Ernährung beeinflusst Verlauf von COVID-19

So löst das Coronavirus Diabetes aus

Wissenschaftler empfehlen Fastenkur als Einstieg in eine langfristige Ernährungsumstellung

Typ-2-Diabetes: Erfolgreiche Diät kann auch den Blutdruck normalisieren

Drei Jahre jünger in acht Wochen?

Kinderernährung: Vegetarisch und vegan – kann das gesund sein?

Hypoallergene Säuglingsnahrung kann vor Asthma und Neurodermitis schützen

Unseriöse Allergiediagnostik – Den „einen Allergietest“ gibt es nicht

Phytosterinhaltige Lebensmittel nur bei tatsächlich erhöhtem Cholesterinspiegel verzehren

Zuckerhaltige Getränke kurbeln Fettproduktion in der Leber an

Ernährungsreport 2021 veröffentlicht, DDG übt Kritik

Kardiovaskuläre Mortalität: Nicht alle Kohlenhydrate auf den Index

Studie untersucht Erkrankungsrisiken von Fleischessern

Wie beeinflusst Sport das Ernährungsverhalten?

Nutri-Score: Sonderfall Käse

EU-Behörde hält Farbstoff Titandioxid im Essen für nicht sicher

Zuckerhaltige Getränke könnten Risiko auf frühen Darmkrebs erhöhen

Nationale Diabetes-Strategie bleibt (vorerst) ein Papiertiger

WHO empfiehlt Grenzwerte für Salzgehalt in Nahrungsmitteln

Salz stört Energieproduktion von Immunzellen

Hohe Prävalenz eines Vitamin-D-Mangels bei Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis

Vegan in der Schwangerschaft

Corona-Virus: Schützt Ernährung vor einer Infektion?

Neue Höchstmengen an Vitaminen und Mineralstoffen bei Nahrungsergänzungsmitteln

Online-Hygieneschulung zur VO (EG) Nr. 852/2004 inkl. Folgebelehrung

Schnelltest für Qualität und Herkunft von Olivenöl

Spermidin hält das Gehirn im Alter fit

Lockdown führt zu weniger Bewegung und zu ungesunder Ernährung

Verschärfung von „Junkfood“-Werbung

Gegen Krebs – pflanzlich essen

Fasten verstärkt Diätwirkung

Obergrenze für trans-Fettsäuren in Lebensmitteln

Depressionen vorbeugen: Glücklich essen

Zusammenhang zwischen Vitamin D und Covid-19 unklar

Neuer Darmkrebsrisiko-Score

Versorgungssituation vegan/vegetarischer Kinder & Jugendlicher

Heißhunger stoppen durch Geruch

Corona-Pandemie Einfluss auf unsere Ernährung

Intervallfasten und viszerales Fettgewebe

Vegane Ernährung und Knochendichte

Fünf Schritte zu mehr Nachhaltigkeit

Flavanole verbessern kognitive Fähigkeiten

Musik reduziert die Essgeschwindigkeit

Gesättigte Fettsäuren nicht verteufeln

Kaffee auf nüchternen Magen hat Einfluss auf Blutzuckerspiegel

Mais – Gemüse des Jahres 2021/2022

Verbot von Einwegplastik

Einführung des Nutri-Score

 

 

Magersucht: Welche Bilder auf das Belohnungssystem wirken

DEBInet berichtete am 09.09.2021 über neueste Untersuchungen im Bezug auf die Erkrankung Magersucht.

Viele Menschen mit Anorexia nervosa nehmen ihr Körperbild anders wahr als es tatsächlich ist. Oft finden sie sich selbst dann noch zu dick, wenn ihr Untergewicht bereits lebensbedrohlich ist. In früheren Studien wurde gezeigt, dass das Belohnungssystem eine wichtige Funktion bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Erkrankung innehat. Dabei ging man davon aus, dass besonders Bilder von untergewichtigen Körpern das Belohnungssystem stimulieren. Bislang war allerdings kaum etwas darüber bekannt, ob auch andere visuelle Stimuli belohnend wirken.

Im Rahmen ihrer Doktorarbeit gelang es Dr. Ann-Kathrin Kogel störungsspezifische belohnende Reize auf Bildern bei Anorexia nervosa zu identifizieren und einzuordnen. Hierfür verglich sie die Reaktionen von 25 erkrankten Frauen auf verschiedene Bilder mit jenen einer ebenso großen Kontrollgruppe ohne Essstörung. Um zu erfahren, welche Bilder möglicherweise besonders das Belohnungssystem von Frauen mit einer Anorexia nervosa ansprechen, befragten Kogel und ihre Kollegen im Vorfeld der eigentlichen Studie Frauen mit und ohne Erkrankung zu besonderen Situationen und zeigten Bilder. Hier kristallisierten sich Bilder der Kategorien “gesundes Essen”, “Anerkennung durch andere”, “Disziplin”, “dünne Körper”, “Gewichtsverlust” und “Sport” als störungsspezifische Reize heraus.

Für die Hauptstudie stellten die Wissenschaftler ein Set von Bildern zusammen, das aus jeweils 24 Bildern mit störungsspezifischen Reizen, hochkalorischem Essen, erotischen Motiven und neutralen Bildern (zum Beispiel ein Stuhl, ein Eimer oder Steine) bestand. Alle Probandinnen sahen sich diese Bilder in zufälliger Abfolge an und beantworteten Fragen dazu. Unter anderem wurden sie gebeten, auf einer Skala zwischen 0 und 10 anzugeben, wie lohnenswert ihnen die gezeigte Situation erschien. Kogel und ihre Kollegen beobachteten, dass die an Anorexie erkrankten Frauen die Bilder der störungsspezifischen Reize durchweg höher (lohnenswerter) bewerteten als die Frauen ohne Essstörung. Bis auf die Sammelgruppe “gesundes Essen” war der Unterschied zwischen erkrankten und nicht erkrankten Frauen statistisch bedeutsam. Unter den Frauen mit einer Anorexia nervosa erzielten die Bilder der Kategorien “Sport”, “Gewichtsverlust” und “gesundes Essen” höhere Bewertungen als “Disziplin”, “dünne Körper” und “Anerkennung durch andere”. Ein ähnliches Muster zeigte sich auch in der Kontrollgruppe, allerdings fielen die Bewertungen hier insgesamt niedriger aus. Interessant war zudem die Beobachtung, dass mit zunehmendem Schweregrad der Anorexie die Wertschätzung für Bilder der Kategorien “Gewichtsverlust” und “dünne Körper” zunahm.

Die Ergebnisse dieser Studie erweitern das bisherige Bild möglicher Stimuli und können helfen, die „Trigger“ für die Entstehung und Aufrechterhaltung dieser gravierenden Erkrankung besser zu verstehen.

13.09.2021

Quelle: DEBInet, 09.09.2021

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Besser trinken an der Grundschule

DEBInet veröffentlichte am 07.09.2021 einen Beitrag, in welchem Tipps dargstellt werden, die das regelmäßige und ausreichende Trinken an Schulen verbessern sollen.

Grundschüler sollten pro Tag etwa einen Liter trinken. Die empfohlene Trinkmenge variiert beispielsweise abhängig von der Jahreszeit oder körperlichen Aktivität. Während eines vier- bis achtstündigen Schultags sollten Grundschüler 400 bis 600 Milliliter trinken. Diese Trinkmenge erreichen allerdings bei weitem nicht alle Kinder. Studien zufolge trinkt etwa jeder zweite 6- bis 11-Jährige zu wenig. Hinzu kommt, dass sich häufig die falschen Getränke in den Trinkflaschen befinden. Säfte und Limonaden sind wohlschmeckend und dementsprechend auch bei Grundschülern beliebt. Allerdings enthalten sie viel Zucker. Dies begünstigt Zahnschäden. Aufgrund der erhöhten Energieaufnahme fördern zuckerhaltige Getränke auch die Entstehung von Übergewicht und Adipositas. Daher raten Experten, energiefreie oder zumindest energiearme Getränke wie Trink- und Mineralwasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Saftschorle (Mischungsverhältnis 3:1, also drei Teile Wasser auf einen Teil Saft) auszuwählen.

Wie lässt sich erreichen, dass Kinder während des Schultags ausreichend trinken? Hier ist es hilfreich, einen Blick auf die Situation vor Ort zu werfen. Verschiedene Maßnahmen können das Trinken an Schulen fördern:

  • ein kostenloses Angebot von Trink- oder Mineralwasser (aus dem Wasserhahn, in Flaschen oder einem Trinkwasserspender),
  • eine eigene Trinkflasche für jedes Kind sowie Ersatzflaschen an der Schule,
  • die Organisation eines „Flaschenauffülldienstes“, falls kein Wasserangebot in den Klassenräumen vorhanden ist,
  • das Festlegen von Trinkregeln und Zeitfenstern für das Trinken,
  • Lehrer sollten mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie das Trinkangebot nutzen und während des Unterrichts Trinkpausen einlegen.

Um die Kinder zum Trinken zu motivieren, kann es auch als Unterrichtsthema aufgegriffen werden. Denn Trinken ist nicht nur eine körperliche Notwendigkeit, sondern zugleich auch ein spannendes Lernumfeld. Es bieten sich vielfältige, fächerübergreifende Bildungsinhalte mit Lebensweltbezug an, die etwa im Sachunterricht aufgegriffen werden können. Als Beispiele für handlungsorientierte, altersgerechte Ansätze nennt das Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg

  • die Zubereitung von “infused water”, einem mit Kräutern (zum Beispiel Minze), Obst- oder Gemüsestücken (beispielsweise Gurke oder Melone) aromatisierten Wasser,
  • das Unterrichtsthema: Weshalb benötigt der Körper Wasser, Aufzeigen von Wasserverlusten und dem Bedarf des Körpers,
  • die Darstellung der täglich empfohlenen Trinkmenge in Form von Gläsern anstelle von Literangaben,
  • die spielerische Reflektion des eigenen Trinkverhaltens, beispielsweise durch das Ausmalen eines Trinkprotokolls,
  • das Projekt: Welche “festen” Nahrungsmittel enthalten viel Wasser? Beim Auspressen (Entsaften) von Obst und Gemüse können die Kinder Unterschiede selbst erkunden.
  • die Schätzung des Zuckergehalts von zuckerreichen Getränken mit Zuckerwürfeln. Gemeinsames Erstellen eines Schaubilds,
  • den Süß-sauer-Trick von Limonaden: Kombinationen von Zutaten verändern den Geschmack,
  • das gemeinsame Verkosten verschiedener Wässer: Schmecken alle gleich?

Fazit: Es gibt verschiedene Ansätze, mit denen die Einübung eines gesundheitsförderlichen Trinkverhaltens unterstützt werden können: Von der Bereitstellung eines einfach verfügbaren Trinkangebots über die Förderung des individuellen Trinkverhaltens bis hin zur aktiven Einbindung in den Unterricht. Idealerweise greifen diese Ansätze ineinander wie Zahnräder, um möglichst viele Kinder zu erreichen. Auch beim Trinkverhalten gilt: Steter Tropfen höhlt den Stein: Viele kleine Maßnahmen können gemeinsam eine große Wirkung haben.

13.09.2021

Quelle: DEBInet, 07.09.2021

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Algen haben’s in sich

Weil sie eine gute Quelle für Vitamin B12 sein sollen, sind Algen gerade bei Veganern und Vegetariern beliebt. Zugleich werden sie wegen ihres hohen Gehalts an Jod und Omega-­3-Fettsäuren als nachhaltige Alternative zu Fisch angesehen. Ein Beitrag aus dem UGB-Forum beleuchtet ob Algen wirklich geeignet sind, die Nährstoffzufuhr zu bereichern?

Weltweit gibt es geschätzt 200.000 oder mehr Algenarten, bekannt sind davon allerdings nur etwa 40.000 bis 60.000. Nur ein Bruchteil davon ist für den menschlichen Verzehr geeignet. Sie werden etwa als grüne Hülle um Sushi gewickelt, dienen als Zutat im Salat oder bereichern asiatische Suppen. Auch in getrockneter oder konzentrierter, hochverarbeiteter Form werden sie als Nahrungsergänzungsmittel oder Zusatz in funktionellen Lebensmitteln konsumiert und auch die Lebensmittelindustrie nutzt Algen als Emulgatoren, Verdickungs- oder Geliermittel.

Hier eine Zusammenfassung der untersuchten Punkte des Artikels:

Die Nährstoffzusammensetzung und somit die ernährungyphysiologische Qualität unterscheidet sich je nach Art zum Teil erheblich. Und auch innerhalb einer Art können starke Schwankungen, abhängig von Saison, Ernte und Verareitungsprozess auftreten. Was allerdings auf alle Makroalgen zutrifft, ist der hohe Ballaststoffgehalt, welcher mit einer Portion bereits 10% der von der DGE empfohlenen Tagesmenge (30g) deckt.

Aufgrund ihrer marinen Herkunft sind Algen reich an Mineralstoffen wie Calcium, Magnesium und Natrium. Eisen liegt ebenfalls in größeren Mengen vor und überschreitet zum Teil deutlich den Eisengehalt von Fleisch. Allerdings ist die Bioverfügbarkeit geringer als die tierischer Eisenquellen. Auch der hohe Jodgehalt könnte die hierzulande mangelnde Versorgung ausgleichen. Allerdings ist eine Überversorgung durch Algen und daraus gewonnenen Produkten nicht auszuschließen. Besonders bei Braunalgen können die Werte extrem hoch liegen, bei einigen Produkten ist der Jodgehalt so hoch, dass es schon beim Verzehr einer Portion zu gesundheitsgefährdenden Überdosierungen kommen kann. Grundsätzlich sollten nur solche Produkte verwendet werden, auf denen eindeutige Angaben zum Jodgehalt zu finden sind. Als Höchstmenge werden in Nahrungsergänzungsmitteln 100 µg Jod pro Tag empfohlen.

Algenöle bieten durch ihren hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren (besonders EPA und DHA) einen guten Ersatz zu Fisch. Allerdings können sie streng im Geschmack sein und sind meistens kostspielig.

Meeresalgen können nicht nur in besonderem Maße Mineralstoffe, sondern auch Schwermetalle aus dem Wasser anreichern. Untersuchungen des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ergaben erhöhte Cadmium-, Blei- und Arsengehalte in Trockenprodukten.

Algen gelten als die einzigen pflanzlichen Lebensmittel, die Vitamin B12 in nennenswerten Mengen enthalten. Dabei sind die Gehalte teilweise höher als in tierischen Lebensmitteln. Allerdings muss dabei beachtet werden, ob es sich um die biologisch aktive und für den Menschen verwertbare Form handelt oder um inaktive B12-Analoga (Pseudo-B12). Nur Nori, Seegras und Chlorella enthalten B12 in seiner aktiven Form. Andere Arten wie beispielsweise Spirullina enthalten zwar große Mengen an B12, allerdings nur in der inaktiven Form. Zudem gibt es noch keine großangelegten, kontrollierten Studien zu diesem Thema, sodass Algen bisher noch nicht als gesicherte Vitamin B12-Quelle angesehen werden können.

Algen bieten durch ihren Nährstoffreichtum vielfältige Möglichkeiten, den Speiseplan sinnvoll zu ergänzen. Für die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren stellen sie eine gute gesundheitliche und ökologisch sinnvolle Alternative zum Fischverzehr dar. Als Ergänzung für die Jodversorgung sind sie allerdings aufgrund möglicher Überdosierung wenig geeignet. Bei Vitamin B12 bleibt vorerst noch unklar, ob sie bei einer pflanzenbasierten Ernährungsweise eine ausreichende Versorgung sicherstellen können. Vegetariern und Veganern ist hier eher der Griff zu kontrollierten und in ihrer Dosierung klar deklarierten Präparaten zu empfehlen und eine regelmäßige Kontrolle des Vitamin-B12-Status beim Arzt. Von exzessivem Verzehr von Algen oder Algensupplementen ist generell abzuraten. Besser ist eine abwechslungsreiche Ernährung mit frischen, gering verarbeiteten Lebensmitteln. Dazu können auch Algen den Speiseplan hin und wieder bereichern. Empfehlenswert ist, bei der Auswahl Produkte aus Deutschland oder Europa zu bevorzugen. Sie werden unter kontrollierten Bedingungen gezüchtet und früher geerntet, um die Anreicherung von Schwermetallen zu vermeiden. Unzureichend deklarierte Produkte sind eher mit Vorsicht zu genießen.

06.09.2021

Quelle: UGB, 03.09.2021

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Mittelmeerkost für die grauen Zellen

Der UGB berichtete Anfang September über eine neue Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).

Eine mediterrane Ernährung könnte Gedächtnisverlust und Demenz entgegenwirken. Die Forschenden befragten dazu 512 Personen im Alter von durchschnittlich 70 Jahren zu ihrer Ernährung. Zudem bestimmten sie mittels MRT-Scan das Hirnvolumen der Probanden, testeten die kognitiven Fähigkeiten mit neuropsychologischen Tests und untersuchten die Hirnflüssigkeit auf Biomarker für Proteinablagerungen im Gehirn. Personen, die viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Getreide, Fisch und einfach ungesättigte Fettsäuren verzehrten, wiesen im Vergleich zu Personen mit gesundheitlich ungünstiger Ernährungsweise bessere Gedächtnisleistungen und geringere Werte von pathologischen Biomarkern in der Hirnflüssigkeit auf. Eine gesundheitsfördernde Ernährung mit geringem Verzehr von Milchprodukten und rotem Fleisch könnte das Gehirn folglich vor Eiweißablagerungen und Gewebeschwund schützen und Demenz entgegenwirken.

06.09.2021

Quelle: UGB, 03.09.2021

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Superfood nicht immer super

Erzeuger und Produzenten von exotischem sogenanntem Superfood wie Chiasamen, Quinoa oder Goji-Beeren versprechen den Verbrauchern oft eine Extraportion Gesundheit und Fitness durch den Ver­zehr ihrer Produkte. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) kritisiert die oftmals schlechte Ökobilanz, berichtete das Deutsche Ärzteblatt Anfang September.

Die exotischen Lebensmittel liefern der Fachgesellschaft zufolge zwar mitunter durchaus Vitamine, Mineral­stoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Damit seien sie aber nicht allein: Heimische Lebensmittel seien laut der DGAV ebenso nährstoffreich. So enthalten getrocknete Goji-Beeren nach Angaben der DGEM 48 mg Vitamin C pro 100 g während in derselben Menge frischer Schwarzer Johannisbeeren 181 mg vorhanden sind. Quinoa liefert pro 100 g 4,57 g Eisen – im Hafer sind es 4,25 g.

Zudem werden die Exoten häufig in hoch verarbeiteten Lebensmitteln eingebettet. So gibt es beispiels­weise Müsliriegel mit Quinoa zu kaufen oder Toast mit Chiasamen. Allerdings ist ein hochverarbeitetes Lebensmittel, welches ein Superfood beinhaltet, kein ernährungsphysiologisches günstigeres. So bleibt ein Toastbrot ein Toastbrot, ob mit oder ohne Chiasamen. Und auch in Superfood-Müsliriegeln steckt meistens genauso viel Zucker wie in herkömmlichen Riegeln.

Die DGEM weist zudem daraufhin, dass die Ökobilanz der Exoten häufig schlecht ist, beispielsweise durch lange Transportwege und hohen Wasserverbrauch auf den Anbauflächen.

Wer die Klimawirkung und die sozialen Folgen seiner Ernährung berücksichtigen möchte, dem empfiehlt die DGEM, häufiger auf heimische Superfoods zurückzugreifen, etwa auf Schwarze Johannisbeeren und Sanddorn statt auf Goji-Beeren.

06.09.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 01.09.2021

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Abnehmen: Sport wirkt bei Dicken weniger

Scinexx berichtete Ende August über eine neue Studie zum Thema Sport und Abnehmen.

Egal ob mit Mittelmeerdiät, Low-Carb oder Intervallfasten: Zum gesunden Abnehmen wird meist empfohlen, täglich 500 bis 600 Kilokalorien weniger aufzunehmen als es unserem Energiebedarf entspricht – und erreichen soll man dies durch entsprechende Ernährungsanpassungen und mehr Sport. Letzterer erhöht den Energieverbrauch und addiert sich damit auf den von unserem Körper zum Erhalt der Lebensfunktionen benötigten Ruheumsatz dazu – so jedenfalls die gängige Theorie.

Das Überprüfte nun ein Forscherteam der University of Ottawa. Dafür werteten sie die Daten von 1.750 Männern und Frauen aus, deren Gesamtumsatz und Ruheumsatz durch regelmäßige Labormessungen der Atemgase und mittels isotopisch markiertem Wasser bestimmt worden ist. Anhand diese Daten wollten die Wissenschaftler herausfinden, wie stark die durch vermehrte Bewegung verbrauchte Energie den Ruheumsatz und damit auch den Gesamtumsatz verändert. Bisher gibt es dazu sehr unterschiedliche Vorstellungen: Einer Hypothese nach erhöht sich bei verstärktem Sport auch der Ruheumsatz, weil beispielsweise zusätzliche Muskeln auch in Ruhe mehr Energie verbrauchen. Es gibt aber auch Modelle, nach denen der Ruheumsatz entweder gleichbleibt oder sogar absinkt.

Die Untersuchungen enthüllten Überraschendes: Von den beim Sport zusätzlich verbrannten Kalorien macht sich nur ein Teil im Gesamtumsatz bemerkbar. Im Schnitt manifestieren sich bei einem typischen Menschen nur 72 Prozent der Extrakalorien, die wir durch vermehrte Bewegung verbrauchen, auch im gesamten Energieverbrauch an diesem Tag. Die restlichen 28 Prozent des Mehrumsatzes scheinen dagegen einfach zu verschwinden – sie tauchen in der Tagesbilanz nicht mehr auf. Wie ist das zu erklären? Den Grund dafür enthüllten die Messungen des Ruheumsatzes bei den Testpersonen: Bei vielen von ihnen führte das erhöhte Sportpensum zwar zu mehr verbrannten Kalorien während der Aktivität, dafür sank aber der Energieverbrauch in den Ruhephasen. Mit anderen Worten: Wenn wir uns mehr bewegen, kompensiert der Körper diesen zusätzlichen Energiebedarf, indem er seinen Grundumsatz herunterfährt.

Das Gemeine daran: Diese Kompensation ist ausgerechnet bei den Menschen am stärksten, die starkes Übergewicht haben – und die daher besonders deutlich abnehmen müssten. Bei den Testpersonen mit Adipositas machten sich dadurch nur noch rund 51 Prozent der beim Sport verbrauchten Kalorien im Tagesenergiebudget bemerkbar, wie das Forschungsteam berichtet. Für jede beim Sport verbrannte Kalorien spart ihr Körper demnach eine halbe Kalorien im Ruheumsatz ein. Es scheint, dass der Stoffwechsel von Menschen mit mehr Körperfett entweder von vornherein den Zusatzverbrauch stärker kompensiert, oder aber, dass diese Kompensation stärker wird, je mehr jemand zunimmt. Sollte die erste Hypothese zutreffen, dann könnte das erklären, warum manche Menschen trotz gleicher Aktivität stärker zu Übergewicht neigen als andere – und warum sie so oft am Abnehmen scheitern.

Noch ist unklar, welche Mechanismen hinter dieser erhöhten Kompensation stecken – und warum sie mit dem Körperfettanteil zunimmt. Wenn diese Energiekompensation aber eine genetische Basis hat, dann könnte es in Zukunft möglich sein, Menschen daraufhin zu untersuchen. Das könnte klären, ob Sport für sie überhaupt eine sinnvolle Ergänzung zur Diät wäre oder sogar eher kontraproduktiv.

01.09.2021

Quelle: Scinexx, 31.08.2021 

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Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen: ein zunehmendes Gesundheitsproblem

Zu den nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen (NAFLD) zählen verschiedene Erkrankungen der Leber. Trotz ihres vermehrten Auftretens und des drohenden schweren Verlaufs werden NAFLD häufig unterschätzt, berichtet DEBInet im August-Newsletter.

Das Spektrum der NAFLD reicht von gutartigen Ablagerungen von Fett in der Leber ohne Entzündung (Fettleber), über eine Fettleberhepatitis (Steatohepatitis, kurz NASH) mit entzündlichen Veränderungen der Fettleber, einer Leberfibrose (Bindegewebsvernarbung) bis hin zu Leberzirrhose (Vernarbung) und Leberzellkrebs. Nicht immer werden alle Stadien nacheinander durchschritten. So hatte jeder zweite Patient mit einer NAFLD-bedingten Krebserkrankung zuvor keine Leberzirrhose, sondern lediglich eine Fettleberhepatitis. Die Symptome von NAFLD sind zunächst unspezifisch. Daher werden NAFLD häufig erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt, wenn Müdigkeit und Konzentrationsprobleme sich verschärft haben. Weitere Anzeichen sind dann gelbe Verfärbungen von Haut und Augen.

In Deutschland stellt die NAFLD ein zunehmend größeres Gesundheitsproblem dar. Man kann durchaus von der ‚Volkskrankheit Fettleber‘ sprechen, die immer mehr Menschen betrifft und stark unterschätzt wird. Feind Nummer eins der Leber ist das ‚Metabolische Syndrom‘ (Erkrankungskomplex aus Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen), das zur nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung, der sogenannten NAFLD, führen kann. Etwa ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung leidet daran. Überdurchschnittlich häufig betroffen sind die 55-bis 75-Jährigen, aber auch bei Kindern stoßen die Ärzte immer häufiger auf eine Fettleber. Menschen mit starkem Übergewicht haben nicht nur ein erhöhtes Risiko, an einer Fettleber zu erkranken. Im Vergleich zu normalgewichtigen Menschen ist ihr Risiko, dass die Erkrankung schwer verläuft und zu einem chronischen Schrumpfungsprozess der Leber führt, sechsfach erhöht.

Doch soweit muss es nicht kommen. Es gibt durchaus Möglichkeiten, der Erkrankung vorzubeugen. Regelmäßige körperliche Aktivität senkt das Risiko für Fettlebererkrankungen. NAFLD-Patienten sollten daher ein Ausdauer- und/oder Krafttraining durchführen. Auch sollte die Kalorienaufnahme dem Energiebedarf angepasst werden. Durch Ausdauerbewegung wie schnelles Spazierengehen kann die mit der Fettleber verbundene Zuckerkrankheit verhindert oder verzögert werden. Wichtig für eine gesunde Leber sind ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung. Neben einer Veränderung des Lebensstils könnten zukünftig auch Medikamente zur NAFLD-Therapie eingesetzt werden. Vielversprechende Forschungsansätze sind die Beeinflussung des Fettstoffwechsels der Leber, Verminderung von Entzündungsreaktionen sowie der Eingriff in den Prozess der Lebervernarbung.

01.09.2021

Quelle: DEBInet, 26.08.2021

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Neues Verfahren zur Prüfung der Echtheit von Honig

DEBInet berichtet im August-Newsletter über ein neues Verfahren zur Überprüfung der Echtheit von Honig des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB)  mit dem Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI), denn Honig zählt zu den Lebensmitteln, die besonders häufig gefälscht werden.

Importhonig vom Fass ist bereits zu einem Preis von 1,30 Euro pro Kilogramm erhältlich. Da können deutsche Imker nicht mithalten. Hierzulande lag der Honigpreis 2019 zwischen 4,90 Euro und 5,30 Euro pro Kilogramm Fassware. Doch der günstige Importhonig entspricht häufig nicht den Vorgaben der EU-Honigverordnung. Er steht in der Kritik, von geringerer Qualität oder sogar gefälscht zu sein. Zu den gängigen Praktiken zählt das Strecken von Honig mit billigem Zuckersirup. Außerdem gibt es ‘Honigfabriken’, in denen unreifer Honig konzentriert und verarbeitet wird. Dort werden zum Beispiel Pollen entfernt oder hinzugefügt, um ‘echten’ reifen Honig zu imitieren. Mit dem natürlicherweise in Bienenwaben gereiften Produkt hat dieser Industriehonig nicht viel gemeinsam.

Die derzeitigen Analyseverfahren erlauben es oftmals nicht, unechten Honig zweifelsfrei zu entlarven. Daher haben sich der DBIB und der FEI zum Ziel gesetzt, ein routinetaugliches Analyseverfahren für Honig zu entwickeln. Bei der Reifung werden dem Honig von den Bienen besondere, bienentypische Enzyme zugesetzt. In diesem neuen Forschungsprojekt werden Profile dieser natürlichen Enzyme erfasst. Dies geschieht per Massenspektrometrie, einem Verfahren, das aus der Rückstandsanalytik bekannt ist. Zunächst wird anhand von Blütenhonigen verschiedener Bienenrassen eine umfangreise Referenzliste mit Enzymen erstellt, die nur in naturbelassenem Bienenhonig vorkommen. Diese Liste soll zukünftig den Honig verarbeitenden Betrieben dazu dienen, unreinen Honig leichter zu identifizieren. Wann dieses Verfahren einsatzbereit sein wird, ist allerdings noch nicht bekannt.

Echter Honig enthält mehr Mineralstoffe als Haushaltszucker und außerdem entzündungshemmende Enzyme, bioaktive Stoffe und Antioxidantien. Wer qualitativ hochwertigen Honig essen möchte, sollte Schnäppchen im Supermarkt besser links liegen lassen – oder den Honig direkt beim Imker kaufen.

01.09.2021

Quelle: DEBInet, 24.08.2021

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EU senkt Gift-Grenzwerte für Nahrungsmittel

Vier Millionen Menschen in der EU leiden an Krebs oder sind jüngst daran gestorben. Weil es neue beunruhigende Erkenntnisse zu Blei und Cadmium in Lebensmitteln gibt, gelten ab Montag verschärfte Grenzwerte, berichtet ntv am 29. August.

