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ErnährungsNEWS

 

Intervallfasten nicht effektiver als normale Diät

Typ-2-Diabetes: Erst Insulinanstieg, dann -resistenz?

Studie: Ernährung beeinflusst Verlauf von COVID-19

So löst das Coronavirus Diabetes aus

Wissenschaftler empfehlen Fastenkur als Einstieg in eine langfristige Ernährungsumstellung

Typ-2-Diabetes: Erfolgreiche Diät kann auch den Blutdruck normalisieren

Drei Jahre jünger in acht Wochen?

Kinderernährung: Vegetarisch und vegan – kann das gesund sein?

Hypoallergene Säuglingsnahrung kann vor Asthma und Neurodermitis schützen

Unseriöse Allergiediagnostik – Den „einen Allergietest“ gibt es nicht

Phytosterinhaltige Lebensmittel nur bei tatsächlich erhöhtem Cholesterinspiegel verzehren

Zuckerhaltige Getränke kurbeln Fettproduktion in der Leber an

Ernährungsreport 2021 veröffentlicht, DDG übt Kritik

Kardiovaskuläre Mortalität: Nicht alle Kohlenhydrate auf den Index

Studie untersucht Erkrankungsrisiken von Fleischessern

Wie beeinflusst Sport das Ernährungsverhalten?

Nutri-Score: Sonderfall Käse

EU-Behörde hält Farbstoff Titandioxid im Essen für nicht sicher

Zuckerhaltige Getränke könnten Risiko auf frühen Darmkrebs erhöhen

Nationale Diabetes-Strategie bleibt (vorerst) ein Papiertiger

WHO empfiehlt Grenzwerte für Salzgehalt in Nahrungsmitteln

Salz stört Energieproduktion von Immunzellen

Hohe Prävalenz eines Vitamin-D-Mangels bei Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis

Vegan in der Schwangerschaft

Corona-Virus: Schützt Ernährung vor einer Infektion?

Neue Höchstmengen an Vitaminen und Mineralstoffen bei Nahrungsergänzungsmitteln

Online-Hygieneschulung zur VO (EG) Nr. 852/2004 inkl. Folgebelehrung

Schnelltest für Qualität und Herkunft von Olivenöl

Spermidin hält das Gehirn im Alter fit

Lockdown führt zu weniger Bewegung und zu ungesunder Ernährung

Verschärfung von „Junkfood“-Werbung

Gegen Krebs – pflanzlich essen

Fasten verstärkt Diätwirkung

Obergrenze für trans-Fettsäuren in Lebensmitteln

Depressionen vorbeugen: Glücklich essen

Zusammenhang zwischen Vitamin D und Covid-19 unklar

Neuer Darmkrebsrisiko-Score

Versorgungssituation vegan/vegetarischer Kinder & Jugendlicher

Heißhunger stoppen durch Geruch

Corona-Pandemie Einfluss auf unsere Ernährung

Intervallfasten und viszerales Fettgewebe

Vegane Ernährung und Knochendichte

Fünf Schritte zu mehr Nachhaltigkeit

Flavanole verbessern kognitive Fähigkeiten

Musik reduziert die Essgeschwindigkeit

Gesättigte Fettsäuren nicht verteufeln

Kaffee auf nüchternen Magen hat Einfluss auf Blutzuckerspiegel

Mais – Gemüse des Jahres 2021/2022

Verbot von Einwegplastik

Einführung des Nutri-Score

 

Intervallfasten nicht effektiver als normale Diät

Scinexx schrieb am 17.06.2021 über eine neue Studie zum Thema Intervallfasten.

Das Intervallfasten gilt als besonders gesunde und wirksame Form des Abnehmens. Sie soll vor allem den Menschen helfen, denen es schwerfällt, eine durchgehende Diät einzuhalten. Beim Intervallfasten ernährt man sich im Prinzip normal, legt aber immer wieder Zeiten ohne Nahrungsaufnahme ein. Je nach Variante erfolgt diese Fastenpause täglich, jeden zweiten Tag oder man fastet zwei Tage in der Woche und isst in den restlichen fünf normal. Trotz der großen Beliebtheit ist der tatsächliche Nutzen des Intervallfastens umstritten. Studien legen nahe, dass zumindest das 5:2-Intervallfasten weder beim Abnehmerfolg noch beim Stoffwechsel Vorteile gegenüber einer normalen, kalorienreduzierten Ernährung bietet. Zudem scheint diese Diätform gerade bei hartnäckigem Bauchfett wenig zu helfen.