Im Zuge des europäischen Plans zur Krebsbekämpfung treten in dieser Woche neue Grenzwerte für bestimmte Schwermetalle in einer Vielzahl von Lebensmitteln in Kraft. Für zum Beispiel Säuglingsnahrung, Gewürze, Weine und Salz gelten von Montag an strengere oder zusätzliche Höchstgehalte für Blei. Ab Dienstag gibt es zudem neue Cadmium-Grenzwerte für etliche Obst-, Gemüse- und Getreidesorten sowie Ölsaaten.

Hintergrund der neuen Grenzwerte für das Schwermetall Blei sind Erkenntnisse, nach denen es keine Schwelle gibt, unterhalb derer gesundheitliche Schädigungen für den Menschen sicher ausgeschlossen werden können. Zudem äußerte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit zuletzt Besorgnis darüber, dass die derzeitige ernährungsbedingte Exposition gegenüber Blei die neurologische Entwicklung von Föten, Kleinkindern und Kindern beeinträchtigen könnte. Hintergrund der neuen Grenzwerte für Cadmium sind Daten, die nach der Umsetzung von 2014 empfohlenen Risikominderungsmaßnahmen über das Vorkommen erhoben wurden. Diese zeigen nach Angaben der zuständigen EU-Kommission, dass es möglich ist, den Cadmiumgehalt in vielen Lebensmitteln zu verringern. Das Schwermetall gelangt insbesondere durch Verbrennungsprozesse oder als Bestandteil von Klärschlamm in die Umwelt. Zudem kann es auch durch Phosphatdüngung in den Boden eingetragen werden. Wie auch Blei ist Cadmium giftig und krebserregend.

30.08.2021

Quelle: ntv, 29.08.2021

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Kaum Veränderung bei Werbung für ungesunde Kinderlebensmittel

Am 25. August berichtet das Deutsche Ärzteblatt über eine Marktanalyse der Verbraucherorganisation Foodwatch.

Für Kinder beworbenen Lebensmittel sind in den vergangenen sechs Jahren kaum gesünder ge­worden. Trotz freiwilliger Selbstverpflichtungen der Industrie und einer Reduktionsstrategie des Ernäh­rungsministeriums enthalte ein Großteil der an Kinder vermarkteten Produkte zu viel Zucker, Salz und Fett. Gemeinsam mit der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) fordert die Organisation von der kommenden Bundesregierung gesetzliche Beschränkungen von Werbung für ungesunde Lebens­mittel, die sich speziell an Kinder richtet.

Für die Studien hat Foodwatch das Sortiment von 16 großen Lebensmittelkonzernen untersucht, die be­reits 2007 den EU-Pledge, eine freiwillige Selbstverpflichtung zu verantwortungsvollerem Kindermarke­ting in Europa, unterzeichnet hatten. Der Untersuchung zufolge entsprachen mehr als 85 Prozent der 283 geprüften Produkte nicht den Nährwertangaben, die von der WHO für an Kinder vermarktete Lebensmittel festgelegt hat. Bei einer vorangegangenen Analyse im Jahr 2015 entsprachen knapp 90 Prozent der untersuchten Le­bens­mittel nicht diesen Kriterien. Zwar sei der Anteil von Zucker, Salz und Fett tatsächlich in einzelnen Produkten prozentual deutlich reduziert worden. In absoluten Zahlen enthielten diese aber immer noch deutlich mehr ungesunde Bestandteile als von der WHO empfohlen. Im Rahmen der Analyse untersuchte Frühstückscerealien, deren Zuckergehalt nach Angaben des Her­stellers um 20 Prozent reduziert worden sei, enthielte weiterhin 34 Gramm Zucker. Dieser mache dem­nach fast ein Drittel des Gesamtprodukts aus. Zudem umfasse die Strategie nur einen sehr kleinen Teil der relevanten Produktpalette.

„Die Bundesregierung muss sich von der Strategie der Freiwilligkeit verabschieden und in der kommen­den Legislaturperiode Werbung für ungesunde Produkte an Kinder gesetzlich verbieten“, sagte Barbara Bitzer, DANK-Sprecherin und Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), die die Un­tersuchung gemeinsam mit Foodwatch vorstellte. „An Kinder gerichtete Werbung für Dickmacher ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Gefährdung der kindlichen Gesundheit.“

In Deutschland gelten nach Angaben des Robert-Koch-Instituts derzeit 15% der Kinder und Ju­gend­lichen als übergewichtig, 6% als adipös. Zwar seien diese Werte in den vergangenen zehn Jahren nicht mehr gestiegen, jedoch habe sich der Unterschied zwischen sozial besser und schlechter gestellten Kinder und Jugendlichen verschärft.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner verteidigte die 2019 gestartete nationale Innovations- und Reduktionsstrategie. Seitdem sei etwa der Zuckergehalt in Kinderjoghurts um 20% gesunken und Erfrischungsgetränke für Kinder enthielten rund 35% weniger Zucker. Bei Wurst- und Fleischwaren sowie bei Brot und Kleingebäck sei der Salzgehalt reduziert worden. Klöck­ner setzt demnach weiterhin auf Selbstverpflichtungen der Wirtschaft. Eine Limo-Steuer wie etwa in Großbritannien lehne sie ab: Dabei bestehe die Gefahr, dass Zucker durch Fett oder durch andere Süßungen ersetzt werde.

30.08.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 25.08.2021

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Mehr als 200 Unternehmen wollen Nutri-Score nutzen

Das Deutsche Ärzteblatt berichtet am 20. August über eine Stellungnahme der Bundesernährungsministerin Julia Klöckner im „Redaktionsnetzwerk Deutsch­land“.

Das Lebensmittel-Logo Nutri-Score als Hilfe für den Kauf gesünderer Produkte im Supermarkt wird zusehends genutzt. Mittlerweile haben sich 214 Unternehmen mit 424 Marken für die Verwendung registriert. Damit sei eine weitere Wegmarke erreicht, die Kennzeichnung immer präsenter zu machen und Verbrau­ch­ern eine bessere Entscheidung für eine ausgewogene Ernährung zu ermöglichen. Die schnelle Verbrei­tung beweise, dass man auch mit Freiwilligkeit erfolgreich sein könne.

Unternehmen, die Nutri-Score auf freiwilliger Basis nutzen wollen, müssen sich bei der französischen Gesundheitsagentur als Markeninhaberin registrieren. Mitte Februar waren es 116 deutsche Unterneh­men gewesen. Dabei hatten einige Hersteller das Logo auch schon vor der offiziellen Einführung in Deutschland durch eine Verordnung von November 2020 verwendet.

Weitere Informationen und das Punktesystem des Nutri-Score finden Sie in unserem Artikel: Einführung des Nutri-Score

30.08.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 20.08.2021

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Vegane Diät mit Sojabohnen lindert menopausale Beschwerden

Eine fettarme rein pflanzliche Kost mit einer täglichen Portion Sojabohnen hat in einer kleineren randomisierten Studie des Physicians Committee for Responsible Medicine aus Washington DC die klimakterischen Beschwerden von postmenopausalen Frauen vermindert, berichtet das Deutsche Ärzteblatt am 18. August.

Grundlage der Studie ist die Beobachtung, dass Frauen in Japan bis in die 1980er Jahre weitgehend von klimakterischen Beschwerden verschont blieben. Forscher führen dies auf die traditionelle japanische Kost zurück mit einem hohen Verzehr von Sojaprodukten. Soja enthält die Isoflavone Genistein, Daidzein und Glycitein, die eine östrogenartige Wirkung haben. Die Wirkung wird vermutlich durch die Darmflora verstärkt, die Daidzein in das Phytoöstrogen Equol metabolisiert.

Phytoöstrogene werden zunehmend zur Behandlung klimakterischer Beschwerden eingesetzt, seit die Women’s Health Initiative vor 2 Jahrzehnten gezeigt hat, dass die früher populäre „Hormonersatzthera­pie“ zu einen Anstieg von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Brustkrebs führt. Die Einnahme von pflanz­lichen Präparaten mit verschiedenen Phytoöstrogenen ist mittlerweile durch randomisierte Studien gut belegt, auch wenn die Wirkung laut einer Meta-Analyse im amerikanischen Ärzteblatt eher moderat ist.

Das „Physicians Committee for Responsible Medicine“, ein Verein von veganen Ärzten mit Sitz in Washington DC, hat jetzt in einer Studie untersucht, ob auch eine Umstellung der Ernährung ohne Nahrungsergänzungsmittel klimakterische Beschwerden lindern kann. An der Studie nahmen wohl coronabedingt (statt der vorgesehenen 120 nur) 38 Frauen teil, die etwa 4 Jahre nach der Menopause mindestens 2 Mal täglich unter mittelschweren bis schweren Hitzewallungen litten. Die Hälfte der Frauen wurde gebeten, sich über 12 Wochen fettarm und vegan zu ernähren. Dazu sollte täglich der Verzehr einer halben Tasse gekochte Sojabohnen (86 Gramm) gehören. Die Kontrollgruppe sollte sich wie bisher weiter ernähren. Beide Gruppen wurden gebeten, Häufigkeit und Schwere der Hitzewallungen in eine Smartphone-App einzutragen. Der „Menopause-Specific Quality of Life Questionnaire“ (MENQOL) bewertete die vasomotorischen, psychosozialen, körperlichen und sexuellen Auswirkungen der Wechseljahresbeschwerden auf die Lebensqualität.

Die mittelschweren bis schweren Hitzewallungen nahmen um 84 % ab gegen­über einem Rückgang um 42 % in der Kontrollgruppe. Die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen waren in beiden Endpunkten signifikant. Insgesamt 59 % der Frauen blieben unter der Diät ohne mittelschwere bis schwere Hitzewallungen gegenüber nur 6 % in der Kontrollgruppe. Im MENQOL-Fragebogen kam es zu einer Verbesserung der Lebensqualität in allen 4 Bereichen (vasomotorisch, psychosozial, physisch und sexuell). Im Nebeneffekt führte die pflanzenbasierte Diät auch zu einer Abnahme des Körpergewichts um 3,5 kg oder 1,3 kg/m2 im Body-Mass-Index, während die Kontrollgruppe 0,8 kg an Gewicht zunahm.

30.08.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 18.08.2021

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Kaffee keine Ursache für Herzrhythmus­störungen

Das Deutsche Ärzteblatt stellte am 16. August eine Studie aus San Francisco zum Thema Kaffeekonsum und koronare Erkrankungen vor.

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Epidemiologen, da der Aufguss aus gerösteten und gemahlenen Kaffee­bohnen regelmäßig mit einem niedrigeren Erkrankungsrisiko verbunden ist. Kaffee könnte danach eine gewisse präventive Wirkung gegen Krebs, Diabetes und Morbus Parkinson haben. Kaffeetrinker haben auch ein geringeres Sterberisiko. Kardiologen sind nicht ganz so begeistert vom Kaffee, da das anregende Getränk den Adrenalinspiegel und damit kurzfristig den Herzschlag erhöht. Noch ungünstiger könnte sich die Freisetzung von Kalzium aus dem sarkoplasmatischen Retikulum der Herzmuskelzellen auswirken, da dies im Prinzip die Depolari­sation im kardialen Reizleitungssystem stört und damit Herzrhythmusstörungen auslösen könnte. Viele Kardiologen raten ihren Patienten eher zu Tee oder zu entkoffeiniertem Kaffee.

Die Ergebnisse epidemiologischer Studien waren bisher nicht einheitlich. In einer Analyse der Physician’s Health Study wurde zuletzt eine U-förmige Assoziation gefunden. Danach sollten 1 bis 3 Tassen Kaffee am Tag (zumindest bei Männern, auf die die Teilnahme beschränkt war) das Risiko senken, eine höhere Dosis jedoch die Entwicklung eines Vorhofflimmerns fördern.

Forscher der Universität von Kalifornien in San Francisco hat jetzt die Daten der UK-Biobank ausgewertet, an der ab 2006 eine halbe Million Briten teilgenommen haben. Darunter waren insgesamt 386.258 Kaffeetrinker mit einem Durchschnittsalter von 56 Jahren, etwas mehr als die Hälfte davon weiblich. Während einer Nachbeobachtungszeit von 4,5 Jahren wurde bei 16.369 Teilnehmern eine Herzrhythmus­störung diagnostiziert. In den meisten Fällen (12.811 Personen) war dies ein Vorhofflimmern. Die ande­ren waren an supraventrikulären Tachykardien, ventrikulären Tachykardien, supraventrikulären Extrasys­tolen und ventrikulären Extrasystolen oder nicht näher bezeichneten Arrhythmien erkrankt. Mit Ausnah­me der ventrikulären Extrasystolen traten alle Herzrhythmusstörungen bei Kaffeetrinkern seltener auf. Bei den ventrikulären Extrasystolen gab es einen nicht signifikanten Trend auf eine Zunahme. Insgesamt senkte jede zusätzliche Tasse Kaffee am Tag das Risiko auf eine Herzrhythmusstörung um 3 %. Eine statistisch signifikante Schutzwir­kung wurde auch für Vorhofflimmern/flattern  und supraventrikuläre Tachy­kardien gefunden.

Da die Teilnehmer der UK-Biobank auch Blutproben für genetische Analysen abgegeben hatten, konnten die Forscher den Einfluss des Koffeinmetabolismus untersuchen. Kaffee wird zu mehr als 95 % in der Leber über das Enzym CYP1A2 metabolisiert, dessen Aktivität durch verschiedene Genvarianten beein­flusst wird. Wenn Koffein das Risiko von Herzrhythmusstörungen erhöht, dann sollten diese Genvarian­ten, die den Kaffeeabbau verlangsamen, das Risiko erhöhen. Dies war weder für einen polygenen Score aus 7 ver­schie­denen Genvarianten noch für die wichtigste Variante rs762551 der Fall. Auch eine Mendelsche Ran­do­misierung, die die Teilnehmer nach genetischen Merkmalen auf Personen mit einem langsamen oder schnellen Koffeinmetabolismus verteilte, konnte kein erhöhtes Risiko finden.

Gerade die Mendelsche Randomisierung, die Epidemiologen als einen Ersatz für klinische Studien betrach­ten, sprechen dagegen, dass Kaffee aus kardiologischer Sicht ein Risiko für die Gesundheit ist. Auch Patienten, die nach dem Genuss von Kaffee unter Palpitationen leiden, könnten beruhigt werden. Sie könnten Kaffee meiden, wenn sie das „Herzklopfen“ stört, müssten es zur Schonung der Gesundheit jedoch nicht.

30.08.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 16.08.2021

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Größere Gemüseportionen erhöhen den Verzehr bei Kindern

Anfang August stellte die Ernährungsumschau eine Studie der US-amerikanischen Penn State University vor, welche untersucht, ob größere Portionen Gemüse auf dem Teller den Verzehr bei Kindern erhöhen.

An der Erhebung nahmen 67 Vorschulkinder im Alter von 3 bis 5 Jahren teil. Im Zeitraum von vier Wochen erhielten sie in den Kindertagesstätten einmal pro Woche ein Mittagessen mit einer von vier verschiedenen Gemüsezubereitungen: eine Portion (60 g) Mais und Brokkoli sowie eine doppelte Portion (120 g) Mais und Brokkoli– jeweils pur oder mit etwas Butter und Salz abgeschmeckt. Zu jeder Mahlzeit wurde die gleiche Menge an Fischstäbchen, Reis, Ketchup, Apfelmus und Milch serviert. Um die verzehrten Mengen zu bestimmen, wogen die WissenschaftlerInnen die Lebensmittel vor und direkt nach dem Essen ab. Weiterhin wurden die Kinder und deren Eltern zu ihrem Essverhalten und ihren Vorlieben beim Gemüseverzehr befragt. Die Ergebnisse zeigten, dass eine Erhöhung der Gemüsemenge von 60 auf 120 g den Verzehr von Gemüse um 68 % erhöhte. Die Kinder aßen im Durchschnitt 21 g mehr Gemüse. Die Energieaufnahme erhöhte sich damit nur um 5 % (13 kcal). Wie das Gemüse gewürzt war, hatte keinen Einfluss auf die Verzehrmenge. Dies führen die Wissenschaftler darauf zurück, dass Mais und Brokkoli möglicherweise den meisten Kindern vertraut sind. Wenn Kinder wählerisch waren und Essen zu Hause häufig thematisiert wurde, erhöhte sich die Gemüseaufnahme weniger stark. Grundsätzlich sollten Vorschulkinder täglich je etwa 150–200 g Obst und Gemüse essen. Aus Sicht der ErnährungswissenschaftlerInnen ist es wichtig, viele Gemüsearten anzubieten. Die Kinder sollten das Gemüse aber auch mögen, damit es mit den anderen Lebensmitteln auf dem Teller konkurrieren kann. Eltern sollten versuchen ihre Kinder schrittweise an neue Gemüsearten zu gewöhnen und mit verschiedenen Geschmacksrichtungen experimentieren. Manchmal hilft es auch, das Gemüse anders zuzubereiten – etwa püriert als Soße oder als Gemüsesticks mit Dipp. Größere Portionen können aber zu mehr Lebensmittelverschwendung führen, wenn nicht alles gegessen wird. Weiterer Forschungsbedarf liege darin zu erheben, wieviel andere Lebensmittel auf dem Teller durch Gemüse ersetzt werden können, aber die Gesamtportion gleich bleibt.

30.08.2021

Quelle: Ernährungsumschau, 11.08.2021

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Fette auf der Anklagebank

Im UGBforum 3/2021 hat sich Prof. Dr. Stefan Lorkowski auf die Suche nach gesicherten Erkenntnissen zu Empfehlungen zur Fettzufuhr gemacht, um die Unsicherheit, welche mittlerweile bei vielen Ernährungsfachkräften herrscht, zu minimieren.

Die Ernährungsempfehlungen der DGE, die für die gesunde Allgemeinbevölkerung gelten, werden immer wieder kritisch diskutiert. Laut DGE soll der tägliche Energiebedarf gedeckt werden durch 30-35% Fett, mindes­tens 50% Kohlenhydrate und 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht. So gilt in der Praxis eine Proteinzufuhr von 15% der zugeführten Energie (En%) als akzeptabel. Die mit der Nahrung aufgenommene Energie soll dabei insgesamt dem Bedarf entsprechen. Für Fett und Kohlenhydrate lässt sich kein durchschnittlicher Bedarf ermitteln. Dementsprechend gibt die DGE für beide Makronährstoffe lediglich Richtwerte als Orientierungshilfen an. Ziel der begrenzten Fettaufnahme ist eine geringere Energiezufuhr und -dichte, um das Risiko für Adipositas zu reduzieren. Zudem hält diese Beschränkung die Zufuhr gesättigter Fettsäuren in Grenzen und sorgt für eine ausreichend hohe Zufuhr pflanzlicher Lebensmittel. Seit etlichen Jahren wird jedoch der hohe Kohlenhydrat­anteil moniert und eine Erhöhung der Fettzufuhr gefordert.

Die DGE empfiehlt eine Begrenzung der Zufuhr von gesättigten Fettsäuren für Gesunde auf unter 10 En%; die European Society of Cardiology und die European Atherosclerosis Society empfehlen bei Hypercholesterolämie sogar eine Begrenzung auf unter 7 En%. Seit etlichen Jahren streiten sich wissenschaftliche Gruppierungen über die Bedeutung der gesättigten Fette für die kardiovaskuläre Gesundheit.

Auch die Bedeutung von Nahrungscholesterol und Eierverzehr für die Gesundheit wird lebhaft diskutiert. Nachdem Nahrungscholesterol und Eier aufgrund fehlender Assoziationen in Meta-Analysen für viele Jahre quasi freigesprochen worden sind, haben Studien der letzten Zeit die Diskussion erneut befeuert.

Die Evidenz, also der wissenschaftlich gesicherte Nachweis für die aktuellen Empfehlungen zu Nährstoffrelationen, Nahrungscholesterol und Eiern sowie gesättigten Fetten, ist wenig befriedigend. Die in einigen Studien gezeigte Dosisabhängigkeit der Effekte spricht jedoch eher für einen Einfluss dieser Faktoren auf die Gesundheit. Ferner sind einzelne Studien, in denen kein Zusammenhang zwischen diesen Ernährungsfaktoren und Erkrankungen oder Sterblichkeit beobachtet wurde, kein Beleg für einen fehlenden Zusammenhang. Unabhängig davon ist zu konstatieren, dass weitere und bessere Studien notwendig sind, um die Empfehlungen der Fachgesellschaften wissenschaftlich noch sicherer zu untermauern. Aber auch wenn wir uns eine validere Evidenz wünschen, wir können nur das Beste aus den vorhandenen Daten machen. Angesichts möglicher gesundheitlicher Gefahren sollte zur Sicherheit besser weiterhin Vorsicht walten. Für Ernährung gilt eben nicht „im Zweifel für den Angeklagten“.

Den gesamten Artikel mit den zur Untersuchung herangezogenen Studien, finden Sie im Link.

30.08.2021

Quelle: UGB, 09.08.2021

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Ernährungsinfos im Internet fehlerhaft

Im August-Newsletter des UGB wird eine Untersuchung über Ernährungsinformationen im Internet gezeigt.

Im Internet sind unzählige Ernährungsinformationen zu finden. Ihre Qualität unterscheidet sich allerdings gravierend, was für die Nutzer aber kaum ersichtlich ist. Eine australische Forschergruppe wollte wissen, wie die Teilnehmer eines Online-Lernkurses zum Thema Ernährung nach Informationen suchen. Dabei beobachteten sie, dass deutlich mehr als die Hälfte der Informationen aus dem Internet stammten. Von den genutzten Webseiten hatte etwas mehr als ein Drittel keine Qualifikation im Bereich Ernährung, bei 19 Prozent gab es keine Information zu den Autoren und nur 5 Prozent der genutzten Webseiten wurden von Ernährungsfachkräften betrieben. Die Lernenden tauschten zudem unabhängig von der Qualität ihre Quellen untereinander aus, diskutierten das vermeintliche Wissen und brachten es sich gegenseitig bei. Das Fazit der Wissenschaftler: Ernährungsfachkräfte brauchen optimale Online-Auftritte, um eine bevorzugte Informationsquelle für Verbraucher zu werden. Dabei müssen sie die vernetzte Wissensvermittlung unter den Nutzern sowie die Vielfalt an leicht verfügbaren Informationsquellen berücksichtigen, um ihre Online-Präsenz optimal zu gestalten. Laut der Forscher ist dies der Schlüssel, um Fehlinformation der Öffentlichkeit zu vermeiden und Fachwissens im digitalen Zeitalter zu fördern.

30.08.2021

Quelle: Pubmed, 09.08.2021

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Hyposensibilisierung gegen Nahrungsmittelallergien zukünftig per Pflaster?

Anfang August berichtete DEBInetr neuste Forschungen der Universität North Carolina zur Behandlung von Nahrungsmittelallergien.

Unter den Nahrungsmittelallergien ist die Erdnussallergie besonders gefürchtet. Denn bereits der Kontakt zu Spuren von Erdnüssen kann bei Erdnussallergikern heftige Reaktionen bis hin zum lebensbedrohenden anaphylaktischen Schock auslösen. Allergien sind zwar nicht heilbar, allerdings können Hyposensibilisierungen helfen, die Überreaktionen des Immunsystems einzudämmen. Bei dieser Langzeittherapie erhalten Menschen mit Allergien wiederholt sehr gering dosierte Allergen-Gaben. Dies soll zu einer Gewöhnung an das Allergen führen. Nach einer erfolgreich verlaufenden Hyposensibilisierung gegenüber Erdnussprotein toleriert der Körper ein, zwei Erdnüsse ohne gefährliche allergische Reaktion. Ein normaler Erdnussverzehr ist allerdings trotz Hyposensibilisierung nicht möglich. Hinzu kommt, dass Allergiker ihr Immunsystem möglicherweise lebenslang trainieren müssen, um den Hyposensibilisierungserfolg aufrechtzuerhalten.

Die Hyposensibilisierung gilt als sehr aussichtsreich bei Erdnussallergikern. Jedoch birgt jeder Hyposensibilisierungsschritt dieselben Risiken wie ein Verzehr von Erdnüssen. Denn die verabreichten Allergene gelangen dabei in den gesamten Organismus (systemische Wirkung). Daher forschen Wissenschaftler der Universität North Carolina an einer Methode, mit der eine vergleichbare Wirksamkeit, jedoch ohne systemische Nebenwirkungen, erzielt werden kann. Sie entwickelten ein mit Mikronadeln versehenes Pflaster, über welches das Allergen (in der Studie wurde Erdnusseiweiß verwendet) in die oberste Hautschicht aufgebracht wird. Auf diese Weise konnte im Tierversuch an Mäusen innerhalb von drei Wochen eine immunologische Toleranz erzielt werden.

Das Fazit der Untersuchungen: Mit Erdnussproteinen beladene Microneedle-Pflaster waren in der Lage, bei Mäusen mit niedrigen Dosen von Erdnussprotein robuste immunologische Reaktionen zu induzieren. Im Gegensatz zur subkutanen Injektion von Erdnussproteinen führte die Verabreichung von Erdnussproteinen über Mikronadeln zu fast nicht nachweisbaren Allergenkonzentrationen im systemischen Kreislauf. Diese Ergebnisse zeigen, dass dieser neuartige, auf Mikronadeln basierende Ansatz das Potenzial hat, eine positive Immunantwort hervorzurufen, die möglicherweise nicht zu schweren systemischen allergischen Reaktionen führt. Wenn sich dieses Profil auf den Menschen übertragen lässt, könnte dies ein Ansatz sein, der eine sichere und bequeme Möglichkeit bietet, Menschen gegen eine Erdnuss- oder andere Nahrungsmittelallergien zu desensibilisieren.

Es gab bereits Probanden, die den Tragekomfort des Pflasters (ohne Wirkstoff) getestet haben. Sie beschrieben die Methode als “relativ schmerzfrei”. Das Forscherteam befasst sich nun mit der Aufklärung der zugrunde liegenden Mechanismen. Außerdem werden vorklinische Sicherheitsstudien durchgeführt. Sie bilden die Voraussetzung dafür, die Wirksamkeit des Pflasters später an Menschen testen zu können. Zukünftig, so die Vision der Wissenschaftler, könnte das Pflaster für die Hyposensibilisierung bei Erdnuss- und anderen Nahrungsmittelallergien wie Ei-, Milch-, Nuss-, und Schalentierallergien eingesetzt werden.

30.08.2021

Quelle: DEBInet, 06.08.2021

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Wie häufiger Fleischverzehr Darmkrebs auslösen könnte

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft seit 2015 verarbeitetes Fleisch, sprich Wurst­waren, als krebserregend und rotes Fleisch als wahrscheinlich krebser­regend für den Menschen ein. Die Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) begründete dies mit epidemiologischen Daten (Menschen mit hohem Fleischkonsum erkranken häufiger an Krebs) und tierexperimentellen Studien (Füttern mit Fleisch kann Krebs auslösen). Die Erkenntnisse zu dem genauen Pathomechanismus waren begrenzt. Inzwischen sind mit der Gensequenzierung genauere Einblicke möglich. Die neusten Untersuchung stellt das Deutsche Ärzteblatt am 04.08.2021 vor.

Ein Team des Cancer Institute in Boston hat das Exom (die Abschnitte des Erbguts, die die Baupläne für Proteine enthalten) von 900 Patienten analysiert, die an Darmkrebs erkrankt waren. Die Exomanalyse wurde einmal im Tumor und zum anderen in der normalen Schleimhaut durchgeführt. Dahinter stand die Idee, dass Veränderungen in beiden Gewebeproben eher auf einen Auslöser hinwei­sen. Wenn die Veränderungen nur im Tumor auftreten, könnten sie auch Folge des genetischen Chaos sein, zu dem es bei einem Krebswachstum kommt. Die Patienten waren zuvor als Teilnehmer der beiden Nurses’ Health Studies oder der Health Professio­nals Follow-Up Study alle 2 Jahre nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt worden. Die Forscher konnten deshalb ihre Ergebnisse mit dem früheren Fleischkonsum der Patienten in Verbindung bringen.

Die Forscher entdeckten in den Gewebeproben 7 verschiedene Muster von Mutationen, die sie als Signa­tur bezeichnen. Eine Signatur war durch Mutationen gekennzeichnet, die auch nach dem Einsatz von alkylierenden Zytostatika beobachtet werden. Diese Krebsmedikamente führen zur Bildung von Alkylgruppen in der DNA, was in höherer Dosis die Krebszellen zerstört. Bei niedriger Dosierung können alkylierende Substanzen jedoch auch Krebs auslösen. Ein Vergleich mit den früheren Ernährungsgewohnheiten ergab, dass die alkylierende Signatur häufiger bei Darmkrebspatienten auftrat, die in der Vergangenheit gerne und häufig Fleisch und Wurstwaren verzehrt hatten. Für die anderen sechs Signaturen war kein Zusammenhang mit der früheren Ernährung nachweisbar.

Es ist deshalb möglich, dass Substanzen im verzehrten Fleisch eine alkylierende Wirkung haben. Ein weiteres Indiz ist, dass die alkylierende Signatur vor allem im distalen Dickdarm gefunden wurde. Hier treten auch die meisten Darmkrebserkrankungen auf, die mit der Ernährung in Verbindung gebracht werden. Weitere Analysen ergaben, dass die alkylierenden Substanzen die Gene KRAS und PIK3CA angreifen. Bei den Patienten mit der alkylierenden Signatur wurden häufiger die Treibermutationen KRAS G12D, KRAS G13D oder PIK3CA E545K gefunden, die bekannte Auslöser von Darmkrebs sind. Schließlich fanden die Forscher heraus, dass Patienten, deren Tumore die höchsten Alkylierungsschäden aufwiesen, ein um 47 % höheres Risiko auf einen Krebstod hatten.

Homeoffice führt zu gesünderer Lebensmittelauswahl

Dieses Ergebnis zeigt eine Onlinebefragung des Kochgeschirrherstellers Olav, welche von Der Standard am 31.07.2021 veröffentlicht wurde. Die Befragung fand unter mehr als 700 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz statt.

Nur 14 Prozent der Teilnehmenden denken, dass sich ihre Essgewohnheiten verschlechtert haben. Insgesamt gaben knapp 60 Prozent an, zu Hause öfter frisch zu Mittag zu kochen. Das trifft vor allem auf Personen zwischen 30 und 39 Jahren zu, die mit Kindern in einem Haushalt leben. 42 Prozent dieser Gruppe kochen nun täglich zu dieser Zeit. Bei Personen zwischen 50 und 59 Jahren kochen etwas mehr als ein Drittel öfter frisch, die Hälfte davon lebt in einer Partnerschaft. Je jünger die Befragten, desto unterschiedlicher sind die Ergebnisse. Im Vergleich geben nur zehn Prozent der 25- bis 29-Jährigen an, länger Mittagspause zu machen und frisch zu kochen.

Jede und jeder Zweite isst im Büro pünktlich zwischen 11 und 13 Uhr, dies hat sich im Homeoffice deutlich verändert. Mehr als ein Drittel essen immer zu unterschiedlichen Zeiten und haben keine geregelte Mittagspause mehr. Die durchschnittliche Mittagspause dauert sowohl im Büro als auch im Homeoffice zwischen 30 und 60 Minuten. Allerdings verlängert jede und jeder Zehnte die Pause auf bis zu 90 Minuten. Die Essgewohnheiten in der Mittagspause werden in den eigenen vier Wänden zwar gesünder, allerdings geben auch mehr als ein Drittel der Befragten an, mehr zu essen als im Büro. Jede und jeder Zweite empfindet die Nähe zu Küche und Kühlschrank als unvorteilhaft, weil dann öfter zwischendurch gegessen werde. Knapp ein Fünftel lenkt sich mit Snacks von der Arbeit ab. Das betrifft besonders Personen ab 30 Jahren (81 Prozent), sie essen laut der Umfrage wesentlich mehr im Homeoffice. Auch zwischen den Geschlechtern zeigen sich deutliche Unterschiede: Doppelt so viele Frauen (67 Prozent) wie Männer (33 Prozent) gaben an, beim Arbeiten in den eigenen vier Wänden mehr zu essen, um sich von Stress und Müdigkeit abzulenken.

04.08.2021

Quelle: Der Standard, 31.07.2021

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Mikroben als nachhaltige Proteinquelle

Wie Naturheilpraxisnet am 31.07.2021 berichtete, scheinen Forscher eine nachhaltige Proteinquelle in Mikroorganismen gefunden zu haben. Mikroorganismen spielen bereits seit Jahrtausenden eine wichtige Rolle bei der Herstellung bestimmter Lebensmittel und Getränke. Milchprodukte wie Joghurt und Käse, fermentierte Nahrungsmittelmittel wie Sauerkraut, Hefeprodukte wie Sauerteig oder viele alkoholische Getränke wie beispielsweise Bier wären ohne die Hilfe von Mikroben gar nicht herstellbar. In Zukunft könnten Mikroorganismen sogar noch wichtiger werden.

Eine internationale Arbeitsgruppe mit Beteiligung der Georg-August-Universität Göttingen stellt ein neues und nachhaltiges Ernährungskonzept für die Gewinnung von Protein vor: Solarzellen könnten dafür genutzt werden, um aus Mikroorganismen eine proteinreiche Biomasse zu erzeugen. Der Anbau der Mikroben sei nachhaltiger, effizienter und umweltfreundlicher als der Anbau konventioneller Pflanzen. Das daraus gewonnene Eiweißpulver eigne sich sowohl für die menschliche Ernährung als auch für die Tierzucht. Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich in dem renommierten Fachjournal „PNAS“ vorgestellt.

Bereits heute zeichnet sich eine ständig zunehmende Problematik in der Ernährung der Weltbevölkerung ab. Während die Nachfrage nach tierischen Produkten weltweit wächst, stellt die Produktion eine enorme Belastung für die Umwelt dar. Zudem werden viele Tiere unter unwürdigen Bedingungen gehalten, um die Preise niedrig zu halten. Das Konzept der derzeitigen konventionellen Landwirtschaft stößt an seine Grenzen oder hat diese bereits überschritten. Bereits bis zu 40 Prozent der Landfläche der Erde werden für die Landwirtschaft genutzt. Dennoch ist jeder zehnte Mensch unterernährt. Es bedarf neuer Konzepte, mit denen in Zukunft die Menschheit ernährt werden kann. In Computersimulationen haben die Forschenden bereits die Effektivität von großen Erzeugungsanlagen berechnet. Dabei zeigte sich, dass durch Sonnenlicht aktivierte Mikroben für jedes produzierte Kilo Protein lediglich zehn Prozent der Landfläche benötigen, wie die derzeit effizienteste Pflanzenkultur – die Sojabohne – benötigt. Gleichzeitig könne der Wasser- und Düngemitteleinsatz erheblich reduziert werden. Die Produktion sei an vielen Orten der Welt einsetzbar, sogar in nördlichen Regionen mit wenig Sonnenlicht. Besonders interessant könnte die Produktion an Orten sein, die gar nicht für die Landwirtschaft geeignet sind, wie zum Beispiel in Wüsten. Denn dank der Sonne als Hauptenergielieferant sind keine fruchtbaren Böden für die Produktion erforderlich.

Das Eiweißpulver könnte an Nutztiere verfüttert werden, um deren Aufzucht ökologischer zu machen, aber auch für den Menschen könnte das Produkt zu einer wertvollen Nahrungsergänzung werden, da es eine hochwertige Eiweißquelle darstellt, die alle essenziellen Aminosäuren sowie Vitamine und Mineralien enthält.

04.08.2021

Quelle: Naturheilpraxisnet, 31.07.2021

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Intervallfasten führt zur geringerem Fettabbau

Ein Alternate-Day-Fasting, bei dem auf jeden Fastentag ein Schlemmertag mit einer um 50 % oder 100 % gesteigerten Kalorienzufuhr folgt, hat in einer randomisierten Studie aus Bath (England) bei gesunden normalgewichtigen Erwachsenen die gewünschte Wirkung nicht erreicht, berichtet das Deutsche Ärzteblatt am 28.07.2021.

Das Intervallfasten gehört zu den Modediäten, bei denen die Zahl der Ratgeber größer ist als die zugrun­de liegende wissenschaftliche Evidenz. Die Abwechslung von Fastentagen und Tagen einer unein­geschränkten und oft gesteigerten Kalorienzufuhr trägt sicherlich zur Attraktivität der Diät bei, zumal die Betroffenen nicht dauerhaft ihre Gewohnheiten ändern müssen. Im Gegenteil: Die gesteigerte Kalorien­zufuhr an den diätfreien Tagen verspricht sogar einen Gewinn an kulinarischer Lebensqualität. Die Idee beruht vor allem auf tierexperimentellen Studienergebnissen an Mäusen, deren Übertragbarkeit auf den Menschen beschränkt ist, da sich Maus und Mensch in ihrem Stoffwechsel und ihrer Nahrungs­aufnahme (und auch in anderen Eigenschaften) deutlich unterscheiden. Klinische Studien wurden bisher kaum durchgeführt.

Ein Team von der Universität Bath hat jetzt die Auswirkungen des Alternate-Day-Fasting auf den Stoffwechsel und die Körperzusammensetzung von gesunden jungen normalgewichtigen Er­wach­­senen untersucht. Die 36 Teilnehmer wurden nach einer genauen Untersuchung ihres Stoffwechsels per Los auf 3 Gruppen verteilt. Die 1. Gruppe wurde gebeten, für 4 Wochen jeden 2. Tag über 24 Stunden keine Nahrung zu sich zu nehmen. An den dazwischen liegenden Tagen durften sie ihre Kalorienzufuhr um 50 % steigern (0:150). Der Wechsel erfolgte jeweils um 15 Uhr. Die 2. Gruppe führte eine konventionelle Restriktionsdiät durch, bei der die Kalorienmenge an allen Tagen ohne Unterbrechung um 25 % gesenkt wurde (75:75). Die Gesamtzufuhr war die gleiche wie in der 1. Gruppe. Die 3. Gruppe führte ein Alternate-Day-Fasting ohne Kalorieneinschränkung durch. Die Teilnehmer durften an den fastenfreien Tagen das Doppelte der normalen Kalorien zu sich nehmen (0:200).

Nach 4 Wochen stellte sich heraus, dass die Zufuhr der Kalorien das Körpergewicht bestimmte. In der 3. Gruppe (0:200), die ihre Kalorienzufuhr insgesamt nicht gesenkt hatte, war es zwar zu einer leichten Gewichtsreduktion um durchschnittlich 0,52 kg gekommen, die jedoch nicht signifikant war. Das Intervallfasten mit Einschränkung der Gesamtkalorien (0:150) senkte das Körpergewicht signifikant um durchschnittlich 1,60 kg. Am stärksten abgenommen hatte die Gruppe mit der kontinuierlichen Kalorienrestriktion (75:75). Hier war das Körpergewicht um durchschnittlich 1,91 kg gesunken. In dieser Gruppe war es auch zu einem stärkeren Rückgang des Hüftumfangs um 2,4 cm gekommen. Die Intervallfaster der Gruppe 0:150 waren um 1,7 cm schlanker geworden. Das Intervallfasten ohne Kalorienzufuhr (0:200) erwies sich auch hier als erfolglos. Den deutlichsten Unterschied gab es im Fettanteil des Körpers, der mit der „Dual-Enerxy X-ray Absorptiometry“ (DEXA) bestimmt worden war. Hier kam es unter der kontinuierlichen Kalorienrestriktion (75:75) zu einem Rückgang um 1,81 %. Bei den Intervallfastern der Gruppen 0:150 und 0:200 kam es zu keiner signifikanten Abnahme. Die leichte Gewichtsreduktion durch das Intervallfasten ist laut der Forscher vor allem auf den Rückgang der Muskelmasse zurückzuführen, was bei Diäten nicht der gewünschte Effekt ist. Auch in den Laborparametern kam es nur bei der Restriktionsdiät zu einer signifikanten Reduktion des Gesamtcholesterins (-0,28 mmmol/l) und des LDL-Cholesterins (-0,24 mmmol/l). Ein Rückgang beim Leptin (-3,8 µg/l) und beim Adiponectin (0,7 mg/l) zeigt, dass nur diese Diät hormonelle Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel hat. Bei den Triglyzeriden und im Glukosestoffwechsel wurden keine Veränderungen gefunden.

Die geringere Gewichtsabnahme trotz gleicher Kalorienzufuhr beim Intervallfasten 0:150 führte das Team übrigens auf eine verminderte körperliche Aktivität zurück, die die Thermogenese im Fettgewebe ver­min­derte. Wer mit dem Intervallfasten 0:150 abnehmen wolle, sollte deshalb auf ausreichende Bewe­gung achten, raten die Forscher. Ein Intervallfasten 0:200, das die Gesamtkalorienzufuhr gar nicht einschränkt, ist laut der Studie ein Selbstbetrug. Es könnte sogar gefährlich sein. In der Studie kam es bereits nach 4 Wochen zu einer signi­fi­kanten Senkung der Knochenmineraldichte (-0,01 g/cm3). Ob dies auf ein langfristiges Risiko hinweist, lässt sich noch nicht beurteilen. Eine wesentliche Ein­schrän­kung der Studie ist, dass sie an gesunden normalgewichtigen Menschen durchgeführt wurde und auf 4 Wochen beschränkt war. Die langfristigen Auswirkungen auf ältere adipöse Patienten sind wissen­schaftlich nicht untersucht.

29.07.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 28.07.2021

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Ultraverarbeitete Nahrungsmittel fördern Adipositas­entwicklung bei Kindern

Das Deutsche Ärzteblatt veröffentlichte am 27.07.2021 neue Ergebnisse einer prospektiven Be­obachtungsstudie aus England in JAMA Pediatrics. Diese zeigt, je mehr sich Kinder von ultraverarbeiteten Nahrungsmitteln aus dem Supermarkt ernähren, desto dicker sind sie im jungen Erwachsenenalter.

Als ultraverarbeitet werden Nahrungsmittel bezeichnet, deren Zusammensetzung für den Verbraucher kaum noch erkennbar ist. Die Zutaten stammen aus einer hochindustrialisierten Landwirtschaft und Viehzucht, die auf maximale Erträge ausgerichtet ist. Die pflanzlichen und tierischen Bestandteile werden zerkleinert und dann chemischen Modifikationen unterzogen, um die Haltbarkeit zu verlängern. Die gewünschte Konsistenz wird mit Emulgatoren erreicht. Der Geschmack wird durch viel Salz und Vorfrittieren sowie künstlichen Aromen erzeugt, die sich hinter zahlreichen E-Nummern der Zutatenliste verbergen. Den Fertigprodukten werden häufig Einmalzucker zugefügt, da die Kombination aus süß und fettig zu einer vermehrten Nahrungsaufnahme verleitet. Getränke enthalten viel Fruchtzucker, der sich günstig aus Maissirup herstellen lässt.

Das Problem ist, dass ultraverarbeiteten Nahrungsmittel häufig schnell verzehrt werden. Sie enthalten hohe Kalorien­men­gen, die den Energiebedarf decken, bevor die Sättigung eintritt. Kinder sind für ultraverarbeitete Nah­rungsmittel besonders empfänglich. In den USA und Großbritannien ist der Anteil der ultraver­arbeiteten Nahrungsmittel an der Ernährung von Kindern zuletzt auf 65,4 % und 66,2 % gestiegen.

Unter den Teilnehmern der „Avon Longitudinal Study of Parents and Children“ (ALSPAC) war der Anteil der ultraverarbeiteten Nahrungsmittel zu Beginn der Studie noch geringer. Die Studie begleitet seit Ende der 1990er-Jahre eine Kohorte von Kindern seit der Schwangerschaft ihrer Mütter. Im Alter von 7 Jahren hatten die Mütter die Ernährung ihrer Kinder über 3 Tage protokolliert. Nach den Berechnungen von Kiara Chang vom Imperial College London und Mitarbeitern lag der Anteil der ultraverarbeiteten Nahrungsmittel im unteren Quintil bei 23,2 % und stieg im oberen Quintil auf 67,8 % an. Die Forscher haben den Anteil der ultraverarbeiteten Nahrungsmittel mit dem Körpergewicht bis zum Alter von 24 Jahren in Beziehung gesetzt. Es zeigte sich, dass die Ernährung im Alter von 7 Jahren die spätere Gewichtsentwicklung vorzeichnete. Das Quintil mit dem höchsten Verzehr von ultraverarbeiteten Nahrungsmitteln hatte im Alter von 24 Jahren einen im Durchschnitt um 1,18 kg/m2 höheren Body-Mass-Index (BMI), einen um 1,53 % höheren Körperfettanteil, ein um 3,66 kg höheres Gewicht und einen um 3,1 cm größeren Taillenumfang.

Die vermehrte Zufuhr von ultraverarbeiteten Nahrungsmitteln könnte nach den Ergebnissen eine wichtige Ursache für die Zunahme der Adipositas bei Kindern und Erwachsenen sein. Laut der britischen Statistikbehörde sind mittlerweile 14,1 % der Kinder im Alter von 10 bis 11 Jahren übergewichtig und weitere 21,0 % adipös. Im Alter von 25 bis 34 Jahren betragen die Anteile 35 % und 23 %. Sie nehmen im Verlauf des Lebens weiter zu. Ernährungswissenschaftler führen dies auf die Prägung der Essgewohnheiten zurück, die im Kindesalter erfolgt und sich später nur schwer ändern lässt.

29.07.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 27.07.2021

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Deutsche Ernährungsgewohnheiten und ihr ökologischer Fußabdruck

DEBInet zeigte am 20.07.2021 mit Hilfe einer WWF-Studie: Würden die Deutschen sich nach den Prinzipien der Planetary Health Diet ernähren, könnten jährlich 56 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden und auch der Flächenbedarf zur Erzeugung von Lebensmitteln würde deutlich sinken. Der WWF (World Wide Fund For Nature) hat in Kooperation mit der corsus (corporate sustainability GmbH) untersucht, wie sich unsere derzeitige Ernährung auf die Umwelt und das Klima auswirkt. Und was wäre, wenn wir uns zukünftig flexitarisch mit maximal 470 Gramm Fleisch pro Woche, vegetarisch oder vegan ernähren würden.

Als Grundlage verwendeten die Wissenschaftler den durchschnittlichen Warenkorb der deutschen Bevölkerung zwischen 2015 und 2018. Sie bestimmten die für die derzeitigen bundesdeutschen Ernährungsgewohnheiten benötigte Landfläche weltweit und bei der Produktion entstehende Treibhausgasemissionen. Außerdem verglichen sie den Status quo mit verschiedenen, von der EAT-Lancet Kommission empfohlenen, umweltverträglichen Ernährungsweisen. Laut den Berechnungen der Forscher ist eine Fläche von 16,6 Millionen Hektar notwendig, um den derzeitigen Bedarf an Nahrungsmitteln in Deutschland zu decken. Der Großteil davon (12,4 Millionen Hektar) wird für die Erzeugung von tierischen Lebensmitteln gebraucht. Der Anbau pflanzlicher Lebensmittel benötigt dagegen lediglich ein Viertel der Gesamtfläche (4,2 Millionen Hektar).

Würde sich der durchschnittliche Bundesbürger flexitarisch ernähren und auf die Hälfte seines Fleischkonsums verzichten, hätte dies günstige Folgen auf den Flächenbedarf und für das Klima. Der Flächenverbrauch für die Lebensmittelproduktion wäre um fast drei Millionen Hektar beziehungsweise 18 Prozent geringer. Zugleich würden die ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen um 27 Prozent sinken (von 210 Millionen Tonnen auf 154 Millionen Tonnen). Mit einer vegetarischen oder veganen Ernährungsweise ließen sich weitere Einsparungen erzielen. Allerdings unterscheiden sich die Effekte beider Ernährungsweisen kaum in Bezug auf den Flächenbedarf. Bei vegetarischer Ernährung würde 46 Prozent weniger Fläche, bei veganer Ernährung 50 Prozent weniger Fläche benötigt als bei der bislang üblichen Ernährung. Die Treibhausgasemissionen würden bei vegetarischer Ernährung um 47 Prozent, bei veganer Ernährung um 48 Prozent sinken.

“Die jetzige Bundesregierung hat die Verantwortung für die ökologische Ernährungswende auf den Schultern der Verbraucherinnen und Verbraucher abgeladen und lässt sie damit allein. Dabei müssen wir unser Ernährungssystem dringend anpassen, um die Pariser Klimaziele erreichen und den Verlust der Biodiversität noch aufhalten zu können” mahnt Tanja Dräger de Teran, Referentin für Ernährung und Landwirtschaft beim WWF Deutschland. “Deutschland ist Mitverursacher der globalen Ernährungskrise. Wer Regierungsverantwortung übernehmen will, braucht ein ernährungspolitisches Gesamtkonzept, um Teil der Lösung zu werden.” In den Augen des WWF sollte die kommende Regierung eine ressortübergreifende Ernährungsstrategie verabschieden, deren Maßstab die ökologischen Grenzen der Erde sind. Konkret fordert der WWF definierte Klimaziele für das Ernährungssystem, die Einführung einer Lenkungssteuer für tierische Lebensmittel und verbindliche Mindestkriterien für die Verpflegung in öffentlichen Einrichtungen, beispielsweise Schulen. “Künftig muss die einfache Wahl auch immer die gesunde und nachhaltige sein”, fordert Dräger de Teran.

27.07.2021

Quelle: DEBInet, 20.07.2021

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Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft: Fettreicher Meeresfisch und seine Alternativen

Schwangere sollten wöchentlich Fisch verzehren – eine Empfehlung, die die meisten Schwangeren bekommen. Insbesondere fettreicher Meeresfisch liefert wertvolle Omega-3-Fettsäuren, wie bspw. Docosahexaensäure (DHA), die für eine normale Entwicklung des Kindes wichtig ist. Doch was ist, wenn aus persönlichen, ethischen oder ökologischen Gründen kein Fisch verzehrt wird? Welche Alternativen es gibt und worauf Schwangere dabei achten sollten, hat das „Netzwerk Gesund ins Leben“, welches nationale Handlungsempfehlungen zu Ernährung und Lebensstil vor und während der Schwangerschaft herausgibt, zusammengestell, berichtet die Ernährungsumschau am 21.07.2021.

DHA ist eine langkettige Omega-3-Fettsäure, die der menschliche Körper nur begrenzt aus Vorstufen selbst bilden kann. Das ungeborene Kind benötigt ausreichend DHA, damit sich Funktionen des Gehirns, wie Denkvermögen, sowie die Sehkraft gut entwickeln können. Im Mutterleib bekommt das Ungeborene den Nährstoff über die Plazenta zugeführt; Neugeborene werden über die Muttermilch oder Säuglingsnahrung mit DHA versorgt. Eine ausreichende DHA-Versorgung der (werdenden) Mutter ist daher mitentscheidend für die Gesundheit und eine gute Entwicklung des Kindes.

Die DGE empfiehlt Schwangeren und Stillenden im Durchschnitt täglich mindestens 200 mg DHA pro Tag aufzunehmen. Daher lautet die Empfehlung ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche, davon am besten fettreicher Fisch wie Lachs, Makrele oder Hering. Wichtig für den Verzehr von Fisch während der Schwangerschaft ist es, den Fisch immer gut durchzuerhitzen und sofort zu verzehren. Dies beugt Lebensmittelinfektionen vor.

Wer aus persönlichen oder ökologischen Gründen keinen Fisch isst, kann seine Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren gezielt über Nahrungsergänzungsmittel sicherstellen. So können Schwangere und Stillende ihre DHA-Versorgung durch DHA-angereicherte Lebensmittel oder geeignete Supplemente gewährleisten. Beispielsweise ist eine ergänzende Zufuhr über DHA-angereicherte Pflanzenöle möglich. Vor allem für Vegetarierinnen ist es wichtig zu wissen, dass DHA oft aus Fischöl gewonnen wird, es aber auch aus Mikroalgenöl hergestellt werden kann. Die Produktkennzeichnung schafft hier in der Regel Klarheit. Oft wird direkt auf der Verpackung mit „vegan“ oder „rein pflanzlich“ geworben Tragen die Nahrungsergänzungsmittel bzw. Lebensmittelprodukte in der Bezeichnung den Begriff DHA, muss der genaue DHA-Gehalt in der Nährwerttabelle ausgewiesen sein. Steht bspw. bei Ölen oder Margarinen „angereichert mit DHA“ oder „DHA-Öl“ auf der Packung, muss auf dem Etikett der DHA-Gehalt stehen. Bei Produkten, die als „Fischöl-“ oder „Omega-3-Kapseln“ bezeichnet sind, ist die DHA-Angabe hingegen freiwillig. Daher wird auf diesen oft nur der Gesamtgehalt an Omega-3-Fettsäuren, nicht aber der DHA-Gehalt, angegeben.

21.07.2021

Quelle: Ernährungsumschau, 21.07.2021

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Neuer Wirkstoff gegen Zöliakie

Ein neuartiges Mittel gegen die Zöliakie hat sich in einer Phase-IIa-Studie als wirksam erwiesen, berichten Scinexx und Deutsches Ärzteblatt am 14.07.2021.

Die Zöliakie ist eine der häufigsten entzündlichen Erkrankungen des Dünndarms, weltweit sind rund 1% der Bevölkerung von dieser Autoimmunerkrankung betroffen. Sie löst eine überschießende Entzündungsreaktion bei Verzehr des in vielen Getreiden enthaltenen Klebereiweißes Gluten aus. Die unmittelbare Folge sind Durchfälle, Erbrechen und Gewichtsverlust, auf Dauer können schwerwiegende Mangelerscheinungen, Unfruchtbarkeit und Krebs entstehen. Bisher gibt es weder ein Heilmittel noch eine wirksame Behandlung der Zöliakie. Betroffene müssen daher lebenslang eine glutenfreie Diät einhalten.

Jetzt gibt es einen weiteren Therapieansatz eines Forschungsteams der Universitätsmedizin. Dieses hat einen Wirkstoff entwickelt, der an einem entscheidenden Abbauprozess des Glutens ansetzt. Das Gluten wird im Dünndarm teilweise zerlegt und von der Schleimhaut aufgenommen. Bei Zöliakie-Patienten sorgt eine Überaktivität des Enzyms Transglutaminase-2 dafür, dass die Gluten-Bruchstücke dort in eine immunaktivierende und entzündungsfördernde Form umgewandelt werden. Der jetzt getestete Wirkstoff ZED1227 verhindert diesen letzten Schritt, indem er die Transglutaminase-2 hemmt.

Wie effektiv sich mit diesem Hemmstoff die Zöliakie behandeln lässt, hat das Team in einer Phase-IIa-Studie mit 160 Patienten in sieben europäischen Ländern getestet. Die Teilnehmer erhielten täglich eine Tablette mit 10, 50 oder 100 Milligramm ZED1227 oder aber ein wirkstofffreies Placebo. Um die Wirksamkeit des Mittels auch bei Glutenbelastung zu testen, nahmen die Testpersonen freiwillig täglich eine standardisierte Menge Gluten zu sich. Während der sechswöchigen Studiendauer wurde regelmäßig ihr Befinden abgefragt, außerdem prüften die Wissenschaftler den Zustand der Darmzotten und ihre Tiefe mittels Endoskopien.

Das Ergebnis: Die Patienten, die den Hemmstoff ZED1227 erhalten hatten, litten trotz der Glutenaufnahme weniger unter den typischen Zöliakiesymptomen. Parallel dazu besserte sich auch die Entzündung der Darmschleimhaut, die Zahl der Lymphozyten in der Dünndarmwand nahm ab und die Darmzotten erholten sich: Ihre Höhe nahm gegenüber der Placebogabe im Schnitt um 44% zu, wie das Forschungsteam berichtet. Je höher die Dosis, desto ausgeprägter war dabei der Effekt. Damit sei ZED1227 das erste Zöliakie-Medikament, für das eine klinische Wirksamkeit belegt werden konnte.

Aufgrund der vielversprechenden Ergebnisse der Phase-IIa-Studie ist ab Herbst 2021 eine größere Phase-2b-Folgestudie geplant. Sie soll auch Zöliakie-Patienten umfassen, die nicht auf die glutenfreie Diät ansprechen und daher besonders belastet sind.

20.07.2021

Quelle: Scinexx, 14.07.2021

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Forschungsgruppe untersucht Nahrungsmittel­unverträglichkeiten

Das Deutsche Ärzteblatt veröffentlichte am 14.07.2021 die Neugründung einer interdisziplinären Gruppe aus Forschern der Universität zu Lübeck, der Universität Hohenheim und dem Forschungszentrum Borstel, Leibniz-Lungenzentrum, um neue Ansätze gegen Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu finden. Gerade die Unterscheidung von Nahrungsmittelintoleranz und Nahrungsmittelallergie in Abgrenzung zum soge­nannten Reizdarmsyndrom bereitet im Alltag große Schwierigkeiten und entsprechend ungenau und damit ineffektiv seien die derzeitig verfügbaren diagnostischen und thera­peutischen Ansätze, obwohl inzwischen etwa ein Drittel der europäischen Bevölkerung über Nahrungs­mit­tel­unverträglichkeiten klagt. Dies führt zu einer großen Frustration sowohl bei Patienten als auch bei Behandlern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert „INDICATE-FH“ („ImproviNg DIagnos­tiCs And ThErapy of Food Hypersensitivity“) – so der Titel – mit rund drei Millionen Euro.

20.07.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 14.07.2021

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Klima- und energieeffiziente Schulküche

Die Ernährungsumschau berichtete am 12.07.2021 von dem Projekt KEEKS „Klima- und energieeffiziente Küche in Schulen”. Der Konsumbereich „Ernährung“ verantwortet in Deutschland rund 15 % der Treibhausgasemissionen. Aufgrund der hohen Nachfrage hat die Außer-Haus-Verpflegung eine starke Hebelwirkung, um eine klimaeffiziente Ernährung voranzutreiben – so auch Schulküchen.

Im Projekt wurde deshalb in 22 Schulküchen von Ganztagsschulen mit täglich insgesamt 5 000 Mittagessen der Status Quo ermittelt. Dies geschah mittels Energiemessungen, Analyse von Ausstattung, Technik und Prozessen der Küchen sowie leitfadengestützten Interviews mit den Küchenleitungen. Treibhausgasemissionen von Menüs und Küchenprozessen wurden bilanziert, Einsparpotenziale identifiziert sowie Handlungsempfehlungen entwickelt und erprobt. Die effektivsten Maßnahmen – die Reduktion und Substitution von Fleisch und Fleischprodukten sowie der Aufbau eines effizienten Abfallmanagements – sparen rund 10 % des Treibhausgasausstoßes einer Schulküche ein. Die erarbeiteten Handlungsempfehlungen können Küchenpersonal dabei unterstützen, eine klimafreundliche, kindgerechte, gesunde und bezahlbare Schulküche zu gestalten.

20.07.2021

Quelle: Ernährungsumschau, 12.07.2021

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Darm-Hirn-Achse: Nervenzellen erkennen was wir essen

Von neusten Untersuchungen von Kölner Wissenschaftlerinnen berichtet die Ernährungsumschau am 09.07.2021. Bei der Nahrungszufuhr werden Informationen über die aufgenommene Nahrung vom Magen-Darm-Trakt an das Gehirn geleitet und regulieren so das Hunger- und Sättigungsgefühl. Auf dieser Grundlage wird im Gehirn bspw. entschieden, ob wir weiter essen. Zusätzlich werden Informationen über den Blutglukosespiegel vermittelt. Diese Kommunikation verläuft im Wesentlichen über den Vagusnerv, welcher sich vom Gehirn bis in den Magen-Darm-Trakt zieht. In der Schaltzentrale des Vagusnervs, dem Nodose Ganglion, sitzen verschiedene Nervenzellen, von denen einige den Magen und andere den Darm ansteuern. Manche dieser Nervenzellen reagieren auf mechanische Reize der Organe, wie die Ausdehnung des Magens. Andere nehmen chemische Signale, also Substanzen aus unserer Nahrung, wahr.

Die Wissenschaftlerinnen aus Köln haben sich die Aufgabenteilung der Nervenzellen im Nodose Ganglion genauer angeschaut. Hierfür machten sie die verschiedenen Typen von Nervenzellen durch ein genetisches Verfahren in Mäusen sichtbar. Das ermöglichte ihnen zu sehen, welcher Typ Nervenzelle welches Organ ansteuert und welche Signale wahrgenommen werden. Weiter konnten die WissenschaftlerInnen damit die unterschiedlichen Typen von Nervenzellen gezielt ein- und ausschalten, um ihre Funktion während der Nahrungsaufnahme zu ermitteln. Bei ihren Untersuchungen fokussierte sich das Forschungsteam v. a. auf zwei wichtige Typen von Nervenzellen. Es ist anzunehmen, dass die Reaktion unseres Gehirns auf die aufgenommene Nahrung vermutlich ein Zusammenspiel dieser beiden Nervenzelltypen ist. Einer dieser Zelltypen erkennt die Ausdehnung des Magens. Dadurch werden sie aktiviert, was dazu führt, dass die Nahrungsaufnahme ab einem gewissen Punkt stoppt und die Mäuse deutlich weniger essen. Diese Nervenzellen leiten Appetit-hemmende Signale an das Gehirn weiter und verringern darüber hinaus unseren Blutglukosespiegel.“ Die zweite Gruppe von Nervenzellen steuert v. a. den Darm an und nimmt chemische Signale aus unserer Nahrung wahr. Nahrung mit hoher Nährstoffdichte führt eher zu einer Aktivierung dieser Nervenzellen, was wiederum zu einer Erhöhung des Blutglukosespiegels führt, indem körpereigene Glukose ausgeschüttet wird. Die weitere Nahrungsaufnahme wird jedoch nicht gestoppt. Die beiden Nervenzelltypen in der Schaltzentrale des Vagusnervs erfüllen somit gegensätzliche Aufgaben während der Nahrungsaufnahme.

Die Forschenden zeigten, dass die Nervenzellen zwar aus derselben Schaltzentrale stammen, aber unterschiedliche Regionen im Körper ansteuern und so gegensätzliche Funktionen bei der Steuerung unseres Sättigungsgefühls und des Blutglukosespiegels erfüllen. Dieses Erkenntnisse könnten eine wichtige Rolle bei zukünftigen Therapien gegen Übergewicht und Diabetes spielen.

20.07.2021

Quelle: Ernährungsumschau, 09.07.2021

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Corona-Pandemie: Steigende Adipositas-Inzidenz unter Kindern und Jugendlichen

Wie die Ernährungsumschau am 07.07.2021 berichtet, nimmt die Adipositas-Inzidenz, also Neuerkrankungsrate, unter Kindern und Jugendlichen in den letzten Monaten während der Corona-Pandemie schleichend, aber stetig zu: Derzeit sind 2 Millionen Kinder in Deutschland übergewichtig, davon 800.000 adipös.

Als Ursache für die steigenden Inzidenzen werden u. a. die durch Corona eingeschränkten Bewegungs- und Sportmöglichkeiten, ein hoher Medienkonsum und fehlende Alltagsstrukturen diskutiert. Aber der Beginn reicht vermutlich schon weiter zurück, denn seit Jahren gehe der Trend dahin, dass normalgewichtige Kinder bereits Muskelmasse verlieren und Körperfett aufbauen. Eine Trendwende sei nicht in Sicht. Bei den Kindern und Jugendlichen finden sich bereits im jungen Alter zunehmend Erkrankungen, wie Typ-2-Diabetes oder Fettleber, die sonst erst im Erwachsenenalter aufgetreten sind. Weiterhin haben Kinder mit Übergewicht ein hohes Risiko für eine Adipositas im Erwachsenenalter, die wiederum die eigenen Kinder wesentlich prägen wird.

Daher besteht ein dringender Bedarf an Angeboten, wie Schulungs- und Präventionsmaßnahmen. AGA (Adipositas im Kindes- und Jugendalter) und DAG (Deutschen Adipositas-Gesellschaft) fordern, dass Prävention und Therapie der kindlichen Adipositas dringend intensiviert werden. Neben der genetischen Disposition oder einem adipogenen Lebensstil der Familie können sich aber auch die Lebenswelten der Kinder auf deren Übergewicht auswirken. Daher fordern die ExpertInnen ein kinderfreundlicheres Umfeld etwa durch attraktive Spielplätze, sichere und gute Schul- und Radwege, besseres Schulessen. Politisch Schritte seien für ein gesünderes Aufwachsen der Kinder maßgeblich.

20.07.2021

Quelle: Ernährungsumschau, 07.07.2021

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Freispruch für Gluten

Laut einer aktuell in der Fachzeitschrift JAMA Network Open publizierten Studie besteht kein Zusammenhang zwischen dem Verzehr glutenhaltiger Lebensmittel und der kognitiven Leistungsfähigkeit von Frauen ohne Glutenunverträglichkeit, berichtete DEBInet am 08.07.2021.

Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Nielsen aus dem Jahr 2020 achten 4% der Deutschen auf eine glutenfreie Ernährung. Tatsächlich sind in Deutschland allerdings nur 800.000 Menschen (ca. 1% der Bevölkerung) von einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) betroffen. Aber auch Menschen mit Gluten-/Weizensensitivität oder einer Weizenallergie wird die Verwendung glutenfreier Produkte empfohlen.

Allerdings erklärt dies nicht die große Nachfrage nach glutenfreien Lebensmitteln in der Allgemeinbevölkerung. Hier scheinen andere Dinge den Trend zu befeuern. In den Medien wird Gluten für verschiedenste Gesundheitsprobleme verantwortlich gemacht. Es steht im Verruf, dick und müde zu machen, Ursache für Angstzustände und Depressionen zu sein und darüber hinaus die kognitive Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen. In früheren Studien ließ eine einjährige glutenfreie Ernährung bei Menschen mit einer Zöliakie die Darmschleimhaut heilen und führte zu einer geringfügigen Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit. Allerdings war bislang nicht bekannt, ob dies auch für Menschen ohne Zöliakie gilt.

Hier setzt die Studie von Dr. Yiqing Wang und ihren Kollegen an. Sie haben die Daten von 13.494 Frauen aus der renommierten US-amerikanischen Nurses Health Study analysiert. Die Informationen zur Ernährung der Frauen stammten aus Fragebögen, die die Frauen alle vier Jahre ausfüllten. Für die Auswertung standen Informationen für den Zeitraum 1991 bis 2015 zur Verfügung. In Abhängigkeit von der Höhe ihrer Glutenaufnahme teilten die Forscher die Frauen in vier Gruppen ein. Die kognitive Funktion der Frauen wurde ab dem Jahr 2014 anhand eines validierten Onlineinstruments (Cogstate Brief Battery) gemessen. Es umfasste die Items psychomotorische Geschwindigkeit, Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung sowie die globale Wahrnehmung. Zum Zeitpunkt der kognitiven Tests waren die Frauen im Mittel 60,6 Jahre alt. Nach Korrektur der Ergebnisse für Unterschiede in demografischen und Lebensstilfaktoren, bestanden keine statistisch bedeutsamen Unterschiede in den standardisierten kognitiven Scores der Probandinnen mit der höchsten gegenüber der niedrigsten Glutenzufuhr. Weitere Modellberechnungen berücksichtigten zusätzlich unter anderem den Verzehr von Vollkornprodukten und den genauen Glutenverzehr (anstelle der vier Gruppen). Dennoch wurden keine statistisch signifikanten Zusammenhänge zwischen der Glutenaufnahme und der kognitiven Leistungsfähigkeit der Probanden festgestellt.

Die Wissenschaftler folgern aus ihren Studienergebnissen, dass die langfristige Glutenaufnahme von Frauen im mittleren Alter ohne Zöliakie nicht mit der gemessenen kognitiven Leistungsfähigkeit assoziiert ist. In zukünftigen Studien sollen die kognitive Funktion wiederholt über einen längeren Zeitraum gemessen und weitere Bevölkerungsgruppen untersucht werden.

13.07.2021

Quelle: DEBInet, 08.07.2021

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Abnehmen bei Typ-2-Diabetes: weniger Blutdruckmedikamente

Ein speziell für Menschen mit Typ-2-Diabetes entwickeltes Gewichtsmanagementprogramm führte nicht nur zur Remission (Rückbildung) von Typ-2-Diabetes, sondern bewirkte auch, dass die Probanden ihre Blutdruck senkenden Medikamente langfristig reduzieren oder sogar absetzen konnten, berichtete DEBInet am 06.07.2021.

Die Teilnehmer des „Diabetes Remission Clinical Trial“ (DIRECT) waren übergewichtige oder adipöse Erwachsene, deren Diabetesdiagnose höchstens sechs Jahre zurücklag und die in Hausarztpraxen betreut wurden.

Die 143 Probanden der Interventionsgruppe nahmen an einem Abnehmprogramm teil. In der zwölfwöchigen Anfangsphase erhielten sie eine Formula-Diät mit durchschnittlich 830 Kalorien pro Tag. Hierdurch sollte rechnerisch eine Gewichtsabnahme von über 15 Kilogramm erzielt werden. 78 Probanden nahmen vor der Studie Blutdruck senkende Medikamente ein. Um einen zu starken Abfall des Blutdrucks während der Gewichtsabnahme zu verhindern, wurden diese Medikamente bei fast allen Probanden abgesetzt. Auch die Diabetesmedikamente wurden abgesetzt. Stiegen der Blutzuckerspiegel oder Blutdruck im Studienverlauf an, wurde die medikamentöse Therapie wieder aufgenommen.

Ergebnis:

  • die Probanden nahmen in der Anfangsphase im Durchschnitt 10 kg ab, jeder vierte Proband sogar 15 kg
  • Verbesserung der Blutzuckerwerte trotz Absetzen der Medikation (46 % konnte durchweg auf ihre Medikamente verzichten)
  • bei Probanden ohne Blutdruckmedikamente sank der Blutdruck durchschnittlich nach einer Woche, bei den Probanden mit vorheriger Blutdruckmedikamenten-Einnahme sank der Blutdruck langsamer
  • Während der zweijährigen Nachbeobachtungsphase blieben acht von zehn Probanden (86 %) mit einer dauerhaften Gewichtsabnahme von über 15 kg weiterhin frei von Diabetes
  • Von den 69 Probanden, die zu Beginn des Abnehmprogramms ihre Blutdrucksenker ganz oder teilweise absetzten, blieben 23 (33 %) bis zum Ende der Anfangsphase ohne Blutdruckmedikation. Nach einem Jahr waren 21 (30 %) ohne eine Blutdruck senkende Medikation, ein Jahr später verblieben 19 Personen (30 %) ohne Medikation.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Hausärzte eine evidenzbasierte, intensive Gewichtsmanagement-Intervention sicher anbieten können, die auf einen substanziellen Gewichtsverlust und die Remission von Typ-2-Diabetes abzielt. Die Studie unterstreicht außerdem die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Gewicht, Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck und wie wichtig eine langfristige Unterstützung zur Aufrechterhaltung der Gewichtsabnahme ist”, so Prof. Roy Taylor von der Universität Newcastle.

13.07.2021

Quelle: DEBInet, 06.07.2021

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Milch und Milchprodukte: Fermentation macht den gesundheitlichen Unterschied

Die Ernährungsumschau veröffentlichte am 05.07.2021 neue Studienergebnisse zum Thema Konsum von Milch udn Milchprodukten.

Milch und Milchprodukte stehen sowohl mit protektiven als auch gesundheitsschädlichen Effekten in Verbindung. Einer der Aspekte für den gesundheitsschädlichen Einfluss von Milchprodukten ist deren Insulin- und wachstumsfördernde Wirkung. Studien, die zwischen unfermentierten und fermentierten Milcherzeugnissen unterscheiden, zeigen jedoch nahezu gegenteilige Effekte, zeigt die Metaanalyse. Im Vergleich zu Frischmilchkonsum weist der Verzehr fermentierter Milchprodukte neutrale bis protektive gesundheitliche Effekte auf, die durch die Abschwächung der mTORC1-aktivierenden Signalfunktion der Milch infolge bakterieller Fermentierung erklärbar sind.

Hintergrund ist, dass der Konsum unfermentierter Milch den Zentralschalter von Wachstumsprozessen (Aktivierung der Kinase mTORC1) beeinflusst und das Zellwachstum sowie anabole Prozesse fördert. Die Fähigkeit der Zellen zur Autophagie wird dagegen gehemmt. Diese und damit verbundene Effekte stützen den in epidemiologischen Studien beobachteten Zusammenhang zwischen Milchkonsum und Akne, Diabetes mellitus Typ 2, Krebserkrankungen und Gesamtmortalität. Die genauen Wirkmechanismen sind komplex. Fest steht jedoch, dass die bei der Fermentation von Milch eingesetzte Milchsäurebakterien diese negativen Effekte verhindern. Die inkludierten Studien zeigen hier neutrale bis schützende Effekte, die durch die Abschwächung der mTORC1-aktivierenden Prozesse infolge bakterieller Fermentierung erklärbar sind.

13.07.2021

Quelle: Ernährungsumschau, 05.07.2021

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Omega-3-Fettsäuren gegen Migräne?

Scinexx schrieb am 06.07.2021 über eine neue Studie des US National Institute on Aging in Baltimore. Omega-3-Fettsäuren wie der Eicosapentaensäure (EPA) und der Docosahexaensäure (DHA) wird schon länger ein heilsamer Effekt zugeschrieben. Diese mehrfach ungesättigen Fette sind vor allem in fettem Fisch, aber auch in einigen Nüssen enthalten und haben unter anderem eine entzündungshemmende Wirkung. Sie sollen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und die Hirnentwicklung fördern. Im Gegensatz dazu scheinen die in vielen Pflanzenölen enthaltenen Omega-6-Fettsäuren eher Entzündungen und übeschießnde Immunreaktionen zu fördern.

Für ihre Studie teilten die Forscher 182 Migräne-Patienten in drei Gruppen ein. Eine Gruppe erhielt einen Speiseplan mit einem erhöhtem Gehalt von insgesamt 1,5 Gramm täglich der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Dies wurde über spezielle Öle und viel Lachs und anderen Fisch erreicht. Die zweite Gruppe nahm viel Omega-3-Fettsäuren zu sich, aber wenig Omega-6 – unter anderem durch besonders Linolen-arme Pflanzenöle wie Macadamiaöl. Die dritte Gruppe diente als Kontrolle und ernährte sich wie die meisten Menschen der Industrieländer stark Omega-6-lastig. Alle Teilnehmer ernährten sich 16 Wochen lang nach ihrer jeweiligen Diät und führten dabei ein Kopfschmerztagebuch. Zusätzlich wurden am Anfang und Ende des Studienzeitraums Blutproben entnommen und analysiert.

Die Ergebnisse waren vielversprechend: Patienten, die der Omega-3-reichen Ernährung folgten, erlebten deutlich weniger Kopfschmerzen als die Kontrollgrupe. Konkret verringerte sich die Zahl der monatlichen Migräne-Attacken von anfangs 16,3 Tagen um zwei bis vier Tage. Diejenigen, die einen Speiseplan mit viel Omega-3 und wenig Omega-6 hatten, zeigten dabei die stärksten Verbesserungen. Auch die Dauer der Kopfschmerz-Attacken während der Migränetage verringerte sich um rund eine Stunde. Parallel dazu nahmen die Testpersonen weniger Schmerzmittel ein.

Die biochemische Basis für die beobachteten Verbesserungen sehen die Forscher in der Verstoffwechselung der Omega-Fettsäuren im Körper: Mehrere aus EPA und DHA entstehende Oxylipine haben potente schmerzhemmende Wirkungen. Vor allem die aus DHA gebildete 17-Hydroxy-Docosahexaensäure (17-HDHA) sei Vorläufer mehrerer schmerzhemmender Botenstoffe und habe in Studien entsprechende Wirkung gezeigt. Im Gegensatz dazu werden Omega-6-Fettsäuren im Körper oft zu Produkten abgebaut, die eher schmerzfördernd wirken. Derivate der Linolensäure sensitivieren beispielsweise die Nervenenden des Trigeminus-Nervs und rufen verstärkte Schmerzreaktionen im Tierversuch hervor. Die Zufuhr von Arachidonsäure könne sogar aktiv Migräneattacken bei Menschen hervorrufen.

Nach Ansicht der Wissenschaftler legen ihre Ergebnisse nahe, dass eine Umstellung der Ernährung deutlich dazu beitragen kann, die Migräne und möglicherweise auch andere chronische Schmerzerkrankungen zu lindern. Eines jedoch betonen die Forschenden: „Wir haben spezifisch eine Ernährung untersucht, in der die Omega-3-Fettsäuren aus Fisch und nicht aus Nahrungsergänzungsmitteln stammten“. Auch die Senkung des Omega-6-Anteils sei auf die Umstellung des Speiseplans zurückzuführen. „Unser Ergebnisse sind daher nicht auf Nahrungsergänzungsmittel übertragbar.“

07.07.2021

Quelle: Scinexx, 06.07.2021

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Wer proteinarm isst, ist gesünder

Wie das Zentrum der Gesundheit in ihrem Newsletter vom 05.07.2021 berichtet, haben Kohlenhydrate und Fette einen relativ schlechten Ruf. Proteine hingegen gelten als wertvolle Nährstoffe, die satt machen, den Muskelaufbau fördern und beim Abnehmen helfen sollen. Und obwohl es auch Studien gibt, die eine proteinarme Ernährung mit Gebrechlichkeit und Muskelabbau im Alter in Verbindung bringen, werden immer mehr Untersuchungen veröffentlicht, die insbesondere für Menschen jüngeren und mittleren Alters das Gegenteil zeigen, nämlich dass proteinarme Ernährungsformen zu mehr Gesundheit beitragen und außerdem die Lebenserwartung verlängern. Proteinreiche Ernährungsformen können hingegen Übergewicht, eine Insulinresistenz und Diabetes begünstigen sowie die Lebenszeit verkürzen.

Im Jahr 2014 erschien eine australische Studie, in der man geschaut hatte, wie sich verschiedene Ernährungsformen auf Mäuse und deren Stoffwechsel auswirkten. Als Dudley Lamming – Stoffwechselforscher an der University of Wisconsin – die Studie las, faszinierte ihn besonders ein Ergebnis: Es hatte sich gezeigt, dass Mäuse, deren Ernährung am wenigsten Protein enthielt, die gesündesten waren. Seit damals versucht Lamming mit seinen Studenten die Frage zu beantworten, warum eine Ernährung mit niedrigem Proteingehalt Tiere gesünder macht. Er stellte fest – nicht nur an Mäusen, sondern auch bei Menschen – dass Ernährungsformen, die besonders hohe BCAA-Anteile (verzweigtkettige Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin) aufwiesen, mit Diabetes, Übergewicht und anderen Stoffwechselerkrankungen im Zusammenhang standen, während Ernährungsformen, die nur geringe BCAA-Anteile hatten, Stoffwechselerkrankungen entgegenwirkten und bei Mäusen sogar deren Lebenserwartung verlängerten.

Im Sommer 2016 veröffentlichte Lammings Team eine randomisierte klinische Studie zu diesem Thema, die zeigte, dass eine proteinreduzierte Ernährung beim Menschen die Stoffwechselgesundheit auf ähnliche Weise wie bei Mäusen verbesserte. Die übergewichtigen Teilnehmer nahmen in der proteinreduzierten Gruppe 7 bis 9 % ihres Energiebedarfs in Form von Proteinen zu sich (ca. 64 g pro Tag), in der Kontrollgruppe mit normalem Proteingehalt waren es 14 bis 19 % des Energiebedarfs, was etwa 95 g Protein pro Tag entsprach. Nach 43 Tagen hatten die Teilnehmer in der proteinreduzierten Gruppe ca. 2,6 kg abgenommen, insbesondere Fettmasse. Der Nüchternblutzuckerspiegel war niedriger, während sich der Spiegel des Hormons FGF21 verdoppelt hatte. FGF21 sensibilisiert die Zellen für Insulin, reduziert die Nahrungsaufnahme und fördert die Fettverbrennung. In der Kontrollgruppe mit normalem Proteinverzehr änderte sich das FGF21 nicht. Auch kam es zu keiner Gewichtsabnahme oder sonstigen Verbesserungen der Stoffwechselwerte. Als man in der proteinreduziert essenden Gruppe den Spiegel der einzelnen Aminosäuren im Blut überprüfte, zeigte sich, dass hauptsächlich die Werte der BCAA gesunken waren, alle anderen essentiellen Aminosäuren (außer Lysin) waren unverändert stark vertreten. Also scheint es insbesondere der sinkende BCAA-Spiegel zu sein, der zu den gesundheitlichen Vorteilen führte.

Lamming und Kollegen untersuchten nun in verschiedenen Studien, wie sich die alleinige Restriktion der BCAA-Aufnahme auswirken würde. Im Januar 2021 erschien die Zusammenfassung der Ergebnisse in Nature Aging. Die Forscher schrieben darin u. a., dass die günstigen Auswirkungen auf den Stoffwechsel durch eine proteinreduzierte Ernährung auch dann zu beobachten waren, wenn man lediglich die Menge der verzehrten BCAA reduzierte. Bei einer BCAA-reduzierten Ernährung verzögerte sich bei den Mäusen der Alterungsprozess, ihre Körperzusammensetzung verbesserte sich (weniger Fettmasse) und auch ihre Stoffwechselgesundheit (z. B. Glucosetoleranz) wurde optimiert – und zwar auch dann, wenn sie erst in einem mittleren Alter mit der BCAA-reduzierten Kost starteten. Bekamen die Tiere die BCAA-reduzierte Ernährung von Geburt an und ein Leben lang, dann konnte ihr Leben (insbesondere bei den männlichen Tieren) um 30 % verlängert werden. BCAA-reduziert bedeutet, dass die BCAA-Menge der Ernährung auf ein Drittel reduziert wurde. Es handelte sich jedoch nicht um eine kalorienreduzierte Ernährung, denn die Tiere konnten so viel essen, wie sie wollten.

Der Mechanismus, wie und warum sich BCAA so negativ auf die Gesundheit und die Lebensspanne auswirken, wird folgendermassen erklärt: BCAA erhöhen die Aktivität von mTORC1 in der Muskulatur. mTORC1 ist ein Enzym mit stoffwechselregulierenden Eigenschaften. Eine Überaktivität hemmt die lebenswichtige Autophagie, die u. a. den Selbstreinigungsmechanismus der Zelle beschreibt, der – wenn er umfassend funktioniert – eine Art Gesundheitsgarantie darstellt. Auch bei einem Krebsgeschehen ist mTORC1 überaktiv. Bei Krebs hilft mTORC1 dem Tumor bei Wachstum und Ausbreitung, weshalb schon manche Krebsmedikamente zur Hemmung von mTORC1 entwickelt wurden. mTORC1 verstärkt auch eine Insulinresistenz, fördert also einen Diabetes und weitere altersbedingte Erkrankungen (wenn das Enzym zu aktiv ist) und steht daher mit einer verkürzten Lebensspanne in Zusammenhang. Wenn BCAA nun mTORC1 aktivieren, wird klar, warum sich eine proteinreiche bzw. BCAA-reiche Ernährung negativ auf die Gesundheit und Lebenserwartung auswirkt.

Wie kann man diese Erkenntnisse nun in die Praxis umsetzen? Für Sportler, die einen Muskelaufbau anstreben, sind BCAA natürlich für Muskelneubildung und Muskelregeneration wichtig. Für die durchschnittliche Bevölkerung aber, die mit Übergewicht kämpft, zudem die meiste Zeit des Tages im Sitzen verbringt und sich auch nicht zu mehr Bewegung, geschweige denn regelmässigem Krafttraining aufraffen möchte, könnte eine proteinarme Ernährung sinnvoller sein. Eine kalorienreduzierte Ernährung wäre zwar ebenfalls sehr gut, doch wird diese im Allgemeinen nicht durchgehalten, weshalb die proteinarme Variante, die zudem nicht einmal eine Kalorienreduzierung erfordert, eine gute Lösung zur Neuprogrammierung des Stoffwechsels darstellen könnte. Allein einzelne BCAA lassen sich in der Ernährung kaum reduzieren, da diese nun einmal Bestandteil von Proteinen sind. Einfacher ist es daher, den Proteingehalt insgesamt zu reduzieren, was automatisch der Fall ist, wenn man sich pflanzenbasiert ernährt. Zwar sind auch Nüsse und Hülsenfrüchte reich an Proteinen und BCAA. Doch geht es ja nicht darum, überhaupt keine Proteine mehr zu essen, sondern lediglich darum, nicht zu viel davon zu essen. Bei einer herkömmlichen Ernährung mit viel Käse, Milch, Wurst, Fleisch und Fisch kommt es daher eher zu einem Proteinüberschuss als bei einer veganen Ernährung, die mit Nüssen, Saaten und Hülsenfrüchten ergänzt wird.

07.07.2021

Quelle: Zentrum der Gesundheit, 05.07.2021

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Schwangerschaftsdiabetes weiterhin auf dem Vormarsch

DEBInet berichtete am 01.07.2021. Von 100 Frauen, die in einer Klinik entbinden, hatten 2018 sieben einen dokumentierten Schwangerschaftsdiabetes. Der Anteil der betroffenen Frauen ist seit 2013 um fast die Hälfte gestiegen.

Die Mutterschaftsrichtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses empfehlen seit 2012 ein zweistufiges Screening auf Schwangerschaftsdiabetes, das zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden sollte. Ergibt der Vortest ein auffälliges Ergebnis, sollte dies mit einem Diagnosetest abgesichert werden. Unter Federführung des Robert-Koch-Instituts haben Wissenschaftler untersucht, wie sich die Screeningquote und Häufigkeit (Prävalenz) von Gestationsdiabetes seit Einführung des zweistufigen Screenings entwickelt haben. Hierfür verwendeten sie die Daten aus der externen stationären Qualitätssicherung zur Geburtshilfe, welche alle Krankenhausgeburten umfasst. Frauen, die bereits vor ihrer Schwangerschaft an Diabetes erkrankt waren, wurden aus der Analyse ausgeschlossen. Um eine Verfälschung der Ergebnisse durch Veränderungen in der Altersstruktur der schwangeren Frauen zu verhindern, wurde die Altersstruktur der Studienpopulation aus dem Jahr 2018 als Referenz für die vorherigen Jahre verwendet. Im Zeitraum von 2013 bis 2018 ist die Prävalenz des dokumentierten Schwangerschaftsdiabetes von 4,6 % auf 6,8 % angestiegen. Im selben Zeitraum nahm auch die Gesamtzahl der Geburten zu. So waren 2013 29.735 Frauen von Schwangerschaftsdiabetes betroffen, 2018 waren es 51.318 Frauen. Die Screeningquote wurde erst ab 2016 im Datensatz dokumentiert. Im Jahr 2018 nahmen fast zwei Drittel der Frauen (65 %) einen alleinigen Vortest wahr, knapp ein Fünftel der Frauen (18 %) erhielt einen Vortest plus anschließendem Diagnosetest und jede 15. Frau (6,7 %) unterzog sich nur dem Diagnosetest. Verglichen mit dem Jahr 2016 stieg die Screeningquote des Schwangerschaftsdiabetes von 83,4 %auf 89,9 %.

Ein Erklärungsansatz für die zunehmende Prävalenz des Schwangerschaftsdiabetes ist die erhöhte Screeningquote. Aber auch Änderungen bei der Verbreitung von Risikofaktoren der schwangeren Frauen (insbesondere Übergewicht/Adipositas) sowie ein verändertes Dokumentationsverhalten könnten zu einer Zunahme des dokumentierten Schwangerschaftsdiabetes beigetragen haben.

Die Wissenschaftler folgern, dass die Daten der stationären Qualitätssicherung Geburtshilfe grundsätzlich geeignet zu sein scheinen, die zeitliche Entwicklung in der Screeningquote und Prävalenz des Schwangerschaftsdiabetes in Deutschland kontinuierlich zu beobachten. Zugleich weisen sie allerdings auch auf Forschungsbedarf hin. Nicht alle Frauen nutzen das Angebot des Screenings auf Schwangerschaftsdiabetes. Hier wäre zu klären, ob sich diese Frauen in Bezug auf wichtige Risikofaktoren für Schwangerschaftsdiabetes von jenen unterscheiden, die am Screening teilnehmen. Dies würde sich gegebenenfalls auf Prävalenzschätzungen auswirken. Ein weiteres Manko der Studie besteht darin, dass Schwangerschaftsdiabetes von Frauen mit Fehlgeburten und jenen, die nicht in einem Krankenhaus entbunden haben, nicht erfasst wurde.

07.07.2021

Quelle: DEBInet, 01.07.2021

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Großbritannien kündigt Verbot von Junkfoodwerbung im Fernsehen vor 21 Uhr an

Das Deutsche Ärzteblatt berichtete am 25.06. über einen neuen Beschluss aus Großbritannien. So sollen Werbespots für Junkfood nur noch zwischen 21.00 Uhr und 5.30 Uhr im Fernsehen gezeigt werden dürfen. Ge­sund­heits­mi­nis­terin Jo Churchill sagte gestern, die Regelung werde ab Anfang 2022 gelten. Sie solle Kinder vor „ungesunder Werbung“ schützen. Churchill zitierte eine Studie aus dem Jahr 2019, wonach fast 60 Prozent der Werbung zwischen 18.00 und 21.00 Uhr in den werbefinanzierten Fernsehprogrammen für Lebensmittel mit viel Fett, Zucker und Salz ist. Das Verbot gilt generell auch für Streamingdienste und für Onlinewerbung. Hersteller dürfen nur noch auf eigenen Kanälen wie Webseiten und Social Media für Junkfood werben. Das geplante Verbot sieht Ausnahmen für Lebensmittel vor, die zwar reich an Fett oder Zucker sind, aber kaum verarbeitet und gesund, wie Olivenöl oder Honig. Auch für kleine Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten soll es Ausnahmen geben.

In Großbritannien sind dem Nationalen Gesundheitsdienst zufolge zehn Prozent der Vier- und Fünfjähri­gen stark übergewichtig. Bei den Zehn- und Elfjährigen sind es bereits rund 20 Prozent. Die Folgen kosten das britische Gesundheitssystem jährlich umgerechnet sieben Milliarden Euro.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch forderte ähnliche Beschränkungen in Deutschland. Die Bundesregierung müsse der Junkfoodwerbung an Kin­dern einen Riegel vorschieben. Die britische Regierung setze um, was Fachorganisa­tionen wie die Welt­gesund­heits­organi­sation WHO schon seit Jahren fordern. Die Bundesregierung hoffe hingegen weiterhin vergeblich auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie.

28.06.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 25.06.2021

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Ernährungspyramide jetzt auch als vegetarische Variante

DEBInet berichtete am 24.06.2021 darüber, dass das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) in Anlehnung an die bewährte Ernährungspyramide eine Ernährungspyramide für Ovo-Lacto-Vegetarier entwickelt hat.

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die sich vegetarisch ernähren, nimmt kontinuierlich zu. Laut einer Umfrage mit Hochrechnung der IfD Allensbach haben sich hierzulande im Jahr 2020 6,5 Millionen Menschen vegetarisch und 1,1 Millionen Menschen vegan ernährt. Damit ist die Zahl der Vegetarier seit 2016 um 23 Prozent angestiegen. Bei den Veganern betrug der Anstieg sogar 41 Prozent. Höchste Zeit also, dass die altbekannte und bewährte Ernährungspyramide des BZfE auch auf die Bedürfnisse von Vegetariern eingeht. Hierzu hat das BZfE den Baustein für Fleisch, Fisch, Wurst und Ei durch Ei sowie eiweißreiche pflanzliche Lebensmittel (beispielsweise Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Erbsen oder Kichererbsen) ersetzt.

Das BZfE empfiehlt Vegetariern, pro Woche ein bis zwei Portionen Ei zu verzehren, wobei eine Portion Ei ein bis zwei Eier umfasst. Verarbeitete Eier (zum Beispiel in Kuchen) zählen dazu. Außerdem sollten Vegetarier idealerweise drei- bis viermal pro Woche eine Portion Hülsenfrüchte (2 Hände voll beziehungsweise 75 Gramm roh), ein handtellergroßes Stück Tofu oder eine andere Fleischalternative pro Woche zu sich nehmen. Die anderen Empfehlungen stimmen mit denen der konventionellen Ernährungspyramide überein:

  • reichlich trinken (empfohlen werden sechs große Gläser à 250 Milliliter pro Tag),
  • drei Portionen Gemüse oder Salat sowie zwei Portionen Obst täglich,
  • jeden Tag vier Portionen Brot, Getreide oder Beilagen (eine Portion entspricht zwei Hände voll Getreideflocken, ein bis zwei Scheiben Brot beziehungsweise zwei Hände voll gekochten Beilagen),
  • drei Portionen Milch und Milchprodukte pro Tag (als Portion gilt zum Beispiel ein großes Glas Milch (-alternative), ein Becher Joghurt oder ein bis zwei Scheiben Käse (30 Gramm))
  • 2 Portionen pflanzliche Öle und Streichfette pro Tag (jeweils eineinhalb bis zwei Esslöffel) sowie
  • ein Extra pro Tag. Unter diese Kategorie fallen Süßigkeiten, salzige und fettreiche Snacks (eine Hand voll, ein kleines Stück Kuchen oder ein Riegel) sowie ein Glas eines süßen oder alkoholischen Getränks.

28.06.2021

Quelle: DEBInet, 24.06.2021

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Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst

Scinexx berichtete am 25.05.2021 über neuste Untersuchungen der Charité Universitätsmedizin Berlin zum Einfluss einer Diät auf das Mikrobiom.

Das Mikrobiom im Darm spielt eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit. Unter anderem beeinflussen die Trillionen von Mikroorganismen unseren Appetit und bestimmen darüber, wie gut wir welche Nährstoffe verwerten können. Auch der gefürchtete Jojo-Effekt nach Diäten hängt höchstwahrscheinlich eng mit der Darmflora zusammen. Welche Bakterien sich in unserem Darm tummeln, hängt in Teilen von unserer genetischen Ausstattung ab, die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft ist jedoch sehr flexibel und lässt sich durch Ernährungsumstellungen, Diäten oder Fasten beeinflussen.

Die Auswirkungen einer Diät untersuchte ein Forscher-Team der Charité bei 80 älteren Frauen mit leichtem bis starkem Übergewicht, die entweder durch eine sogenannte Formuladiät – mithilfe von Fertiggetränken mit weniger als 800 Kilokalorien pro Tag – unter ärztlicher Aufsicht abnahmen oder ihr Gewicht über den Zeitraum von 16 Wochen konstant hielten. Zu Beginn, während und nach der Diät analysierten die Forscher anhand von Stuhlproben die Darmflora der Probandinnen. Es wurde beobachtet, wie die Bakterien ihren Stoffwechsel umstellen, um vermehrt Zuckerverbindungen aufzunehmen, die dem Menschen dann nicht mehr zur Verfügung stehen. Es entwickelte sich sozusagen ein hungriges Mikrobiom. Zudem verringerte die Diät die Gesamtzahl der Mikroorganismen im Darm.

Durchschnittlich nahmen die Probandinnen aus der Diätgruppe innerhalb von zwölf Wochen 12,5 Kilogramm ab. Um zu testen, inwieweit die Veränderungen der Darmflora die Gewichtsabnahme beeinflussen, übertrugen die Forscher Stuhlproben von Probandinnen vor und nach der Diät auf Mäuse, die keimfrei gehalten wurden und dadurch keine eigene Darmflora hatten. Das Ergebnis: Tiere, die den nach der Diät entnommenen Stuhl erhielten, verloren innerhalb von nur zwei Tagen mehr als zehn Prozent ihres Körpergewichts. Innerhalb der folgenden drei Wochen stabilisierte sich das Gewicht auf niedrigerem Niveau, ohne dass die Mäuse Anzeichen einer Krankheit zeigten. Bei Mäusen, die den Stuhl von vor der Diät transplantiert bekamen, zeigten sich dagegen keine signifikanten Gewichtsveränderungen. Obwohl alle Mäuse ähnlich viel Kalorien zu sich nahmen, schieden die mit dem Nach-Diät-Mikrobiom mehr Kalorien ungenutzt wieder aus.

Analysen der Bakterien im Stuhl der Probandinnen und der Mäuse ergaben, dass die Diät die Vermehrung des Bakteriums Clostridioides difficile fördert. Das Bakterium ist als Krankenhauskeim bekannt und kann schwere Entzündungen der Darmwand hervorrufen, kommt aber auch bei gesunden Menschen und Tieren vor. Es konnte außerdem nachgewiesen werden, dass C. difficile die für das Bakterium typischen Giftstoffe produzierte – davon hing sogar der Gewichtsverlust der Tiere ab. Dennoch zeigten weder die Probandinnen noch die Tiere klinische Anzeichen einer Darmentzündung. Inwieweit die asymptomatische Besiedlung mit C. difficile die Gesundheit beeinträchtigt oder sogar fördern kann, ist bislang unklar und müsse nun in Studien untersucht werden. Die Ergebnisse könnten womöglich zu neuen Therapieoptionen für Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas und Diabetes führen.

28.06.2021

Quelle: Scinexx, 25.06.2021

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Gesunde Ernährung: Bildung ist der Schlüssel

Das Deutsche Ärzteblatt berichtete am 24.06. über eine Tagung des Deutschen Ethikrates.

Die Frage nach gesunder Ernährung muss nach Worten von Wissenschaftlern im Bildungsbereich stärker berücksichtigt werden. Verbraucherbildung müsse in Schulen und Universitäten verankert wer­den, sagte der Kieler Philosoph Ludger Heidbrink gestern bei der digitalen Jahrestagung des Deutschen Ethikrats. Auch Familien müssten in die Lage versetzt werden, Kindern eine gesunde Ernährung nahezubringen. Dies sei ein entscheidender Hebel, um eigenverantwortliches Handeln in Gang zu setzen, betonte Heidbrink. Der Linzer Philosoph Thomas Mohrs bezeichnete Bildung als entscheidenden Schlüssel, um im Be­reich der Ernährung künftig Veränderungen zu erzielen. Er verwies auf Studien, nach denen die ersten drei Lebens­jahre enorme Bedeutung für die Esskultur haben. Er forderte zudem, „Ernährungslehre und Kochen“ als Schulfach zu etablieren.

Die Grünen-Politikerin Renate Künast sprach von einer strukturellen Aufgabe. Es reiche nicht, zu fragen, was Einzelpersonen in ihren Einkaufswagen packten. Heute sei die die Lebensmittelproduktion darauf ausgerichtet, mit möglichst billigen Rohstoffen möglichst schnell möglichst viel zu produzieren. Dabei gelte es, die Ernährungssicherheit weltweit zu garantieren – und jetzt zu handeln. Konkret forderte die frühere Bundeslandwirtschaftsministerin, Gemeinschaftsverpflegung zu verändern, etwa in Kindergärten, Schulen, Kantinen und Seniorenresidenzen. Dort müsse der Anteil an Bio-Nah­rungs­mitteln erhöht werden. Darüber hinaus brauche es eine klare Kennzeichnung von Nahrungsmitteln, strengere Vereinbarungen für Werbung und verbindliche Reduktionsziele bei hochverarbeiteten Lebens­mitteln.

28.06.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 24.06.2021

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Kaffeetrinken kann die Leber schützen

Dies bestätigt nun eine Langzeitstudie aus Großbritannien, welche am 23.06.2021 von Scinexx vorgestellt wurde.

Kaffee ist nicht nur eines der beliebtesten Getränke weltweit, entgegen früheren Annahmen ist er sogar gesund. Die Inhaltsstoffe des Kaffees scheinen Herz und Gefäße zu schützen, können das Risiko für verschiedene Krebsarten senken und dem Diabetes vorbeugen. Zudem hilft das koffeinhaltige Heißgetränk gegen Stress und Gewichtszunahme und kann sogar unsere DNA vor Schäden bewahren. Einen weiteren positiven Gesundheitseffekt des Kaffees bestätigt nun eine Langzeitstudie der University of Southampton. Hier wurde bei rund 500.000 Probanden untersucht, wie der Kaffeekonsum das Risiko für Lebererkrankungen wie Zirrhose, nichtalkoholische Fettleber oder Leberkrebs beeinflusst. Erste Beobachtungen und Tierversuche legten bereits nahe, dass Kaffee einen leberschützenden Effekt haben könnte. Es fehlten jedoch umfangreichere Langzeitstudien – dies hat das Team nun nachgeholt. In der Studie wurden die tägliche Kaffeemenge und -art dokumentiert und der Gesundheitszustand der Testpersonen über zehn Jahre hinweg verfolgt.

Das Ergebnis: Insgesamt traten in den zehn Jahren 3.600 Fälle chronischer Leberschäden, 5.439 Fälle von Fettleber und 184 Leberkrebsfälle auf, 301 Teilnehmer starben an einem Leberleiden. Signifikant häufiger waren davon jedoch Personen betroffen, die wenig oder keinen Kaffee getrunken hatten. Das Risiko nahm umgekehrt proportional zum Kaffeekonsum ab, am niedrigsten war es bei drei bis vier Tassen Kaffee am Tag. Ihren Analysen zufolge senkte das regelmäßige Kaffeetrinken das Risiko der Teilnehmer für Fettleber und andere chronische Lebererkrankungen um rund 20 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Lebererkrankung zu sterben, reduzierte sich sogar um 49 Prozent. Für Leberkrebs waren ebenfalls leicht positive, aber nicht signifikante Effekte erkennbar, so die Forschenden. Diese positiven Effekte traten bei allen Kaffeevarianten auf, waren aber bei normalem Bohnenkaffee stärker als bei Instantkaffee und entkoffeiniertem Kaffee.

Nach Ansicht der Wissenschaftler bestätigen ihre Ergebnisse, dass Kaffee eine schützende Wirkung auf die Leber. So ist vom Kaffeeinhaltsstoff Koffein bereits bekannt, dass er eine übermäßige Kollagenbildung von Leberzellen hemmen kann, wie sie für die Zirrhose typisch ist. Weil aber auch entkoffeinierter Kaffee in der Studie kaum weniger wirksam war, sehen die Forscher eher andere Inhaltsstoffe als die entscheidenden Akteure. Mögliche Kandidaten wären die als Antioxidans wirkende Chlorogensäure, aber auch die Terpenverbindungen Kahweol und Cafestol. Beide haben sich im Tierversuch bereits als entzündungshemmend und zellschützend erwiesen, außerdem wirkten sie bei Ratten und Hamstern tumorhemmend. Noch müssen die genauen Zusammenhänge weiter erforscht werden, wie auch die Wissenschaftler einräumen. Dennoch sehen sie in ihrer Studie eine wichtige Bestätigung früherer Annahmen – und eine große Chance. Die Resultate sind bedeutsam, weil es bislang kaum effektive Vorbeugungs- und Behandlungsstrategien für chronische Lebererkrankungen gibt.

28.06.2021

Quelle: Scinexx, 23.06.2021

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Von wegen vegetarisch

T-Online berichtete am 21.06.2021 über scheinbar vegetarische Lebensmittel, die aber gar nicht vegetarisch sind.

mmer mehr Menschen entschließen sich dazu, auf Fleisch und Fisch zu verzichten – denn die Gedanken an die Umwelt und das Tierwohl rücken zunehmend in den Vordergrund. Dadurch wächst auch das vegetarische und vegane Angebot. Wer bewusst an der Fleischtheke vorbeigeht, ist trotzdem vor einigen Lebensmittelfallen nicht sicher. Bei diesen Produkten sollten Sie besser noch einmal die Zutatenliste auf tierische Stoffe checken:

Parmesan: Tierisches Lab per se würde bei keinem Fleischverächter auf den Tisch kommen, denn es stammt aus dem Kälbermagen. Hart- und Schnittkäsearten wie zum Beispiel Parmesan können diese Zutat enthalten. Lab ist ein Gerinnungsenzym, das bei Käse zur Dicklegung der Milch dient. Es wird aus den Mägen von Wiederkäuern gewonnen. Doch Vegetarier müssen trotzdem nicht auf ihren Käse verzichten – in vielen Sorten ist mikrobielles Lab enthalten. Das sind Austauschstoffe, die entweder aus pflanzlichen Quellen stammen oder mittels Mikroorganismen hergestellt wurden.

Gummibärchen, Frischkäse, Tiefkühltorten: Alle Produkte können Gelatine enthalten. Die Zutat wird aus tierischen Häuten und Knochen gewonnen und fällt damit nicht mehr unter eine vegetarische Ernährung. Sie kommt auch in weiteren Lebensmitteln vor: Süßwaren, Joghurt, Backwaren

Wein und Saft: Getränke wie Wein und Saft wirken eigentlich auf den ersten Blick vegetarisch – bestimmte Sorten könnten aber mit Gelatine geklärt worden sein. Und nicht nur das: Bei einigen Weinsorten werden zur Klärung auch Schwimmblasen von Fischen eingesetzt. Die Gelatine wird zwar anschließend aus dem Produkt entfernt, sorgt laut der Verbraucherzentrale NRW aber immer wieder für Beschwerden seitens einiger Vegetarier. Denn dadurch, dass sie wieder herausgefiltert wird, muss sie nicht auf die Zutatenliste. In deutschem Bier müssen Sie hingegen keine tierischen Zutaten fürchten. Es ist somit auch für Veganer geeignet. Das gilt allerdings nicht für Biermixgetränke oder andere Drinks mit Alkohol. Dort lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste.

Brezeln und Backwaren: Bei der Herstellung der traditionell bayerischen Backware kommt Schweineschmalz zum Einsatz. Die Verbraucherzentrale Bayern rät daher, beim Verkaufspersonal nachzufragen. Doch Vegetarier müssen nicht unbedingt auf Brezeln verzichten. Als Alternative wird zunehmend Pflanzenöl oder auch Butter verwendet. Auch in Mehl und somit in Backwaren können tierische Bestandteile enthalten sein. L-Cystein, welches von Schweineborsten oder Federn stammt, kommt bei der Mehlbehandlung in Bäckereien zum Einsatz. Auch hier muss die Angabe auf der Verpackung nicht gemacht werden.

Süßigkeiten, Marmeladen, Spirituosen: Das, was unter anderem Schokolinsen und Marmeladen rot erstrahlen lässt, wird aus toten Insekten gewonnen. Dabei handelt es sich um „echtes Karmin“. Der Farbstoff wird auch als E 120 angegeben. Für die Herstellung werden weibliche Schildläuse gezüchtet und die Farbe aus den befruchteten und getrockneten Körpern herausgefiltert.

Chips und Knabberartikel: Sie sollten bei dem Begriff Aroma hellhörig werden – denn auch dahinter könnten sich tierische Produkte verstecken. Beispielsweise kann Aroma Bestandteile von Wild oder Lab enthalten. Das wird zum Beispiel Chips zugesetzt.

Nun stellt sich die Frage, woran man vegetarische Produkte erkennt? Verbraucher können sich an dem „V-Label“ orientieren. Das Zeichen wurde von der Europäischen Vegetarier Union (EVU) ins Leben gerufen. Es werden nur Lebensmittel damit gekennzeichnet, die ausschließlich vegetarische beziehungsweise vegane Zutaten enthalten und auch nur mit diesen hergestellt wurden. Hersteller können das Zeichen freiwillig beantragen – und erhalten es nur nach vorheriger Prüfung. Das Label kann auch ausschließlich vegane Produkte kennzeichnen.

22.06.2021

Quelle: T-Online, 21.06.2021

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Neue, einheitliche Regeln zur Anwendung von Fluorid zur Kariesprophylaxe

DEBInet berichtete am 15.06.2021. Erfreulicherweise ist die Verbreitung von Karies in Deutschland rückläufig. Allerdings betrifft dieser Trend mehr die bleibenden Zähne. Bei Kindern mit Milchgebiss ist er weniger stark ausgeprägt. Laut einer für Deutschland repräsentativen Studie hat jedes siebte bis achte Kind bereits im Alter von drei Jahren Karies. Von den Sechsjährigen sind mehr als die Hälfte betroffen.

Um der Entstehung von Karies zuvorzukommen, sollte möglichst früh mit der Kariesprophylaxe begonnen werden. Dafür spricht auch, dass das Kariesrisiko der bleibenden Zähne geringer ist, wenn die Milchzähne kariesfrei waren. Dies mag auch mit der Einübung von zahngesunden Verhaltensweisen zusammenhängen. Zu den Kernpunkten der Kariesprophylaxe zählt neben der Begrenzung des Naschens von Süßigkeiten und Trinkens süßer zuckerhaltiger Getränke sowie der regelmäßigen Zahnreinigung auch die Anwendung von Fluorid. Strittig war bislang, ob zur Unterstützung der Fluoridaufnahme zusätzlich Fluoridtabletten notwendig sind. Hierfür sprachen sich viele Kinderärzte aus. Die Zahnärzte waren dagegen der Ansicht, dass das Putzen der Zähne mit fluoridhaltiger Zahnpasta genügt. Nun haben sich beide Parteien geeinigt und gemeinsame Empfehlungen erarbeitet. Wichtig waren hierbei die Berücksichtigung wissenschaftlicher Studien zu Nutzen und Risiken der verschiedenen Fluoridanwendungen, Überlegungen, wie besonders von Karies betroffene Gruppen erreicht werden können, und Umsetzungsmöglichkeiten in den gegebenen Strukturen der Gesundheitsvorsorge in Deutschland. Die neuen Empfehlungen sehen Folgendes vor:

  • Ab der Geburt täglich Fluorid in Kombination mit Vitamin D in Tablettenform supplementieren. Ab dem Durchbruch des ersten Zahns sollte das Kind vorsichtig und spielerisch an das Zähneputzen herangeführt werden.
  • Ab dem ersten Zahndurchbruch bis zum ersten Geburtstag des Kindes haben Eltern die Wahl: Entweder sie geben ihrem Kind weiterhin die Vitamin-D-Fluorid-Tablette und putzen die Zähne ihres Kindes ohne Zahnpasta oder mit einer geringen Menge Zahnpasta ohne Fluorid. Alternativ können sie sich für das Zähneputzen mit einer reiskorngroßen Menge Zahnpasta mit 1.000 ppm (parts per million) Fluorid bis zu zweimal täglich entscheiden. In diesem Fall sollten sie ihrem Kind allerdings eine Vitamin-D-Tablette ohne Fluorid geben. Das Vorgehen wird im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung mit dem Kinderarzt besprochen (häufig U5 im Alter von ca. sechs Monaten) und auch der Zahnarzt kann im Rahmen der ersten zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchung (ab dem sechsten Lebensmonat möglich) beraten.
  • Ab dem ersten Geburtstag gilt für alle Kinder die Empfehlung, dass Eltern die Zähne zweimal pro Tag mit einer reiskorngroßen Menge Zahnpasta mit Fluorid putzen sollten. Dabei sollten Eltern die Zahnpastamenge genau dosieren. Bei der Auswahl der Zahnpasta empfehlen die Experten, Tuben mit kleinerer Öffnung und Zahnpasta mit neutraler Farbe und neutralem Geschmack auszuwählen.
  • Ab zwei Jahren aufwärts raten die Fachgesellschaften dazu, die Zähne zweimal täglich zuhause mit einer erbsengroßen Zahnpastamenge zu putzen. Mitunter kommt ein drittes Zähneputzen im Kindergarten / in der Kita hinzu. Das Kind lernt nun, sich selbst die Zähne zu putzen. Die Eltern sollten die Zähne aber bis ins Schulalter hinein nachputzen.

22.06.2021

Quelle: DEBInet, 15.06.2021

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Intervallfasten nicht effektiver als normale Diät

Scinexx schrieb am 17.06.2021 über eine neue Studie zum Thema Intervallfasten.

Das Intervallfasten gilt als besonders gesunde und wirksame Form des Abnehmens. Sie soll vor allem den Menschen helfen, denen es schwerfällt, eine durchgehende Diät einzuhalten. Beim Intervallfasten ernährt man sich im Prinzip normal, legt aber immer wieder Zeiten ohne Nahrungsaufnahme ein. Je nach Variante erfolgt diese Fastenpause täglich, jeden zweiten Tag oder man fastet zwei Tage in der Woche und isst in den restlichen fünf normal. Trotz der großen Beliebtheit ist der tatsächliche Nutzen des Intervallfastens umstritten. Studien legen nahe, dass zumindest das 5:2-Intervallfasten weder beim Abnehmerfolg noch beim Stoffwechsel Vorteile gegenüber einer normalen, kalorienreduzierten Ernährung bietet. Zudem scheint diese Diätform gerade bei hartnäckigem Bauchfett wenig zu helfen.

Jetzt weckt eine weitere Studie Zweifel an der angeblich besseren Effektivität des Intervallfastens. In ihr hat ein Team von der University of Bath die Wirkung einer normalen Diät mit zwei Formen des Wechselfastens verglichen. Teilnehmer waren 39 gesunde, normalgewichtige Frauen und Männer. Im Diättest folgte die erste Gruppe einem Wechselfasten, bei dem sie am Essenstag maximal 150 Prozent ihres Kalorienbedarfs aßen und hatten davor einen Tag gefastet – zusammen mit dem Fastentag ergab dies im Schnitt eine Kalorienreduktion auf 75 Prozent des Grundumsatzes. Die zweite Gruppe absolvierte eine normale Diät mit täglicher Einschränkung auf 75 Prozent des Kalorienbedarfs. Die dritte Gruppe macht zwar Wechselfasten, durfte am Essenstag aber so viel essen, dass brutto keine Kalorienreduktion zustande kam. Eingangs und nach drei Wochen wurden alle Testpersonen gewogen, ihr Körperfett gemessen und mittels Blutproben Stoffwechselparameter bestimmt.

Ergebnis: Das Intervallfasten war beim Abnehmerfolg nicht effektiver als die tägliche Kalorienreduktion“. Trotz gleicher Durchschnittszufuhr von Kalorien nahmen die Teilnehmer der Dauerdiät-Gruppe im Schnitt 1,91 Kilogramm ab, die der ersten Wechselfastengruppe dagegen um 1,60 Kilogramm. Bei der zweiten, weniger restriktiven Wechselfasten-Gruppe lag der Gewichtsverlust nur bei 0,5 Kilogramm. Es gab auch bei den Blutwerten keine signifikante Unterschiede. Obwohl das Intervallfasten überproportional positiv auf den Stoffwechsel und Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirken soll, fanden die Wissenschaftler bei ihren Testpersonen keine Hinweise darauf. Zudem wurden auch keine fastenspezifischen Muster bei der Aktivität von Schlüsselgenen im subkutanen Fettgewebe festgestellt. Überraschend auch: Bei der normalen Diät ging fast der gesamte Abnehmerfolg auf verlorenes Körperfett zurück. Beim Wechselfasten verloren die Testpersonen dagegen zur Hälfte Fett, zur Hälfte aber Nichtfettgewebe wie beispielsweise Muskeln. Gerade diesem Verlust von wichtigem Muskelgewebe soll das Intervallfasten jedoch eigentlich entgegenwirken.

Nach Ansicht des Teams sprechen die Ergebnisse dafür, dass eine kontinuierliche Diät besseren Resultate in Bezug auf Fettabbau und Gesundheit bringt als das Wechselfasten. Wem das Intervallfasten dennoch leichter fällt, der sollte versuchen, auf ausreichend Sport zu achten. Denn die Studiendaten zeigten, dass sich die Probanden an den Fastentagen deutlich weniger bewegten und so möglicherweise den Muskelabbau förderten. Als nicht uneingeschränkt empfehlenswert stuft auch Stefan Kabisch vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung an der Charité in Berlin das Intervallfasten ein. Seiner Meinung nach ist die Datenlage in Form von Humanstudien zum Nutzen des Intervallfastens noch zu unzureichend, um dieses Ernährungsmodell zu empfehlen.

17.06.2021

Quelle: Scinexx, 17.06.2021

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Typ-2-Diabetes: Erst Insulinanstieg, dann -resistenz?

DEBInet veröffentlichte am 10.06.2021 eine aktuelle Studie zu der Frage im Bezug auf die Entstehung eines Typ-2-Diabetes: Was tritt zuerst auf, eine Erhöhung des Insulinspiegels oder die Insulinresistenz?

Um den Entstehungsmechanismus von Typ-2-Diabetes besser zu verstehen, untersuchten Wissenschaftler der Universität Göteborg den Stoffwechsel im Fettgewebe von 27 Personen. Jeweils ein Drittel der Probanden war normalgewichtig, adipös mit normalem Blutzuckerspiegel beziehungsweise adipös mit manifestem Typ-2-Diabetes. Die Probanden unterzogen sich über mehrere Tage hinweg umfangreichen Untersuchungen, bei denen unter verschiedenen Bedingungen Proben entnommen wurden. Die Forscher analysierten die Konzentrationen von Glukose, Insulin und freien Fettsäuren im Blut der Probanden und untersuchten ihren Stoffwechsel sowie die Expression von Genen im Unterhautfettgewebe.

Sie stellten fest, dass der Blutzuckerspiegel der adipösen Probanden ohne Diabetes vergleichbar war mit den Probanden mit Normalgewicht. Anders verhielt es sich dagegen mit der Konzentration freier Fettsäuren im Blut und dem Insulinspiegel. Die nicht-diabetischen Teilnehmer mit Adipositas hatten dabei erhöhte Werte sowohl von freien Fettsäuren als auch von Insulin im Blut, und diese Werte waren ähnlich oder höher als die Werte, die im Blut der Teilnehmer mit Adipositas und Typ-2-Diabetes gemessen werden konnten. In einer Kooperation mit Wissenschaftlern der Universität Uppsala konnte dasselbe Muster auch im Nüchternblut von 500 Probanden einer bevölkerungsbasierten Studie nachgewiesen werden.

Die Untersuchungen legen die Vermutung nahe, dass die Fettsäuren mit der Insulinfreisetzung zusammenhängen und zu einer erhöhten Insulinproduktion auf nüchternen Magen beitragen, wenn der Blutzucker nicht gestiegen ist. Freie Fettsäuren sind ebenso wie Glycerin Produkte des Fettstoffwechsels des Körpers und kommen daher auch im Blutkreislauf vor. Bei den Probanden war die Menge an freigesetztem Glycerin pro Kilogramm Körperfett weitgehend konstant, unabhängig davon, ob sie normalgewichtig, nur adipös oder adipös und an Typ-2-Diabetes erkrankt waren. Die Forscher stellten daher die Hypothese auf, dass die Anzahl freier Fettsäuren im Blut ansteigen, weil das Fettgewebe überschüssige Energie nicht mehr speichern kann und dies ein frühes Anzeichen eines beginnenden Typ-2-Diabetes sein könnte. Nach diesen Erkenntnissen liegt die Vermutung nahe, dass es zuerst zu einer erhöhten Insulinfreisetzung durch den Anstieg freier Fettsäuren und anschließend zu einer Insulinresistenz kommt, welche sich im weiteren Verlauf zu einem manifesten Typ-2-Diabetes entwickeln kann.

17.06.2021

Quelle: DEBInet, 10.06.2021

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Studie: Ernährung beeinflusst Verlauf von COVID-19

Am 09.06.2021 veröffentlichte das Deutsche Ärzteblatt eine Fall-Kontroll-Studie aus New York, welche den Einfluss der Ernährungsweise auf den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung untersuchte und von Juli bis September 2020 stattfand.

Die wichtigsten Risikofaktoren für einen schweren Erkrankungsverlauf sind Diabetes Typ 2, atherosklerotische Erkrankungen und eine Hypertonie. Diese Erkrankungen sind unter anderem auch auf einen ungesunden Lebensstil mit mangelnder Bewegung und Fehlernährung zurückzuführen, sodass es naheliegt, den Einfluss der Ernährung auf den Krankheitsverlauf zu untersuchen. Ein Team vom Vagelos College of Physicians and Surgeons der Columbia University in New York hat hierzu 2.884 Personen aus dem Gesundheitswesen befragt, die durch ihre Patienten­kontakte ein erhöhtes Infektionsrisiko hatten. Die Kontaktdaten hatten die Forscher von „Survey Healthcare Globus“, einem Markforschungsunternehmen im Gesundheitswesen erhalten, das in den USA und in Europa aktiv ist. Die Studienteilnehmer stammten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und den USA. Die Teilnehmer füllten einen Fragebogen rund um ihren Lebensstil aus. Aufgrund ihres beruflichen Risikos waren 568 Teilnehmer an COVID-19 erkrankt: 430 stuften die Erkrankung als sehr mild oder mild ein. Die anderen 138 waren mittelschwer bis schwer erkrankt.

Auf das Infektionsrisiko und die Dauer der Erkrankung hatte die Ernährung keinen Einfluss. Doch Personen, die ihre Ernährung als „pflanzenbasiert“ beziehungsweise „pflanzenbasiert (mit geringem Fleischkonsum) oder pescetarisch“ eingestuft hatten, waren zu 73 % beziehungsweise 59 % seltener mittelschwer bis schwer an COVID-19 erkrankt. Bei diesen Berechnungen wurden die Unterschiede in Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft und Land, medizinisches Fachgebiet, Raucherstatus und körperliche Aktivität berücksichtigt. In einem weiteren Modell wurden auch Body-Mass-Index (BMI) sowie das Vorliegen von zahlreicher Erkrankungen berücksichtigt, ohne dass sich an den Zahlen etwas änderte. Interessant war, dass Personen, die ihre Ernährung als kohlenhydratarm einstuften, ein tendenziell höheres Risiko auf einen schweren Verlauf von COVID-19 hatten. Gegenüber den Personen mit einer pflanzenbasierten Diät erkrankten sie fast 4 mal so häufig schwer.

Kritik an der Studie ist allerdings, dass die Befragung auf der Selbsteinschätzung der Teilnehmer beruht, welche immer sehr subjektiv ist und nicht alle Aspekte der Lebensführung berücksichtigt wurden. Es ist denkbar, dass Menschen, die sich vermehrt pflanzenbasiert oder auch pescetarisch ernähren, auch in anderen Bereichen gesünder leben oder zu einer durch Bildung oder Einkommen privilegierten Gruppe gehören.

Angesichts der etablierten Risikofaktoren, die auf frühere Ernährungsfehler hinweisen, dürfte die Frage nach dem Einfluss der aktuellen Ernährung auf das Erkrankungsrisiko legitim sein. Eine protektive Wirkung ließe sich durch die geringere Entzündungsbereitschaft beim Verzicht auf Fleisch und die bessere Versorgung mit Omega-3—Fettsäuren plausibel erklären.

17.06.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 09.06.2021

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So löst das Coronavirus Diabetes aus

Scinexx berichtete am 04.06.2021 über den Nachweis des Befalls und der Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen durch SARS-CoV-2.

Das Coronavirus SARS-CoV-2 greift eine Vielzahl von Organen und Geweben im Körper an – von den Atemwegen und der Lunge über den Darm, die Nieren und die Blutgefäße bis hin zu den Nerven und dem Gehirn. Fallberichte legen zudem nahe, dass sich im Zuge einer Corona-Infektion auch ein Diabetes Typ 1 entwickeln kann. Dabei werden die Betazellen der Bauchspeicheldrüse geschädigt und schütten kein Insulin mehr aus – ein erhöhter Blutzucker ist die Folge. Das belegen nun Infektionstests an Zellkulturen sowie Autopsiebefunde von Covid-19-Patienten. Sie zeigen, dass das Virus den „Neben-Türöffner“ Neuropilin-1 nutzt, um in die Zellen einzudringen. Als Folge gehen die infizierten Zellen zugrunde und die Insulinproduktion stockt, dies untersuchten Chien-Ting Wu von der Stanford University und seine Kollegen.

Nach Ansicht des Forschungsteams bestätigen diese Ergebnisse, dass das Coronavirus SARS-CoV-2 die Betazellen der Bauchspeicheldrüse direkt befallen und zerstören kann. Die nach Covid-19 beobachteten Diabetesfälle könnten demnach direkt auf das Virus zurückgehen. Noch ist nicht geklärt, ob der durch die Corona-Infektion ausgelöste Diabetes sich im Laufe der Zeit wieder zurückbilden kann oder ob er irreversibel ist. Auch auf welchem Wege das Coronavirus in die Bauchspeicheldrüse gelangt und warum nur einige Covid-19-Patienten betroffen sind, ist bislang unbekannt.

09.06.2021

Quelle: Scienexx, 04.06.2021

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Wissenschaftler empfehlen Fastenkur als Einstieg in eine langfristige Ernährungsumstellung

Wie das Deutsche Ärzteblatt am 02.06.2021 veröffentlichte, meinen Wissenschaftler vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC) – Einrichtungen der Charité-Universitätsmedizin Berlin, dass Menschen mit metabolischem Syndrom, die ihre Ernährung umstellen, am besten mit einer Fastenkur starten sollten.

An einer entsprechenden Studie nahmen 71 Probanden mit metabolischem Syndrom und erhöhtem systolischen Blutdruck teil. Die Forschenden teilten sie nach dem Zufallsprinzip in 2 Gruppen ein. Beide Gruppen ernährten sich 3 Monate lang nach der sogenannten DASH-Diät, dem „Dietary Approach to Stop Hypertension“ – einem Ernährungsansatz gegen Bluthochdruck. Diese Diät entspricht der Mittelmeerdiät. Eine der beiden Gruppen nahm 5 Tage lang keinerlei feste Nahrung zu sich, bevor sie mit der DASH-Diät begann – diese Gruppe startete die Ernährungs­umstellung also mit einer Fastenkur.

Dabei nahm bei den Fastenteilnehmern insbesondere die Anzahl von entzündungsfördernden T-Zellen ab, während sich regulatorische T-Zellen vermehrten. Anhand von Stuhlproben untersuchten die Forschenden außerdem die Auswirkungen des Fastens auf das Mikrobiom des Darms. Dieses veränderte sich während des Nahrungsverzichts stark. Dabei vermehren sich vor allem die gesundheitsfördernden Bakterien, was die Blutdrucksenkung fördert.

Bei den Probanden, die mit einer 5-tägigen Fastenperiode in die gesunde Ernährung eingestiegen sind, blieben der Body Mass Index, der Blutdruck und der Bedarf an blutdrucksenkenden Medikamenten dauerhaft niedriger. Das Fasten wirkt wie ein Katalysator für die schützenden Mikroorganismen im Darm. Die Gesundheit verbessert sich sichtbar sehr schnell, die Patienten können ihre Medikation reduzieren oder oftmals ganz auf Tabletten verzichten“, lautet das Fazit der Wissenschaftler.

04.06.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 02.06.2021

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Typ-2-Diabetes: Erfolgreiche Diät kann auch den Blutdruck normalisieren

Das Deutsche Ärzteblatt veröffentlichte am 01.06.2021 die Studienergebnisse einer britischen Studie in einer Publikation in „Diabetologia“. So gelang es vielen adipösen Menschen, deren Diagnose eines Typ-2-Diabetes erst wenige Jahre zurückliegt, durch eine Gewichtsreduktion nicht nur den Blutzucker zu normalisieren, sondern auch dauerhaft auf Hochdruckmedikamente zu verzichten.

An der Studie hatten 298 Patienten teil­genommen, deren Typ-2-Diabetes im Mittel 3 Jahre zuvor diagnostiziert worden war. Die Hälfte der Teilnehmer wurde auf eine Reduktionskost randomisiert. Das „Counterweight-Plus“-Gewichtsmanagement, das von Diätassistenten oder von geschulten Arzt­helferinnen durchgeführt wurde, bestand aus Nährstofflösungen mit einer Tageszufuhr von 830 Kilokalorien. In der Interventionsgruppe verloren die Teilnehmer im Durchschnitt 10 kg an Gewicht. Jeder 4. nahm sogar 15 kg ab. Auch die Blutzuckerwerte verbesserten sich deutlich.

Wie häufig in Diätstudien nahmen zwar viele Teilnehmer danach wieder an Gewicht zu. Von denen, die ihr reduziertes Gewicht hielten, konnten jedoch 2/3 auch nach 2 Jahren auf Blutzuckersenker verzichten mit der guten Aussicht, ihren Typ-2-Diabetes auf Dauer „besiegt“ zu haben. Die Forscher machten außerdem die Beobachtung, dass der Blutdruck bei den meisten Teilnehmern abnahm und zwar parallel zum Gewichtsverlust. Bei den Personen, die zu Beginn der Studie keine Blut­druckmedikamente einnahmen, ging der Blutdruck bereits in der 1. Woche zurück. Bei Menschen, die ihre Blutdruckmedikamente abgesetzt hatten, setzte der Blutdruckabfall nach etwa 6 Wochen ein. Nur 1/4 der Teilnehmer (28 %) musste während der Diätphase die Blutdruckmedikamente wieder ein­neh­men. Bei anderen war dies später notwendig. Doch insgesamt 28 % der Teilnehmer kamen auch nach 2 Jahren ohne die Hochdruckmedikamente aus, die sie vor Beginn der Studie benötigt hatten.

04.06.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 01.06.2021

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Drei Jahre jünger in acht Wochen?

Bewegung, Schlaf und spezielle Ernährung stellen die epigenetische Uhr zurück! Darüber berichtet Scinexx am 01.06.2021.

Der Alterungsprozess ist ganz normal. Manchmal unterscheidet sich unser biologisches Alter aber sehr dem chronologischen Alter. Genetische Veranlagung, Lebesweise, Umweltfaktoren und Stress haben Einfluss auf unsere Gewebe, Organe und Zellen und verändern diese unterschiedlich schnell. Messbar sind diese altersbedingten Veränderungen an verschiedenen Biomolekülen, aber auch an der Länge der Chromosomenendstücke und an Anlagerungen an der DNA. Anders als genetische Faktoren ist das Muster dieser epigenetischen Anlagerungen an der DNA veränderlich: Es verändert sich mit dem Alter und der Lebensweise. Über diese epigenetische „Altersuhr“ – DNAmAge getauft – lässt sich daher das biologische Alter abschätzen.

Aber wie stark lässt sich diese epigenetische Altersuhr durch unsere Lebensweise beeinflussen? Das hat ein Forschungsteam  des Institute for Functional Medicine in Washingtonhaben in einer Pilotstudie mit 43 gesunden Männern im Alter von 50 bis 72 Jahren untersucht. Acht Wochen lang stellte die Hälfte der Probanden ihre Lebensweise um: Sie machten jeden Tag mindestens 30 Minuten Sport, schliefen mindestens sieben Stunden pro Nacht und führten regelmäßig Atemübungen zur Entspannung durch. Zusätzlich passten die Probanden ihre Ernährung an: Sie aßen wenig tierische Eiweiße und Kohlenhydrate, dafür viel Gemüse. Ihr Essensrhythmus entsprach einem gemäßigten Intervallfasten, bei dem sie zwischen 19;00 Uhr abends und sieben Uhr morgens keine Nahrung zu sich nahmen. Ergänzend erhielten die Teilnehmer ein Nahrungsergänzungsmittel mit verschiedenen Pflanzeninhaltsstoffen und ein probiotisches Präparat mit Milchsäurebakterien. Zu Beginn und Ende des Testzeitraums nahmen die Forscher DNA-Proben aus dem Speichel und überprüften das Muster der epigenetischen Anlagerungen.

Das Ergebnis: Obwohl die Männer ihre Lebensweise nur acht Wochen lang umgestellt hatten, zeigten sich signifikante Veränderungen ihres epigenetischen Musters: Ihre DNAmAge-Uhr hatte sich in den acht Wochen um 1,96 Jahre zurückgedreht, die Teilnehmer der Kontrollgruppe waren dagegen im gleichen Zeitraum epigenetisch um 1,27 Jahre älter geworden. Insgesamt betrug der Unterschied zwischen den beiden Gruppen damit mehr als drei Jahre. Sollte sich der positive Effekt auch in Folgestudien mit mehr Probanden bestätigen, könnte dies neue Möglichkeiten eröffnen, die Gesundheit im Alter gezielt zu stärken.

02.06.2021

Quelle: Scienexx, 01.06.2021

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Kinderernährung: Vegetarisch und vegan – kann das gesund sein?

Der UGB veröffentlichte in seinem Newsletter vom 01.06.2021 den folgenden Blogbeitrag.

In Deutschland ernähren sich schätzungsweise 8% der Erwachsenen vegetarisch oder vegan – bei Kindern und Jugendlichen liegt die Zahl bereits darüber. Doch ist eine Ernährungsweise, die teilweise oder sogar vollständig auf tierische Produkte verzichtet, für Heranwachsende geeignet? Die VeChi-Youth-Studie geht dieser Frage auf den Grund.

Im Zeitraum zwischen Oktober 2017 und Januar 2019 nahmen insgesamt 401 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis achtzehn Jahren an der Ernährungsstudie EsKiMo II des Robert Koch-Instituts teil – 172 Jungen und 229 Mädchen. Das Team von Wissenschaftlern untersuchte unter anderem, ob es Unterschiede in Größe, Gewicht und Body Mass Index (BMI) zwischen Veganern, Vegetariern und Mischköstlern gab. Außerdem verglichen sie die Energie- und Nährstoffzufuhr sowie den Versorgungsstatus einiger Nährstoffe mit Hilfe von Blut- und Urinproben.

Zu folgenden Schlüssen kamen die EsKiMo II und die VeChi-Youth-Studie:

  • Erhöhter Nährstoffbedarf im Wachstum: Die Ergebnisse zeigen, dass sich unabhängig von der Ernährungsweise wichtige Körpermaße wie Größe, Gewicht und BMI der Heranwachsenden nicht unterscheiden.
  • Proteinversorgung: Im Mittel erreichten die Teilnehmer aller Altersklassen die Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine ausreichende Proteinversorgung auch bei fleischfreier Ernährung möglich ist. Um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen, empfiehlt die amerikanische Academy of Nutrition and Dietetics die Proteinzufuhr für vegane Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren um 20 bis 30 Prozent zu erhöhen und für über Sechsjährige um bis zu 20 Prozent. Für Säuglinge und Kinder bis zu zwei Jahren schlagen die Wissenschaftler ein Mehr von 30 bis 35 Prozent vor.
  • Kritische Nährstoffe: Mit den meisten Vitaminen und Mineralstoffen waren die Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihrer Ernährungsform gut versorgt.
  • Zu wenig Vitamin D und Calcium: Auch den empfohlenen Versorgungsstatus für Vitamin D unterschritten 30 Prozent der Kinder aller drei Ernährungsformen. Die Referenzwerte für Calcium erreichten nur knapp 46 Prozent der Veganer, 56 Prozent der Vegetarier und rund 67 Prozent der Mischköstler. Bei den vegan essenden Teilnehmern waren die Werte mit rund 529 Milligramm pro Tag am geringsten. Angereicherte Milchersatzprodukte und calciumreiches Mineralwasser sollten bei ihnen daher täglich auf den Tisch kommen.
  • Jod nicht nur bei Pflanzenkost problematisch: Hinsichtlich der Zufuhr von Jod fiel die Versorgung ebenfalls bei allen Ernährungsformen kritisch aus; auch hier wiesen die Veganer die niedrigsten Werte auf. Bei einer Mischkost liefern Milch und Milchprodukte etwa 38 Prozent des zugeführten Jods. Daneben stellt jodiertes Speisesalz eine der wichtigsten Quellen dar. Der bekannteste kritische Nährstoff für Veganer ist Cobalamin (B12). Von den veganen Teilnehmern nahmen insgesamt rund 88 Prozent B12-Präparate zu sich. Damit ist die Versorgung bei der Mehrheit der Teilnehmer zwar sichergestellt, jedoch sind immerhin 12 Prozent von einer Unterversorgung bedroht. An dieser Stelle sind besonders die Eltern gefragt, sich um eine gesicherte Versorgung zu kümmern und Heranwachsende ausreichend über die Notwendigkeit der B12-Aufnahme zu informieren.

Fazit: Die VeChi-Youth-Studie deutet darauf hin, dass bei einer bewussten und abwechslungsreichen veganen Ernährungsweise keine Mangelzustände zu befürchten sind. Voraussetzung ist dabei allerdings, kritische Nährstoffe wie Vitamin B12 über Supplemente in ausreichender Menge zuzuführen. Auch die Versorgung mit Vitamin B2, Calcium und Jod ist im Auge zu behalten. Das gilt aber auch für nicht vegan lebende Kinder. Zu bedenken bleibt, dass die Studie zwar nachvollziehbare Hinweise zur Nährstoffversorgung liefert, aber nicht repräsentativ ist. Besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadiskussionen stellt eine überwiegend pflanzliche Ernährungsweise eine nachhaltige Alternative zur derzeit üblichen Mischkost dar. Unter Beachtung der wichtigsten Nährstoffe und mit einem vollwertigen Speiseplan ist eine pflanzenbasierte Kost auch für die Jüngsten umsetzbar. Dazu braucht es jedoch eine nachhaltige Ernährungsbildung durch ausgebildete Fachkräfte und das notwendige Wissen der Eltern.

02.06.2021

Quelle: UGB, 01.06.2021

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Hypoallergene Säuglingsnahrung kann vor Asthma und Neurodermitis schützen

DEBInet berichtet am 25.05.2021 im Newsletter: Die Ergebnisse einer deutschen Langzeitbeobachtungsstudie von Säuglingen mit einem erhöhten Risiko für allergische Erkrankungen sprechen dafür, dass bestimmte HA-Säuglingsnahrungen einer Erkrankung an Asthma und Neurodermitis im Erwachsenenalter vorbeugen können.

Muttermilch ist nach wie vor die am besten auf die Bedürfnisse von Säuglingen abgestimmte Nahrung. Doch was ist, wenn junge Mütter nicht stillen können oder möchten? Auf dem Markt gibt es eine breite Palette von Säuglingsanfangsnahrungen, deren Zusammensetzung der Muttermilch nachempfunden ist. Manche haben besondere diätetische Eigenschaften. Zu dieser Gruppe zählen hydrolysierte (HA) Säuglingsnahrungen. Diese Produkte wurden ursprünglich für Babys mit Kuhmilchallergien entwickelt. Später keimte der Verdacht auf, dass HA-Säuglingsnahrungen auch vor der Entstehung allergischer Erkrankungen schützen könnten. Dieser potentiell präventive Effekt wurde allerdings immer wieder infrage gestellt. Etwas mehr Klarheit versprechen die Ergebnisse der GINI-Allergiestudie, die unlängst in der Fachzeitschrift “Allergy” veröffentlicht wurden.

In dieser Studie wurden Langzeiteffekte verschiedener HA-Säuglingsnahrungen auf die Entstehung allergischer Erkrankungen untersucht. Die Studie begann bereits 1995. Die Kinder erhielten in den ersten vier Jahren jeweils eine von drei verschiedenen HA-Säuglingsnahrungen (Interventionsgruppe) oder eine reguläre Säuglingsnahrung (Kontrollgruppe). Die HA-Nahrungen unterschieden sich im verwendeten Protein und ihrem Hydrolysierungsgrad. Ausgewählt wurden jeweils eine HA-Säuglingsnahrung mit moderat und stark aufgespaltenem Molkenprotein sowie eine stark hydrolysierte Säuglingsnahrung auf Caseinbasis. In den darauffolgenden Jahren wurden die teilnehmenden Familien regelmäßig kontaktiert und per Fragebogen zum Auftreten von allergischen Erkrankungen (Asthma, Neurodermitis und allergischem Schnupfen) befragt. Bei der aktuellen Auswertung handelt es sich um die Ergebnisse der Nachbefragung nach 20 Jahren, an der 1.199 der mittlerweile erwachsenen Probanden teilnahmen.

Probanden aus der Gruppe mit moderat hydrolysiertem Molkeneiweiß hatten ein um 27% geringeres Risiko für Neurodermitis im Vergleich zu Probanden der Kontrollgruppe. Bei den Probanden, die das starke hydrolysierte Caseinprodukt erhalten hatten, war das Risiko sogar um 39% verringert. Die Chance, im Alter zwischen 16 und 20 Jahren an Asthma zu erkranken, war in der Gruppe der Probanden mit dem moderat hydrolysierten Molkenproteinprodukt um 56% und in der Gruppe der Probanden mit dem stark hydrolysierten Caseinprodukt um 54% geringer als in der Kontrollgruppe. In Bezug auf die Vorbeugung von allergischem Schnupfen konnten die Wissenschaftler keinen statistisch bedeutsamen präventiven Effekt aller drei HA-Säuglingsnahrungen im Vergleich zur Kontrollgruppe mit regulärer Säuglingsnahrung feststellen.

Der Weg, über den HA-Säuglingsnahrungen der Entstehung allergischer Erkrankungen wie Asthma und Neurodermitis vorbeugen können, ist bislang nicht vollständig geklärt. Da die HA-Säuglingsnahrungen dieser Studie sich in ihrer präventiven Wirkung unterschieden, vermuten die Forschenden, dass die Hydrolyse möglicherweise Allergie auslösende Eiweißbestandteile aus der Säuglingsnahrung unterschiedlich gut beseitigen konnte. Denkbar sind auch indirekte Effekte der HA-Nahrungen auf das Immunsystem, beispielsweise durch die Beeinflussung des Darm-Mikrobioms.

31.05.2021

Quelle: DEBInet, 25.05.2021

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Unseriöse Allergiediagnostik – Den „einen Allergietest“ gibt es nicht

Die DGE berichtet im Mai 2021 in einem Blockbeitrag über die Problematik der Allergologie.

Eine Allergie abzuklären entspricht in gewisser Weise einem Puzzle, bei dem die einzelnen Untersuchungsergebnisse erst in einer endgültigen Auswertung eine Diagnose über eine Allergie zulassen oder nicht. Die derzeit zur Verfügung stehenden und wissenschaftlich gesicherten Testmethoden sollten daher auch gezielt angewendet werden.

Oft werden allerdings anstatt der notwendigen, mehrstufigen Diagnostik Testverfahren angeboten, die bereits mit einem Test die Klärung über eine Allergie versprechen. Dies ist beispielsweise bei dem relativ teuren Immunglobulin G (IgG)-Antikörper-Test der Fall. Hier wird eine schnelle und klare Antwort auf die Frage nach dem Allergieauslöser zugesichert. Im Anschluss an den Bluttest erhält der/die Betroffene dann i.d.R. eine Auflistung von Lebensmitteln, die laut Testergebnis für die Symptome verantwortlich sind. Die Ernährungsumstellung ist oft sehr rigorosund die meisten Betroffenen wissen schlichtweg nicht mehr, was sie eigentlich noch essen dürfen. Eine qualifizierte Ernährungsberatung fehlt dazu in der Regel. Zudem kann der Verzicht von Lebensmittelgruppen langfristig zu einer Unterversorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen führen.

Im Gegensatz zum IgG-Test, der behauptet als Einzeltest eine Allergie zu beweisen oder auszuschließen, ist die Immunglobulin E (IgE)-Bestimmung ein gutes Labor-Testverfahren im Rahmen der Allergiediagnose. Allerdings nie als alleiniges Instrument, sondern immer nur als ein Teil eines mehrstufigen Plans der Allergieabklärung.

Viele der aufgelisteten unseriösen Messmethoden sind mit wissenschaftlichen Methoden nicht erklärbar oder reproduzierbar. Trotzdem sind sie populär und Betroffene sind bereit, hohe Summen für die Durchführung auszugeben. Bei allen nicht validierten und unwissenschaftlichen Testmethoden werden Listen von angeblich unverträglichen Lebensmitteln oder Pauschaldiäten ausgegeben. Die großen Einschränkungen in der Lebensmittelauswahl vermindern stark die Lebensqualität. Die empfohlenen Diäten oder Verhaltensänderungen sind meistens auch unnötig. Sie können dazu beitragen, dass bei den Betroffenen Zweifel an der „Schulmedizin“ und der wissenschaftlich fundierten Allergieabklärung aufkommen. Fachgesellschaften wie die National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) warnen daher ausdrücklich vor einer Überdiagnostik und der Gefahr falsch interpretierter Daten. Sie empfehlen, eine Allergieabklärung nur von AllergologInnen durchführen zu lassen, welche mit qualifizierten Ernährungstherapeuten zusammenarbeiten, sodass einer Mangelernährung vorgebeugt werden kann.

27.05.2021

Quelle: DGE.de, 05.2021

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Phytosterinhaltige Lebensmittel nur bei tatsächlich erhöhtem Cholesterinspiegel verzehren

DEBInet veröffentlichte am 20.05.2021 einen Artikel zu diesem Thema.

Phytosterine (auch bekannt als Pflanzensterine) sind fettähnliche Verbindungen, die natürlicherweise in kleinen Mengen in fetthaltigen pflanzlichen Lebensmitteln wie beispielsweise Speiseölen, Nüssen, Samen, Cerealien und Bohnen vorkommen. Nehmen wir Pflanzensterine mit der Nahrung zu uns, werden diese in unserem Stoffwechsel praktisch nicht genutzt. Pflanzensterine verdrängen Cholesterin bei der Resorption aus dem Dünndarm, sodass der Körper weniger Cholesterin aufnimmt. Ein Teil dieser geringeren Aufnahme wird durch eine erhöhte Eigensynthese von Cholesterin ausgeglichen. Die Eigensynthese kann die geringere Cholesterinaufnahme allerdings nicht vollständig kompensieren, sodass der Cholesterinspiegel sinkt.

Diesen Effekt haben sich Lebensmitteltechnologen zunutze gemacht und Produkte entwickelt, die mit Phytosterinen angereichert sind. Besonders bekannt sind angereicherte Margarinen, auf dem Markt sind aber auch Joghurtdrinks und andere Produkte. Eine regelmäßige Aufnahme von zwei bis drei Gramm Phytosterinen kann das „schlechte“ LDL-Cholesterin von Menschen mit erhöhtem Cholesterinspiegel nachweislich um rund zehn Prozent senken. Diese Menge ist zum Beispiel in 25 bis 30 Gramm angereicherter Margarine enthalten. Eine weitere Erhöhung der Phytosterinaufnahme über diese Menge hinaus führt allerdings zu keiner zusätzlichen Senkung des Cholesterinspiegels. Dahingegen nehmen unerwünschte Wirkungen zu, denn Phytosterine hemmen die Aufnahme bestimmter Carotinoide und fettlöslicher Vitamine aus der Nahrung. Außerdem reichern sie sich im Blutplasma an, wobei bislang nicht bekannt ist, ob dies negative gesundheitliche Effekte nach sich ziehen kann. Dies ist auch der Grund dafür, dass mit Phytosterinen angereicherte Produkte nur von Menschen mit erhöhtem Cholesterinspiegel verzehrt werden sollten. Sie sind nicht für gesunde Menschen gedacht und sollten aufgrund der Hemmung der Vitaminaufnahme keinesfalls von schwangeren oder stillenden Frauen sowie Kindern unter fünf Jahren verzehrt werden.

Menschen mit erhöhtem Cholesterinspiegel, die Medikamente zur Cholesterinsenkung einnehmen, sollten den Einsatz von Phytosterin-Produkten vorab mit ihrem Arzt besprechen. Generell ist darauf zu achten, pro Tag nicht mehr als 3 Gramm Phytosterine über Lebensmittel aufzunehmen. Werden täglich mehrere angereicherte Lebensmittel verzehrt oder zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, kann des schnell zu einer Überschreitung dieser Menge kommen. Außerdem rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), die geringere Aufnahme von Carotinoiden und fettlöslichen Vitaminen durch einen höheren Konsum von Obst und Gemüse als bislang üblich auszugleichen.

Es ist nicht möglich, durch den Verzehr von Lebensmitteln, die mit Phytosterinen angereichert sind, einer Erhöhung des Cholesterinspiegels vorzubeugen. Hierfür empfiehlt sich eine ausgewogene, abwechslungsreiche und ballaststoffreiche Ernährung sowie ein insgesamt möglichst gesunder Lebensstil.

27.05.2021

Quelle: DEBInet.de, 20.05.2021

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Zuckerhaltige Getränke kurbeln Fettproduktion in der Leber an

DEBInet präsentierte am 18.05.2021 eine Studie der Universitäten Zürich, Lausanne und Graz vor.

Seine kariogene Wirkung und der hohe Energiegehalt haben Zucker schon länger in Verruf gebracht. Zucker kann regelrecht süchtig machen und begünstigt die Entstehung von Übergewicht und Adipositas. In einer aktuellen Studie haben Wissenschaftler untersucht, wie sich ein moderater, aber regelmäßiger Konsum zuckerhaltiger Getränke auf den Fettstoffwechsel der Leber auswirkt.

Für die Studie wurden 94 gesunde, normalgewichtige Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren nach dem Zufallsprinzip in verschiedene Gruppen eingeteilt. Die Probanden der drei Interventionsgruppen tranken sieben Wochen lang täglich ein Getränk, das mit 80 Gramm Fruchtzucker (Fruktose), Traubenzucker (Glukose) oder Haushaltszucker (Saccharose, ein Zweifachzucker aus Glukose und Fruktose) gesüßt war. Die Probanden der Kontrollgruppe behielten ihre gewohnte Ernährung bei. Anhand von Tracern (markierte Substanzen, deren Weg im Körper nachverfolgt werden kann) konnten die Wissenschaftler den Effekt der Süßgetränke auf den Fettstoffwechsel der Leber untersuchen. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass bereits ein moderater Konsum bestimmter Zucker zu einer Umschaltung des Fettstoffwechsels in der Leber führen. “Die körpereigene Fettproduktion in der Leber war in der Fruchtzucker-Gruppe doppelt so hoch wie in der Traubenzucker-Gruppe oder der Kontrollgruppe – und dies mehr als zwölf Stunden nach der letzten Mahlzeit bzw. dem letzten Zuckerkonsum”. Der Zusammenhang zwischen einer hohen Fruktoseaufnahme und der Fettsynthese in der Leber ist bereits bekannt, überraschend war dagegen, dass der am häufigsten verzehrte Haushaltszucker die Fettproduktion in der Leber sogar noch stärker ankurbelte als dieselbe Fruchtzuckermenge.

Die erhöhte Fettsynthese in der Leber gilt als erster maßgeblicher Schritt in der Entstehung von Erkrankungen wie einer Fettleber und eines Typ-2-Diabetes. Im Interesse der eigenen Gesundheit empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation, täglich maximal 50 Gramm Zucker zu konsumieren, besser wäre sogar die Beschränkung auf 25 Gramm pro Tag.

27.05.2021

Quelle: DEBInet.de, 18.05.2021

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Ernährungsreport 2021 veröffentlicht, DDG übt Kritik

Am 19.05.2021 stellte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) den Ernährungsreport 2021 vor, welcher auf einer repräsentativen forsa-Umfrage unter 1.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern basiert. Das deutsche Ärzteblatt fasst zusammen:

„Die Studien­ergebnisse zeigen, dass wir Rahmenbedingungen richtig setzen und das Ziel erreichen“, so Klöckner. Barbara Bitzer, Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) hat allerdings deutliche Kritikpunkte. Nach wie vor sei der Nutri-Score nicht verpflichtend und in Fertigprodukten stecke noch immer zu viel Zucker und Fett, so Bitzer. Man brauche endlich verbindliche Regeln zur Reduktion von Zucker und Fetten in Lebensmitteln und einen verpflichtenden Nutri-Score. Mit verbindlichen Reduktionszielen, einem bundesweiten Werbeverbot für süße und fettige Kinder­lebens­mittel sowie einer steuerlichen Entlastung von gesunden Produkten wie Obst und Gemüse könne die Politik wichtige Weichen stellen, damit sich noch mehr Menschen in Deutschland gesund ernähren und Adipositas- und Diabetesneuerkrankungen nachhaltig eingedämmt werden – hier müsse in der nächsten Legislaturperiode dringend nachgebessert werden.

Alle Veränderungen im Vergleich zu 2015 finden Sie im aktuellen Ernährungsreport 2021. 

21.05.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 20.05.2021

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Kardiovaskuläre Mortalität: Nicht alle Kohlenhydrate auf den Index

Das Deutsche Ärzteblatt berichtet am 12.05.2021 zu diesem Thema: Eine High-Carb-Ernährung genießt gegenwärtig keinen guten Ruf. Zu überzeugend waren in den letzten Jahren die Hinweise auf die vielen Vorteile von Low-Carb. Doch die richtige Wahl der Kohlenhydrate ist entscheidend, wenn es um die Gesundheit geht, das zeigen nun die neuen Ergebnisse der PURE-Studie.

Statt Kohlenhydrate undifferenziert zu verbannen, kommt es darauf an, auf die richtigen Kohlenhydrate zu setzen. Sie kommen in kurzkettiger und langkettiger Form in der Nahrung vor. Den kurzkettigen oder „einfachen“ Kohlenhydraten ist gemein, dass sie schneller zu Glukose abgebaut werden. Ihr Verzehr lässt den Blutzucker sprunghaft ansteigen – sie haben daher einen hohen glykämischen Index. Langkettige oder komplexe Kohlenhydrate – darunter fallen Stärke und Ballaststoffe – bestehen aus mehreren einfachen, aneinander geketteten Kohlenhydraten. Sie sind schwerer verwertbar, der Blutzuckerspiegel steigt vergleichsweise langsam, deren glykämischer Index ist niedrig. Dieser Index ist für die gesundheitlichen Effekte entscheidend.

Eine Ernährung reich an einfachen Kohlenhydraten ist mit der Entwicklung von Adipositas und einer Insulinresistenz assoziiert. Weiterhin zeigen Studien, dass der Konsum dieser Kohlenhydrate mit einem schlechteren Lipidprofil, höheren Entzündungswerten, arterieller Hypertonie sowie einem erhöhten Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten einhergeht. Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass eine Ernährung mit hohem glykämischen Index das Risiko für einen frühzeitigen Tod erhöht. So hatten Menschen, die viele einfache Kohlenhydrate verzehrten, ein um rund 25 % erhöhtes Risiko für kardiovaskulären Tod oder ein kardiovaskuläres Ereignis. Das Risiko war zudem unabhängig von dem Vorliegen einer kardialen Vorerkrankung erhöht.

Die Studie bestätigt erneut, dass eine Ernährung reich an unverarbeiteten Lebensmitteln, insbesondere Früchte, Gemüse, und Vollkornprodukten mit einem hohen Ballaststoffanteil günstig für unsere Gesundheit sein kann – trotz eines hohen Anteils an Kohlenhydraten. In Sachen „Low-Carb“ versus „High-Carb“ dürfte damit erneut klar werden, dass derzeit vor allem ein Konsens bestehen dürfte: Verarbeitete Lebensmittel sind immer schädlich – unabhängig davon, wie die Ernährung sonst zusammengesetzt ist.

17.05.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 12.05.2021

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Studie untersucht Erkrankungsrisiken von Fleischessern

Das deutsche Ärzteblatt veröffentlichte am 12.05.2021 eine neue Studie zu diesem Thema.

Die UK Biobank, die zwischen 2006 und 2010 Blutproben von fast einer halben Million Briten archiviert hat, entwickelt sich zu einer wichtigen Datenquelle, um den Einfluss von Ernährungsgewohnheiten auf die Gesundheit zu untersuchen. Der Grund ist ein Fragebogen zu den Ernährungsgewohnheiten, den die Teilnehmer bei ihrem Besuch in den Studienzentren ausfüllten. Die Antworten lassen sich mit späteren Erkrankungen in Beziehung setzen, die sich durch eine Vernetzung mit den Krankenhausstatistiken und Sterberegistern ermitteln lassen.

Epidemiologen der Universität Oxford haben jetzt die Auswirkungen auf 25 häufige Erkrankungen untersucht – wobei Krebserkrankungen ausgenommen wurden, da diese bereits in früheren Untersuchu­ngen mit einem erhöhten Verzehr von rotem Fleisch und insbesondere Wurstwaren in Verbindung gebracht wurden. Der World Cancer Research Fund rät deshalb, den Fleischkonsum auf weniger als 3 Portionen oder maximal 350 bis 500 Gramm pro Woche einzuschränken (auf Wurstwaren sollte weit­gehend verzichtet werden).

Das Ergebnis: Menschen, die gerne und viel rotes Fleisch und Wurstwaren verzehren, sind anfälliger für Herzinfarkt, Lungenentzündungen, Darmdivertikel, Dickdarmpolypen und Diabetes, erkranken aber seltener an einer Eisenmangelanämie. Der vermehrte Verzehr von Geflügelfleisch war mit einem höheren Risiko auf gastroösophageale Refluxkrankheit, Gastritis und Duodenitis, Darmdivertikel, Gallenblasen­erkrankungen und Diabetes verbunden.

17.05.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 12.05.2021

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Wie beeinflusst Sport das Ernährungsverhalten?

Mit dieser Frage beschäftigte sich am 12.05.2021 DEBInet in ihrem Newsletter.

Wer eine Gewichtsabnahme erreichen möchte, sollte mehr Energie verbrauchen als er zu sich nimmt. Demnach ist neben der Ernährung die körperliche Bewegung die wichtigste Stellschraube der Energiebilanz. Doch wie hängen Sport und Ernährung zusammen? Mit dieser Frage befassten sich die Technischen Universität München und die University of Nebraska in Lincoln. Im Rahmen einer randomisierten Überkreuzstudie untersuchten sie, welchen Einfluss ein 45-minütiges aerobes Training auf hypothetische Entscheidungen der Probanden bezüglich des Zeitpunkts und der Menge der Nahrungsaufnahme hatte.

Die Auswertung der Studiendaten ergab, dass die aktiven Probanden sowohl unmittelbar nach dem Training als auch 30 Minuten danach eine größere Nahrungsmenge wählten als die Probanden der Kontrollgruppe. Außerdem hatten sie ein größeres Verlangen für einen sofortigen Verzehr von Nahrungsmitteln direkt nach ihrer körperlichen Betätigung sowie eine halbe Stunde später. „Die vorliegenden Resultate deuten darauf hin, dass die körperliche Anstrengung Sporttreibende dazu verleiten kann, nach dem Sport eher schneller und größere Mengen Nahrung zu sich zu nehmen.“ Er rät: „Da die Gewichtsabnahme für viele ein Hauptmotiv für das Sporttreiben ist und ein Nichterreichen der gewünschten Gewichtsabnahme den Ausstieg aus dem Sport wahrscheinlich macht, könnte es eine gute Strategie sein, sich schon vor dem Training zu überlegen, was man nachher essen möchte.“

17.05.2021

Quelle: DEBInet, 12.05.2021

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Nutri-Score: Sonderfall Käse

Würde der Nutri-Score für Käse nach den allgemein gültigen Regeln ermittelt werden, würden wohl nahezu alle Käsesorten mit einem roten E bewertet werden, der ungünstigsten Kategorie. Schuld daran sind der relativ hohe Fett- und Salzgehalt der meisten Käsesorten. Zugleich ist Käse aber auch eine gute Eiweißquelle und ein wichtiger Kalziumlieferant, berichtete DEBInet am 11.05.2021.

Eigentlich soll der Nutri-Score Verbrauchen helfen, das ernährungsphysiologisch günstigere Produkt zu identifizieren. Daher folgt die Bestimmung des Nutri-Scores in diesem Fall einer Sonderregel. Im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln fließt bei der Berechnung des Nutri-Scores der Proteingehalt des Käses immer positiv ein. Durch die zusätzliche Berücksichtigung des Eiweißgehalts erstreckt sich das Bewertungsspektrum von Käse über mindestens drei Stufen. Für Halloumi-Käse bleibt weiterhin nur eine E-Wertung, Bergkäse erreicht dagegen ein Nutri-Score D in orange und Harzer Käse sogar ein gelb unterlegtes C. Die Sonderregel für Käse erscheint auch unter ernährungsphysiologischer Perspektive plausibel, da der Eiweißgehalt von Käse stark mit dessen Kalziumgehalt korreliert.

17.05.2021

Quelle: DEBInet, 11.05.2021

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EU-Behörde hält Farbstoff Titandioxid im Essen für nicht sicher

Darüber berichtet das Deutsche Ärzteblatt am 07.05.2021. Das als Farbstoff in vielen Lebensmitteln verwendete Titandioxid ist nach Einschätzung einer EU-Behörde wegen möglicher Krebsrisiken nicht sicher für den menschlichen Verzehr. Ihre neue Bewer­tung gaben die Fachleute der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gestern in der italienischen Stadt Parma bekannt.

Titandioxid, in der Zutatenliste oft E171 genannt, kann zum Beispiel in Kaugummi, anderen Süßigkeiten, Backwaren, Suppen und Salatsoßen stecken. Verbraucherschützer etwa von Foodwatch fordern seit eini­ger Zeit einen Verzicht auf den Stoff, der für weiße Farbe sorgt. Die Experten der EU-Behörde fanden nach eigenen Angaben zwar keine abschließenden Beweise für eine toxische Wirkung von E171. Sie konnten aber negative Effekte auf das menschliche Erbgut in den Zellen und mögliche Krebsrisiken nicht ausschließen. Deshalb gaben sie die Empfehlung, Titandioxid als nicht mehr sicher zum Essen einzustufen.

12.05.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 07.05.2021

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Zuckerhaltige Getränke könnten Risiko auf frühen Darmkrebs erhöhen

Das Deutsche Ärzteblatt veröffentlichte am 07.05.2021 eine neue Studie: Wer im Erwachsenenalter täglich 2 Liter oder mehr zuckerhaltige Süßgetränke konsu­miert, hat einer prospektiven Beobachtungsstudie zufolge ein mehr als 2-fach erhöhtes Risiko, vor dem 50. Lebensjahr an Darmkrebs zu erkranken. Häufige Süßgetränke im Teenageralter könnten das Risiko sogar verdreifachen. Die Zahl der Darmkrebserkrankungen vor dem 50. Lebensjahr ist in den letzten Jahren deutlich ange­stiegen. Besonders dramatisch ist die Situation in den USA. Nach ersten Schätzungen wird der Geburts­jahr­gang 1990 doppelt so häufig an einem frühen Darmkrebs erkranken wie der Jahrgang 1950. Beim Rektumkarzinom könnten sich die Zahlen sogar vervierfachen.

Zu den wichtigsten Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten der letzten Jahrzehnte gehört der ver­mehrte Konsum von Süßgetränken. Diese werden bereits für die Zunahme der Adipositas verantwortlich gemacht. Eine Adipositas gehört zu den bekannten Risikofaktoren für eine Reihe von Krebserkrankun­gen, unter anderem auch von Darmkrebs. Süßgetränke könnten jedoch noch auf andere direktere Weise das Krebswachstum im Darm fördern, denn sie beschleunigen das Wachstum des Tumors. Für einen kausalen Zusammenhang spricht auch, dass für künstlich gesüßte Getränke kein erhöhtes Risiko für einen Darmkrebs nachweisbar war. Diätgetränke können nach den Ergebnissen anderer Stu­dien jedoch über appetitanregende Wirkung das Körpergewicht steigern.

12.05.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 07.05.2021

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Nationale Diabetes-Strategie bleibt (vorerst) ein Papiertiger

DEBInet veröffentlichte am 06.05.2021 diesen Beitrag zum Thema Diabetes-Behandlung. Trotz Ankündigung und Verabschiedung einer nationalen Strategie zur Prävention von Typ-2-Diabetes und zu einer verbesserten individualisierten Diabetestherapie hat sich wenig bewegt. Der letzte Runde Tisch des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zur „Ernährung bei Diabetes Typ 2“ gibt Anlass zum Rückblick über die aktuelle Legislaturperiode.

Um einen Durchbruch bei der Prävention von Adipositas, Diabetes und weiteren chronischen Erkrankungen zu erzielen, sind verbindliche gesamtgesellschaftliche Maßnahmen entscheidend. Die Diabetesexperten empfehlen neben der gesetzlichen Kontrolle der Werbung für Kinderlebensmittel die Einführung einer „Gesunden Mehrwertsteuer„, bei der gesunde Lebensmittel mit geringem Zucker-, Fett- und/oder Salzgehalt steuerlich entlastet werden, verbindliche Ernährungsstandards für das Essen an Kitas und Schulen sowie eine Stunde Bewegung am Tag für Kinder und Jugendliche.

12.05.2021

Quelle: DEBInet, 06.05.2021

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WHO empfiehlt Grenzwerte für Salzgehalt in Nahrungsmitteln

Das Deutsche Ärzteblatt informierte am 05.05.2021 über eine neue Grenzwertfestlegung der WHO.

Nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) gehen weltweit elf Millionen Todesfälle im Jahr auf Risikofaktoren in der Ernährung zurück, drei Millionen davon auf den Verzehr von zu viel Salz. Am 05.05. legte die WHO eine Tabelle mit empfohlenen Höchstwer­ten für einige Dutzend Nahrungsmittel vor. Unter den rund 60 Richtwerten sind außerdem: Popcorn, Nüsse und Kerne, Sauerteig- oder Hefebrot, tiefgekühlte Pizza, Käse, Tomatenketchup und Muskelfleisch wie Serranoschinken.

Allgemein empfiehlt die WHO, nicht mehr als fünf Gramm Salz pro Tag zu sich zu nehmen. Die DGE empfiehlt höchstens sechs Gramm. Der tatsächliche Verbrauch liegt ca. bei der doppelten Menge.

Zu viel Salz konsumieren kann nach Angaben von Experten den Blutdruck und damit das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Solche Erkrankungen machen fast ein Drittel der weltweiten Todesfälle aus, die nicht auf ansteckende Krankheiten zurückzuführen sind. Zu salzhaltiges Essen könne auch zu chro­nischen Leberkrankheiten, Nierenleiden, Fettleibigkeit und Magenkrebs beitragen, so die WHO.

12.05.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 05.05.2021

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Salz stört Energieproduktion von Immunzellen

Scinexx.de veröffentlichte am 05.05.2021 neue Studienergebnisse zum Thema Salzkonsum.

Ein Zuviel an Salz hemmt offenbar die Funktion der Mitochondrien – der Kraftwerke der Zellen, wie eine Studie enthüllt. Dieser Effekt führt zu einem Energiemangel, der die Reaktion der Fresszellen in unserm Blut verändert und Entzündungen fördern könnte. Überraschend dabei: Schon eine salzreiche Mahlzeit reicht aus, um diese Reaktion auszulösen – glücklicherweise hält diese Wirkung aber nicht dauerhaft an. Salz ist für uns überlebenswichtig, deshalb ist die Lust auf Salziges tief in uns verankert. Doch inzwischen ist klar, dass ein Zuviel an Natriumchlorid unserer Gesundheit schaden kann. Bei einigen Menschen treibt es den Blutdruck in die Höhe, unabhängig davon kann es Herzkrankheiten fördern und möglicherweise auch dem Gedächtnis schaden. Studien deuten zudem darauf hin, dass ein hoher Salzkonsum auch unser Immunsystem beeinträchtigt.

Was hinter dem Effekt des Salzes auf das Immunsystem steckt, hat nun das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin näher untersucht. Bereits zuvor hatten sie herausgefunden, dass sich erhöhte Natriumkonzentrationen im Blut auf die Aktivierung und Funktion von Monozyten auswirkt, den Vorläuferzellen der Fresszellen. Wie die Forschenden in ihren Tests herausfanden, beeinträchtigt ein Salzüberschuss einen entscheidenden Schritt der ATP-Produktion in den Mitochondrien. Das hat Folgen: Wie ergänzende Versuche ergaben, beeinflusst der salzbedingte Energiemangel die Ausreifung der Monozyten und verändert so die Funktion der aus ihnen gebildeten Fresszellen.

Eine klinische Studie dazu zeigt: Der dämpfende Effekt auf die Mitochondrien zeigte sich nicht nur bei der längerfristig erhöhten Salzzufuhr, sondern schon nach einmaligem Pizzagenuss. Drei Stunden nach der Mahlzeit war bei den Monozyten der Probanden ein deutlicher Energiemangel messbar. Allerdings hielt dieser Effekt nicht an, sondern war nach acht Stunden verschwunden. Die Mitochondrien-Aktivität ist demnach nicht dauerhaft gehemmt. Nun müsse untersucht werden, ob dieser Mechanismus auch bei anderen Zelltypen durch Salz beeinflussbar ist. Denn Mitochondrien finden sich nicht nur in Immunzellen, sondern – mit Ausnahme der roten Blutkörperchen – in jeder Körperzelle. Besonders viele sitzen dort, wo viel Energie verbraucht wird: in Muskel-, Nerven-, Sinnes- und Eizellen.

Nach Ansicht der Forschenden untermauern ihre Ergebnisse, dass ein zu hoher Salzkonsum auch die Immunabwehr beeinträchtigen kann. Zwar scheinen die Fresszellen des Immunsystems unter Salzeinfluss weiterhin aktiv gegen Bakterien zu sein, gleichzeitig aber verstärkt sich ihre pro-entzündliche Wirkung. Entzündliche Erkrankungen an Gefäßen, an Gelenken oder Autoimmunerkrankungen könnten dadurch möglicherweise begünstigt werden.

05.05.2021

Quelle: Scinexx.de, 05.05.2021 

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Hohe Prävalenz eines Vitamin-D-Mangels bei Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis

Vitamin D-Science klärt in ihrem Newsletter die Frage „Welche Erkenntnisse liefern aktuelle Studien zu einer Vitamin-D-Gabe und Linderung der Symptomatik?“ und belegt die Aussagen mit diversen Studien, welche Sie im Quelllink genauer nachlesen können.

Wissenschaftlich sehr gut belegt ist, dass ein adäquater Vitamin-D-Spiegel Infektions- und Autoimmunerkrankungen entgegenwirkt und die Gesamtsterblichkeit senkt. Das Sonnenvitamin wirkt dabei vor allem immunmodulierend, d. h. es stärkt die normale Funktion des Immunsystems und lindert überschießende Entzündungsreaktionen. Daher scheint auch ein positiver Einfluss auf die Ausprägung allergischer Erkrankungen, die sich durch ausartende Immunreaktionen auszeichnen, denkbar. Zahlreichen wissenschaftlichen Studien zufolge kann Vitamin D tatsächlich die Symptomatik bei Heuschnupfen, allergischem Asthma und Neurodermitis verbessern – Erkrankungen mit hohem Leidensdruck, die immer häufiger auftreten.

05.05.2021

Quelle: Vitamind.science, 01.05.2021

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Vegan in der Schwangerschaft

Eine vegane Ernährung vor und während der Schwangerschaft schützt vor einer übermäßigen Gewichtszunahme. Damit steigt jedoch das Risiko für eine Wachstumsverzögerung des Ungeborenen und ein geringeres Geburtsgewicht. Die Gewichtsentwicklung der werdenden Mutter und ihres Neugeborenen untersuchten israelischer Wissenschaftler anhand der Daten von 1419 jungen Müttern. Davon ernährten sich 16,5 Prozent während ihrer Schwangerschaft vegan und 9,4 Prozent vegetarisch. Die rein pflanzliche Ernährung führte nicht signifikant, aber tendenziell seltener zu Schwangerschaftsdiabetes. Das könne an dem hohen Ballaststoffanteil liegen, der das Risiko für Typ-2-Diabetes verringert. Vegane Ernährung schützte wie die vegetarische vor einer ungünstigen Gewichtszunahme der Schwangeren. Das bewerten die Forscher angesichts der hohen Zahl an Fettleibigen und damit einhergehenden Schwangerschaftskomplikationen als positiv. Eine Wachstumsverzögerung des Kindes kam mit 10,3 Prozent bei Veganerinnen allerdings häufiger vor als bei den Durchschnittsesserinnen mit 6,4 Prozent. Grund dafür ist laut der Forscher ihr oft geringeres Ausgangs- und häufigeres Untergewicht. Ihr Fazit: Veganerinnen sollten vor und in der Schwangerschaft auf eine angemessene Protein- und Nährstoffaufnahme achten, vor allem Untergewichtige. Die Wissenschaftler raten auch zu einer Kontrolle des fetalen Wachstums.

Diese Studie wurde im UGB-Newsletter am 04.05.2021 veröffentlicht mit dem Hinweis, dass es sich um eine einzelne Studie handelt, welche keine umfassende wissenschaftliche Bewertung darstellen und daher nicht als allgemeingültige Empfehlungen interpretiert werden dürfen.

05.05.2021

Quelle: Springer.com, 10.08.2020

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Corona-Virus: Schützt Ernährung vor einer Infektion?

Die Suche nach Nahrungsinhaltsstoffen, die sich positiv auf eine Infektion mit dem Corona-Virus auswirken, ist zurzeit voll im Gange. Der UGB versucht in seinem Newsletter vom 04.05.2021 die Frage „Kann die richtige Lebensmittelauswahl vor einer Infektion schützen oder den Krankheitsverlauf beeinflussen?“ zu kären.

Zweifelsohne beeinflussen Nährstoffe aus der Nahrung den Stoffwechsel und dementsprechend auch das Immunsystem. Doch durch das komplexe Zusammenspiel im Organismus spielen letztlich alle Nährstoffe für eine schlagkräftige Abwehr eine Rolle und jeder Mangel kann sich ungünstig auswirken. Daher kommt es vor allem auf eine insgesamt ausgewogene Ernährung an. Sowohl Unter- als auch Überernährung schwächen das Immunsystem.

Findige Hersteller übertragen die Funktion der Nährstoffe auf einen Schutz vor einer Infektion mit den Corona-Virus. Sie dürfen Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel, die bestimmte Mengen dieser Mikronährstoffe enthalten, laut der Health-Claim-Verordnung mit der Aussage bewerben: „… trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“. Das suggeriert, dass größere Mengen auch besonders wirksam seien. Die Studienlage dazu zeigt allerdings etwas anderes. Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln berufen sich zudem gerne auf die entzündungshemmenden, antimikrobiellen oder antiviralen Eigenschaften bestimmter sekundärer Pflanzenstoffe. Derzeit gibt es keinerlei Beleg, dass die isolierte Zufuhr einzelner Stoffe oder Pflanzenextrakte vor Corona oder anderen Erkrankungen schützen könnte.

Jeder kann selbst dazu beitragen, die natürlichen Abwehrmechanismen seines Körpers zu fördern. So hat die in Deutschland übliche kalorien-, fett- und zuckerreiche Ernährung mit ihrem hohen Anteil tierischer Lebensmittel eine eher entzündungsfördernde Wirkung und verschlechtert damit die Schlagkraft des Immunsystems. Sie begünstigt zudem die Entstehung von Übergewicht mit all seinen Folgeerkrankungen.

Mit einer pflanzenbasierte Kost lassen sich die Abwehrkräfte unterstützen. Eine aktuelle Studie der Universität Bonn wies beispielsweise nach, dass sich bei einer Kost mit reichlich Vollkorn, Ballaststoffen, Gemüse und Obst höhere Werte an Flavonoiden und anderen entzündungshemmenden Substanzen im Blut nachweisen lassen. An erster Stelle steht daher ein abwechslungsreicher Speiseplan mit frisch zubereiteten Mahlzeiten, bei denen pflanzliche Lebensmittel in ihrer ganzen Bandbreite dominieren. Jedoch kann auch eine pflanzenbetonte Vollwert-Ernährung keinen Schutz vor Viren garantieren. Es ist aber davon auszugehen, dass ein optimal versorgter Organismus auch ein schlagkräftigeres Immunsystem aufweist.

05.05.2021

Quelle: UGB, 04.05.2021

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Neue Höchstmengen an Vitaminen und Mineralstoffen bei Nahrungsergänzungsmitteln

Wie DEBInet am 20.04. im Newsletter veröffentlicht, hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 17 Jahre nach der ersten Fassung seine Höchstmengenvorschläge für Nahrungsergänzungsmittel (NEM) und angereicherte Lebensmittel anhand neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse überarbeitet. So möchte das BfR die Bevölkerung vor einer übermäßigen Aufnahme von Nährstoffen schützen.

Etwa jeder dritte Erwachsene hierzulande nimmt regelmäßig NEM ein, darunter viele vitamin- und mineralstoffhaltige Produkte. Dabei ist ein Großteil der deutschen Bevölkerung ausreichend mit diesen Nährstoffen versorgt. Nur bei wenigen Vitaminen und Mineralstoffen wie Folsäure, Vitamin D, Calcium und Jod unterschreitet die Aufnahme über die übliche Kost die Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, zusätzlich hoch dosierte NEM einnimmt und das ganze eventuell noch mit angereicherten Lebensmitteln komplettiert, tut sich womöglich nichts Gutes. Denn auch eine Überversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen kann negative gesundheitliche Folgen haben.

Weitere Informationen finden Sie in der BfR-Stellungnahme mit Links zur Höchstmengenbestimmung einzelner Vitamine und Mineralstoffe.

03.05.2021

Quelle: DEBInet, 20.04.2021

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Online-Hygieneschulung zur VO (EG) Nr. 852/2004 inkl. Folgebelehrung

Empfehlung / Jörg Müller von Kulinaria e.K. können wir aus langjähriger Zusammenarbeit wärmstens empfehlen. Die Hygieneschulung zur VO (EG) Nr.852/2004 inkl. Folgebelehrung und Nachweis ist preislich gestaffelt je nach Mitarbeiteranzahl und die Folgebelehrung zum IfSG ist dabei sogar kostenlos.

Hier der Link zu den online-Hygieneschulungen ab 9,90€
www.haccp-kulinaria.com/kulinaria-digital

27.04.2021

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Schnelltest für Qualität und Herkunft von Olivenöl

DEBInet berichtete am 13. April über ein neues Testverfahren. Ein von der Universität Bayreuth entwickelter hocheffektiver Schnelltest könnte zukünftig minderwertige Olivenölfälschungen innerhalb von einer Stunde aufdecken. Auch die Plausibilität der Herkunftsangabe lässt sich damit prüfen.

Immer mehr gefälschte Olivenöle landen auf dem Markt: billige Pflanzenöle werden grün gefärbt und als Olivenöl verkauft, ranziges Öl wird mit Gutem vermischt oder alte Öle werden mit speziellen Technologien geschönt und als nativ verkauft. Angesichts der zunehmenden Anzahl von Fälschungen hochwertiger Lebensmittel auf dem Markt fordern Organisationen, die mit der Zertifizierung von Lebensmitteln betraut sind, härtere gesetzliche Maßnahmen.

Bis dato waren die Prüfungen der Qualität und Echtheit von Olivenöl allerdings zeitaufwändig und teuer, da hierfür verschiedene Testverfahren nacheinander durchgeführt werden mussten. Dieses Manko wurde mit Hilfe eines neuen Tests überwunden. Die Universität Bayreuth setzt hierbei auf die Magnetresonanzspektroskopie (NMR). Per NMR lassen sich die Inhaltsstoffe einer Probe mit hoher Auflösung und Reproduzierbarkeit nachweisen, auch wenn sie in sehr unterschiedlichen Konzentrationen enthalten sind. Auf diese Weise können sowohl Hauptinhaltsstoffe wie Fettsäuren im Olivenöl analysiert werden als auch Polyphenole (Antioxidantien), die nur in geringen Konzentrationen in Olivenöl enthalten sind. Zeitgleich können auch Geschmackseindrücke überprüft werden, die wichtig sind für die spätere Akzeptanz der Verbraucher. Auch die Glaubwürdigkeit der Herkunftsanalyse lässt sich mit dem neuen Verfahren auf die Probe stellen.

23.04.2021

Quelle: DEBINet, 13.04.2021

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Spermidin hält das Gehirn im Alter fit

Scinexx veröffentlichte am 14.04.2021 eine Studie der Medizinischen Universität Innsbruck: Das in vielen Nahrungsmitteln enthaltene Spermidin stärkt das alternde Gehirn und kann dem geistigen Abbau entgegenwirken, wie nun Versuche mit Mäusen und Menschen nahelegen. Bei Ernährung mit spermidinreicher Kost besserten sich Gedächtnis und Lernen und die kognitiven Leistungen nahmen weniger stark ab. Erreicht wird diese Wirkung offenbar durch eine positive Wirkung des Spermidins auf die Mitochondrien und zelluläre Entsorgungsprozesse.

15.04.2021

Quelle: Scinexx.de, 14.04.2021

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Lockdown führt zu weniger Bewegung und zu ungesunder Ernährung

Dies zeigt eine Onlineumfrage unter Studenten mehrerer bayerischer Universitäten, deren Ergebnisse auf der 87. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt wurden und welche das Deutsche Ärzteblatt am 12.04.2021 präsentierte.

15.04.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 14.04.2021

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Verschärfung von „Junkfood“-Werbung

Das Deutsche Ärzteblatt veröffentlichte am 12.04.2021 einen Beschluss des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) über künftige Verhaltensregeln der Werbung für ungesunde Lebensmittel. Dieser tritt ab dem 01. Juni dieses Jahres in Kraft.

Konkret werde die Altersgrenze über alle bereits bestehenden Regeln hinweg von zwölf auf 14 Jahre er­weitert. So darf Lebensmittelwerbung für Kinder und jun­ge Jugendliche unter 14 Jahren etwa weder direkte Aufforderungen zum Kauf noch zum Konsum ent­halten. Auch das Hervorheben positiver Ernährungseigenschaften von Lebensmitteln deren übermäßiger Konsum nicht empfohlen wird, ist künftig untersagt.

15.04.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 14.04.2021

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Gegen Krebs – pflanzlich essen

Der UGB veröffentlichte in seinem Newsletter von April den dritten globalen Expertenbericht zu Krebs (World Cancer Research Fund). Der WCRF bestätigt, dass sich der größte Effekt aus der Vermeidung von Übergewicht und Adipositas erzielen lässt.

Um ein gesundes Körpergewicht zu halten und schützende Stoffe aufzunehmen, sollten Vollkornprodukte, nicht-stärkehaltiges Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte täglich auf den Tisch kommen. Stark verarbeitete Produkte mit hohem Gehalt an Zucker, Fleisch und Fett sind dagegen möglichst zu vermeiden. Die Forscher raten zudem, den Konsum von gesüßten Getränken und Alkohol einzuschränken. Letzterer kann sich schon in kleinsten Mengen schädlich auswirken. Über diese Präventionsmaßnahmen ließen sich 30-50 % der Krebserkrankungen vermeiden.

08.04.2021

Quelle: UDB, 07.04.2021

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Fasten verstärkt Diätwirkung

Scinexx veröffentlichte am 01.04.2021 eine neue Studie des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin. 71 Probanden mit metabolischem Syndrom wurden in zwei Versuchsgruppen aufgeteilt. Eine Gruppe fastete fünf Tage lang und dann begannen beide Gruppen mit einer Mittelmeerdiät. Die sogenannte DASH-Diät beinhaltet viel Gemüse und Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Fisch und mageres Fleisch.

Während der Laufzeit von drei Monaten wurden regelmäßig Blut- und Stuhluntersuchungen durchgeführt. Bei der Fastengruppe wurde mehr Gewicht verloren und auch der Blutdruck sank mehr als bei der Vergleichsgruppe, sodass blutdrucksenkende Medikamente deutlich reduziert werden konnten.

Die Fastenperiode soll den Effekt der Diät verstärken. Es zeigte sich: Der Nahrungsverzicht veränderte die Zusammensetzung der Darmbakterien stark. Durch den Nahrungsverzicht vermehrten sich vor allem die Spezies von Darmmikroben, die Ballaststoffe zu kurzkettigen Fettsäuren verstoffwechseln. Diese Fettsäuren wirken entzündungshemmend und beeinflussen auch das Immunsystem positiv, wie die Forschenden erklären. Diese positive Veränderung der Darmflora blieb auch nach Ende der Fastenperiode bestehen.

Gerade bei Patienten, bei denen Diäten nicht mehr anschlagen, empfiehlt sich eine Fastenphase vor Beginn einer Ernährungsumstellung.

01.04.2021

Quelle: Scienexx.de, 01.04.2021

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Obergrenze für trans-Fettsäuren in Lebensmitteln

Das Ärzteblatt veröffentlichte bereits am 25.04.2019, dass die EU-Kommission hat eine verbindliche Obergrenze für trans-Fettsäuren beschlossen. Die Verordnung tritt ab dem 2. April 2021 in Kraft und gibt an, dass nur noch Lebensmittel in den Handel gelangen dürfen, deren Fettgehalt weniger als zwei Prozent industriell hergestellter trans-Fettsäuren beinhaltet.

Trans-Fettsäuren sind ungesättigte Fettsäuren mit einer oder mehreren Doppelbindungen in trans-Konfiguration, welche sowohl sowohl durch natürliche, aber auch durch lebensmitteltechnologische Prozesse wie der Fetthärtung entstehen. Daher sind sie in zahlreiche Lebensmitteln und auch in damit hergestellten Produkten zu finden.

Für trans-Fettsäuren gibt es keine nachgewiesenen positive Einflüsse auf den menschlichen Organismus, wohingegen negative Auswirkungen belegt sind. Eine hohe Zufuhr von trans-Fettsäuren erhöht das Risiko für Fettstoffwechselstörungen (erhöhte Triglyceride und/ oder LDL-Cholesterol, niedrige HDL-Konzentration im Blut), welche das Entstehen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, wie der koronaren Herzkrankheit (KHK) fördert.

Trans-Fettsäuren befinden sich besonders in Chips, Pommes, Keksen, Margarine, Blätterteig und vielen Fertigprodukten.

31.03.2021

Quelle: Ärzteblatt, DGE, 14.12.2020

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Depressionen vorbeugen: Glücklich essen

Eine Depression hat mehrere Auslöser und ist damit nicht allein auf die Ernährung zurückzuführen. Aber es gibt einige Lebensmittel, die einen positiven Einfluss auf unsere Stimmung haben können. Darüber berichtet die Seite „nordbayern“ am 25.03.

Ein mediterraner Speiseplan stellt eine wichtige Säule der gesunden Ernährung für die Psyche dar. Olivenöl, fermentierte Milchprodukte, Fisch, Obst und Gemüse, Kräuter, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte liefern ausreichend B-Vitamine, Omega-3-Fettsäuren, Spurenelemente und Antioxidantien – Nährstoffe, die wichtig für unser Immunsystem, die Leistungsfähigkeit und für eine positive Stimmung sind.

Auch eine ausreichende Deckung des Vitamin D-Bedarfs wird mit einer positiven Stimmung verbunden. Und auch eine gesunde Darmflora hat Einfluss auf unsere Stimmung und geistige Verfassung.

25.03.2021

Quelle: nordbayern.de, 25.03.2021

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Zusammenhang zwischen Vitamin D und Covid-19 unklar

Vitamin D ist neben seiner zentralen Funktion am Knochenstoffwechsel auch Einfluss auf unser Immunsystem. Die aktuelle Studienlage lässt sogar einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Serumspiegel und einem erhöhten Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion bzw. einem schwereren Covid-19-Verlauf vermuten.

Das Deutsche Ärzteblatt berichtete am 04.02. allerdings, dass die DGE in ihrer Fachinformation allerdings veröffentlichte, dass diese Ergebnisse nicht ausreichend sind, um eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung nachzuweisen. Die DGE kritisierte auch das Studiendesign, sodass keine pauschalen Empfehlungen für eine Vitamin-D-Supplementation auszusprechen sind, denn gerade bei Personen mit adäquaten Vitamin-D-Status ist bisher nicht nachgewiesen, dass eine Supplementation einen Zusatznutzen habe.

Wenn Ernährung und Sonnenlicht nicht ausreichend für die Bedarfsdeckung sind, sollten die Betreffenden Präparate in Höhe des Referenzwertes von 20 Mikrogramm/ Tag einnehmen. Höhere Dosierungen sollten nur unter ärztlicher Kontrolle und unter Berücksichtigung des individuellen Vitamin-D-Status erfolgen.

25.03.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 04.02.2021

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Neuer Darmkrebsrisiko-Score

DEBInet veröffentlichte am 18. März einen Artikel über den neuen LiFeCRC-Score, der anhand von Alter, Größe, Gewicht und bestimmten Lebensstilfaktoren das eigene Risiko, innerhalb der nächsten zehn Jahre an Darmkrebs zu erkranken, schätzt.

Jeder zehnte neue Krebsfall ist Darmkrebs und betrifft schon lange nicht mehr nur ältere Generationen. Schuld daran sind wohl auch ungünstige Lebensgewohnheiten, denn Rauchen, eine ungesunde Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum, zu wenig Bewegung, eine rasche Gewichtszunahme und Adipositas fördern die Entstehung von Darmkrebs.

All diese Faktoren wurden in der großen EPIC-Studie einbezogen und die Ergebnisse dienten als Grundlage zur Entwicklung eines Algorithmus.

22.03.2021

Quelle: DEBInet, 18.03.2021

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Versorgungssituation vegan/vegetarischer Kinder & Jugendlicher

DEBInet veröffentlichte am 9. März einen Artikel über die VeChi-Youth-Studie, welche belegt, dass Kinder und Jugendliche, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, ausreichend mit Energie und den meisten Vitaminen und Mineralstoffen versorgt sind. Unabhängig von der Ernährungsform bestehen jedoch Probleme bei der Deckung des Bedarfs an Calcium, Jod, Vitamin B2 und Vitamin D. Bei den sich vegan Ernährenden ist darüber hinaus die Vitamin B12-Versorgung nicht ausreichend.

Im letzten Jahr wollte die DGE ihre Empfehlungen zur veganen Ernährung aktualisieren. Dieses Vorhaben wurde aber aufgrund mangelnder Studienlage eingestellt. Die VeChi-Youth-Studie untersuchte nun erstmals den Lebensmittelverzehr, die Nährstoffzufuhr und die Nährstoffversorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, die sich vegan, vegetarisch oder omnivor ernährten. Mit Hilfe dieser Studie können nun bestehende Ernährungsempfehlungen aktualisiert und angepasst werden.

22.03.2021

Quelle: DEBInet, 09.03.2021

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Heißhunger stoppen durch Geruch

Eine Studie, die im Journal of Research Marketing veröffentlicht wurde, zeigt, dass wir mit einem einfachen Trick unser Gehirn austricksen und dem Heißhunger ein Ende setzen können.

Hierfür sollten die Probanden für mindestens zwei Minuten an Keksen oder Pizza riechen. Zuerst bekamen sie Appetit auf das jeweilige Lebensmittel, aber nach circa zwei Minuten ließ das Heißhungergefühl nach.

Die Forscher vermuten, dass unser Gehirn nicht unterscheiden kann, über welchen Sinneskanal (Geruch oder Geschmack) der Heißhunger befriedigt wird.

10.03.2021

Quelle: Rtl.de, 09.03.2021

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Corona-Pandemie Einfluss auf unsere Ernährung

Zum Tag der gesunden Ernährung am 07.03. zieht inFranken.de Bilanz zum Einfluss der Corona-Pandemie auf unsere Ernährung.

Damit ergaben Umfragen und Untersuchungen, dass sich das Essverhalten seit Beginn der Pandemie stark verändert hat. Es wird vermehrt zu FastFood und Knabberein gegriffen, was sich auch auf das Körpergewicht auswirkt. Rund 1kg nahmen die Deutschen im Schnitt bereits in der ersten Lockdownphase zu. Häufig sind Kinder die Leidtragenden, da der geregelte Tagesablauf fehlt.

Ein weiteres Problem ist, dass auch die Zahl der Patienten mit Essstörungen steigt. Besonders die Magersucht sticht hierbei besonders heraus. Im Klinikum Nürnberg behandeln die Ärzte und Ärztinnen seit Ende des ersten Lockdowns fast doppelt so viele Kinder und Jugendliche mit Essstörungen wie bisher.

10.03.2021

Quelle: inFraken.de, 07.03.2021

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Intervallfasten und viszerales Fettgewebe

Die Webseite ScienceXX berichtet über eine Studie der University of Sydney, welche den Effekt des Intervallfastens bei Mäusen untersucht.

Intervallfasten ist eine beliebte Methode, um Körperfett abzubauen, indem man einzelne Mahlzeiten auslässt oder einzelne Fastentage einbaut.

Die Studie belegt die Wirksamkeit des Intervallfastens auf das Unterhautfettgewebe (subkutanes Fett). Das viszerale Fettgewebe (Bauchfett) scheint beim Intervallfasten aber in eine Art Energiesparmodus zu fallen und die Bildung von am Fettaufbau beteiligter Proteine zu verstärken.

Dieser Effekt konnte bisher nur an Mäusen nachgewiesen werden, aber es kann auf den Menschen übertragen werden, da ähnliche Mechanismen am Werk sind. So wird davon ausgegangen, dass das Bauchfett gegen diese Diätform resistent werden kann. Nun gilt herauszufinden, was der Grund ist und wie man diesem Effekt am besten vorbeugen kann.

10.03.2021

Quelle: Scinexx, 03.03.2021

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Vegane Ernährung und Knochendichte

Das deutsche Ärzteblatt berichtet über eine im Fachjournal „Nutrition“ veröffentlichte Studie, die darauf hindeutete, dass eine Ernährung ohne tierische Lebensmittel einen Einfluss auf die Knochendichte hat.

In der Studie wurde bei 72 Männern und Frauen per Ultraschallmessung am Fersenbein die Knochendichte bestimmt. Diese war bei den sich vegan Ernährenden geringer als bei den Mischköstlern.

Auch bestimmte Biomarker im Blut wurden untersucht, welche für die Knochengesundheit wichtig sind. Auch diese waren bei den Veganern geringer.

So wird davon ausgegangen, dass unser Skelett Nährstoffe aus Lebensmitteln tierischen Ursprungs benötigt und sich eine vegane Ernährung auf die Knochendichte auswirkt.

10.03.2021

Quelle: Deutsches Ärtzeblatt, 03.03.2021

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Fünf Schritte zu mehr Nachhaltigkeit

Im UGB-Newsletter für März 2021 erschien ein Artikel aus dem UGBforum mit dem Titel „Wandel als Chance – Fünf Schritte zu mehr Nachhaltigkeit“.

Die Folgen des Klimawandels sind bereits sichtbar, sodass Veränderungen im Verhalten vieler Menschen spürbar ist. Dennoch wurde die wachstumsorientierte Entwicklung in den letzten Jahrzehnten stetig fortgesetzt, obwohl schon lange klar ist, dass die stetige Zunahme des materiellen Wohlstands und der damit einhergehende Energie- und Ressourcenverbrauch mit einer nachhaltigen Entwicklung auf Dauer nicht vereinbar ist.

Um einen dauerhaften Wandel der Gesellschaft zu bewirken, müssen Barrieren in fünf Phasen überwunden werden: Information, Motivation, Planung, Umsetzung und Routinisierung – nur so scheint nachhaltiges Denken und Handeln langfristig möglich.

02.03.2021

Quelle: UGB, 02.03.2021

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Flavanole verbessern kognitive Fähigkeiten

Das Deutsche Ärzteblatt berichtet über eine im Scientific Reports veröffentliche Studie zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeit durch die regelmäßige Einnahme von Flavanolen.

Flavanole sind bioaktive Moleküle, welche besonders in Kakao, aber auch in Tee, Kernobst, Körnern und Beeren vorkommen und sich günstig auf die Durchblutung auswirken und damit den Blutdruck senken können. In einer früheren Studie der Columbia University of New York konnte bereits gezeigt werden, dass eine flavanolreiche Ernährung die Hirnaktivität im Hippocampus verstärkt, der für die Speicherung neuer Gedächtnisinhalte zuständig ist.

An der aktuellen Studie nahmen 211 gesunde Erwachsene im Alter von 50 bis 75 Jahren teil. In vier Gruppen aufgeteilt nahmen die Probanden 12 Wochen lang täglich Kapseln mit 260 mg, 510 mg oder 770 mg Flavanole oder Placebo eingenommen. Vor, während und nach der Studienlaufzeit wurden diverse Tests und Untersuchungen durchgeführt.

Gerade die MRT-Untersuchungen am Ende belegten eine bessere Durchblutung der für das Gedächtnis zuständigen Hirnareale und bestätigen damit, dass Flavanole aus Kakao und anderen Pflanzen im Prinzip in der Lage sind. die kognitive Leistung zu steigern. Allerdings müsste in größeren Studien die Auswirkungen im Alltag geklärt werden.

01.03.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 28.02.2021

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Musik reduziert die Essgeschwindigkeit

Wie DEBInet am 25.02.2021 in einem Artikel berichtete, belegt eine dänische Studie, dass eine geschickt ausgewählte, musikalische Untermalung bei Mahlzeiten die Essgeschwindigkeit verlangsamt. Dies ist ein interessanter Aspekt bei der Gewichtsreduktion.

Die durch Wissenschaftler der Universität Aarhus (Dänemark) durchgeführte Studie umfasste 250 Probanden, die Schokolade verkosten und sensorisch bewerten sollten. Dabei hörten sie verschiedene Arten von Musik. Diese war in Harmonie und Instrumentierung ähnlich, aber unterschied sich in Geschwindigkeit (45-180 bpm) und Verbindung der einzelnen Töne (legato, staccato). Die vier Tonspur-Varianten (langsam legato, langsam staccato, schnell legato, schnell staccato) wurden mit der Situation ohne Musik verglichen.

Es war zu beobachten, dass die Probanden, die während der Verkostung Musik hörten, um 30 % langsamer aßen, als in Stille. Am deutlichsten wurde das bei der langsamen-legato Version. Es wird vermutet, dass sich der Kaurhythmus dem Takt der Musik anpasst.

Allerdings fehlen bisher Studien, die die Auswirkung musikalischer Begleitung auf die Verzehrsmenge einer ganzen Mahlzeit auswirkt. Sollten sich aber die Ergebnisse der dänische Studie in weiteren Studien bestätigen, stellt dies einen interessanten Ansatz in der Gewichtsreduktion dar. Denn wenn die Musik dabei hilft, Mahlzeiten langsamer und bewusster zu genießen, wird auch das Sättigungsgefühl besser wahrgenommen. Dieses setzt erst nach 20-30 Minuten ein.

01.03.2021

Quelle: DEBInet, 01.03.2021

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Gesättigte Fettsäuren nicht verteufeln

Das Deutsche Ärzteblatt veröffentlichte in seinem aktuellen Medizinreport am 19.02.2021, dass gesättigte Fette nicht grundsätzlich verteufelt werden sollten.

Gesättigte Fette gelten seit jeher als ungesund und gesundheitsschädigend. Nun werden Stimmen der Ernährungswissenschaft laut, dass es keineswegs belegt scheint, dass gesättigte Fette so schädlich wie ihr Ruf sind und daher Lockerungen strikter Grenzwerte in Betracht gezogen werden sollten.

Als wichtiger Nahrungsbestandteil liefern Fettsäuren Energie, sind Bausubstanz der Körperzellen und transportieren fettlösliche Vitamine. Sie liegen in ungesättigter und gesättigter Form vor. Ungesättigte Fettsäuren haben einen gesundheitsförderlichen Ruf wohingegen gesättigte Fette allgemein als ungesund gelten, da sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen und den LDL-Cholesterin-Spiegel steigen lassen sollen, welcher als Risikofaktor für Arteroskleorse gilt. Aus diesem Grund sollten Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an gesättigten Fetten, wie Butter, Fleisch, Käse und Kokosöl nur in Maßen verzehrt werden.

Laut aktueller Datenlage gibt es allerdings keine eindeutige Evidenz für einen schädigenden Effekt gesättigter Fette. Zwar gibt es einige Studien mit entsprechenden Hinweisen, aber andere, auch kürzlich veröffentliche Studien, können keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Verzehr gesättigter Fette und kardiovaskulären Krankheiten finden. Die Datenanalyse von Studien gestaltet sich häufig als sehr schwierig, da gerade Ernährungsstudien häufig nicht verblindet durchgeführt werden können, Lebensmittel nicht nur einen, sondern mehrere Inhaltsstoffe liefern und auch andere gesundheitsfördernde Maßnahmen wie Bewegung und Gewichtsabbau häufig nicht berücksichtigt werden, sodass es schwer ist, den einen entscheidenden Faktor herauszufiltern. Eine weitere große Kritik ist, dass in Ernährungsempfehlungen und Studien nicht berücksichtigt wird, um welche Art gesättigter Fette es sich handelt. Es gibt es über 20 Varianten gesättigter Fette, welche sich in Kettenlänge und Funktion deutlich unterscheiden. So gelten die mittelkettigen Fette in Milch und Käse zum Beispiel als deutlich gesünder als die langkettigen Fette in rotem Fleisch. Weiterhin ist es praktisch unmöglich, sich nur von einer Fettsäure zu ernähren, denn die Lebensmittel liefern komplexe Mischungen an Fettsäuren und auch die Gesamtheit eines Lebensmittels sollte betrachtet werden, denn es liefert neben Fettsäuren noch viele weitere Inhaltsstoffe. Erst diese Gesamtheit aller Inhaltsstoffe, die sogenannte Lebensmittelmatrix erlaubt eine Aussage über den positiven oder negativen Einfluss des Lebensmittels auf die Gesundheit, so die Ernährungswissenschaft.

Die strengen Grenzwerte sollen nach Meinung der Ernährungswissenschaft also deutlich gelockert werden und auch die Lebensmittel in ihrer Gesamtheit betrachtet werden. Aber auch dieser lebensmittelbasierter Ansatz erfordert große und gut designte randomisierte Kontrollstudien, in denen verschiedene Lebensmittel getestet werden.

22.02.2021

Quelle: Ärzteblatt, 22.02.2021

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Kaffee auf nüchternen Magen hat Einfluss auf Blutzuckerspiegel

Bereits im September letzten Jahres veröffentlichte PraxisVita einen Artikel über eine britische Studie zum Thema Kaffeekonsum am Morgen.

Die Studie wurde im letzten Jahr im „British Journal of Nutrition“ veröffentlicht und wurde von Wissenschaftlern der University of Bath durchgeführt. Dabei unterzogen sich 29 Erwachsene nach mehreren Nächten mit unterschiedlichen Schlafsituationen am Morgen einem oralen Glucosetoleranztest (oGGT), um die Blutzuckersituation zu beurteilen. Das zuckerhaltige Getränk (Glucosemischung) sollte dabei ein Frühstück nachahmen. Die erste Nacht verlief ohne Störungen. In der zweiten Nacht wurden die Probanden stündlich für circa fünf Minuten geweckt und in der dritten Nacht mit stündlichen Unterbrechungen erhielten die Probanden vor der Zuckerlösung einen starken Kaffee.

Bei der Untersuchung des Blutzuckerspiegels kam heraus, dass eine unruhige Nacht allein keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat, der Kaffee allerdings dafür sorgte, dass der Blutzuckerspiegel 50% höher war, als in den anderen Szenarien. Das belegt, dass Koffein dafür sorgt, dass im Frühstück enthaltener Zucker vom Körper schlechter toleriert wird, da es die Insulinsensitivität der Zellen zu reduzieren scheint.

Stark erhöhte Blutzuckerwerte und starke Blutzuckerschwankungen erhöhen das Risiko für Typ-2-Diabetes, sodass empfohlen wird, erst zu Frühtücken und den Kaffee später zu trinken.

22.02.2021

Quellen: PraxisVita, Cambridge.org, 22.02.2021

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Mais – Gemüse des Jahres 2021/2022

Das Deutsche Ernährungsberatungs- und Informationsnetz DEBInet veröffentlichte am 09.02.2021 in seinem Newsletter, dass Mais zum Gemüse des Jahres ernannt wurde. Damit möchte der Verein zur Erhaltung von Nutzpflanzenvielfalt (VEN) einen Beitrag zur Erhaltung der Sortenvielfalt von Mais leisten, die durch den Massenanbau von Hybridsorten bedroht wird. Der moderne Maisanbau erfolgt heute überwiegend mit Hybridsorten.

17.2.2021

Quelle: DEBInet, 17.02.2021

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Verbot von Einwegplastik

Die Bundesregierung veröffentlichte am 06.11.2020, dass ab Juli 2021 Wegwerf-Produkte aus Plastik nach der EU-Richtlinie in Deutschland verboten sind. Dazu gehören Plastikteller, Plastikbesteck, Trinkhalme, Wattestäbchen, aber auch Becher und Behälter für Essen aus Styropor. Ziel ist es, Plastikmüll an Stränden und in den Meeren zu reduzieren. Der Verkauf aus Lagerbeständen, soll aber weiterhin erlaubt sein.

Quelle: Deutsche Bundesregierung, 14.12.2020

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Einführung des Nutri-Score

Am 05.11.2020 trat die Verordnung für eine rechtssichere Verwendung des Nutri-Score in Deutschland in Kraft, welche im März 2020 von der Bundesregierung beschlossen wurde.

Das System des Nutri-Scores stammt aus Frankreich und kennzeichnet das Nährwertprofil eines Lebensmittels. Die Bundesregierung hatte sich in ihrem Koalitionsvertrag verpflichtet, ein einfaches, visuell arbeitendes Nährwertkennzeichen zu entwickeln, welches den Einkauf erleichtert und einen schnellen Überblick über den Gesundheitswert eines Lebensmittels gibt. Der Nutri-Score besteht aus einer fünfstufigen farblichen Skala (angelehnt an das Ampelsystem) mit den Buchstaben von A bis E. Die Gesamtbewertung basiert auf einem Berechnungsalgorithmus bei dem auf der 100 Gramm Basis des Lebensmittels positiv bewertete Inhaltsstoffe (Eiweiß, Ballaststoffe, Obst, Gemüse, Nüsse) Negativpunkte erhalten und negativ bewertete Inhaltsstoffe (Energie, gesättigte Fettsäuren, Zucker, Salz) Positivpunkte liefern. Beides wird miteinander verrechnet und je niedriger die Punktzahl ausfällt, desto höher (grün, A) ist die Bewertung.

Kritik: Der Nutri-Score ist nur ein grober Richtwert für den Gesundheitswert eines Lebensmittels. Wie die Berechnung zustande kommt, wird nicht angegeben und auch Angaben zu einzelnen Nährstoffen wie Fett, Salz oder Zucker macht der Nutri-Score nicht. Zudem handelt es sich um eine freiwillige Kennzeichnung.

Quelle: Deutscher Lebensmittelverband, 14.12.2020

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