Jetzt weckt eine weitere Studie Zweifel an der angeblich besseren Effektivität des Intervallfastens. In ihr hat ein Team von der University of Bath die Wirkung einer normalen Diät mit zwei Formen des Wechselfastens verglichen. Teilnehmer waren 39 gesunde, normalgewichtige Frauen und Männer. Im Diättest folgte die erste Gruppe einem Wechselfasten, bei dem sie am Essenstag maximal 150 Prozent ihres Kalorienbedarfs aßen und hatten davor einen Tag gefastet – zusammen mit dem Fastentag ergab dies im Schnitt eine Kalorienreduktion auf 75 Prozent des Grundumsatzes. Die zweite Gruppe absolvierte eine normale Diät mit täglicher Einschränkung auf 75 Prozent des Kalorienbedarfs. Die dritte Gruppe macht zwar Wechselfasten, durfte am Essenstag aber so viel essen, dass brutto keine Kalorienreduktion zustande kam. Eingangs und nach drei Wochen wurden alle Testpersonen gewogen, ihr Körperfett gemessen und mittels Blutproben Stoffwechselparameter bestimmt.

Ergebnis: Das Intervallfasten war beim Abnehmerfolg nicht effektiver als die tägliche Kalorienreduktion“. Trotz gleicher Durchschnittszufuhr von Kalorien nahmen die Teilnehmer der Dauerdiät-Gruppe im Schnitt 1,91 Kilogramm ab, die der ersten Wechselfastengruppe dagegen um 1,60 Kilogramm. Bei der zweiten, weniger restriktiven Wechselfasten-Gruppe lag der Gewichtsverlust nur bei 0,5 Kilogramm. Es gab auch bei den Blutwerten keine signifikante Unterschiede. Obwohl das Intervallfasten überproportional positiv auf den Stoffwechsel und Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirken soll, fanden die Wissenschaftler bei ihren Testpersonen keine Hinweise darauf. Zudem wurden auch keine fastenspezifischen Muster bei der Aktivität von Schlüsselgenen im subkutanen Fettgewebe festgestellt. Überraschend auch: Bei der normalen Diät ging fast der gesamte Abnehmerfolg auf verlorenes Körperfett zurück. Beim Wechselfasten verloren die Testpersonen dagegen zur Hälfte Fett, zur Hälfte aber Nichtfettgewebe wie beispielsweise Muskeln. Gerade diesem Verlust von wichtigem Muskelgewebe soll das Intervallfasten jedoch eigentlich entgegenwirken.

Nach Ansicht des Teams sprechen die Ergebnisse dafür, dass eine kontinuierliche Diät besseren Resultate in Bezug auf Fettabbau und Gesundheit bringt als das Wechselfasten. Wem das Intervallfasten dennoch leichter fällt, der sollte versuchen, auf ausreichend Sport zu achten. Denn die Studiendaten zeigten, dass sich die Probanden an den Fastentagen deutlich weniger bewegten und so möglicherweise den Muskelabbau förderten. Als nicht uneingeschränkt empfehlenswert stuft auch Stefan Kabisch vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung an der Charité in Berlin das Intervallfasten ein. Seiner Meinung nach ist die Datenlage in Form von Humanstudien zum Nutzen des Intervallfastens noch zu unzureichend, um dieses Ernährungsmodell zu empfehlen.

17.06.2021

Quelle: Scinexx, 17.06.2021

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Typ-2-Diabetes: Erst Insulinanstieg, dann -resistenz?

DEBInet veröffentlichte am 10.06.2021 eine aktuelle Studie zu der Frage im Bezug auf die Entstehung eines Typ-2-Diabetes: Was tritt zuerst auf, eine Erhöhung des Insulinspiegels oder die Insulinresistenz?

Um den Entstehungsmechanismus von Typ-2-Diabetes besser zu verstehen, untersuchten Wissenschaftler der Universität Göteborg den Stoffwechsel im Fettgewebe von 27 Personen. Jeweils ein Drittel der Probanden war normalgewichtig, adipös mit normalem Blutzuckerspiegel beziehungsweise adipös mit manifestem Typ-2-Diabetes. Die Probanden unterzogen sich über mehrere Tage hinweg umfangreichen Untersuchungen, bei denen unter verschiedenen Bedingungen Proben entnommen wurden. Die Forscher analysierten die Konzentrationen von Glukose, Insulin und freien Fettsäuren im Blut der Probanden und untersuchten ihren Stoffwechsel sowie die Expression von Genen im Unterhautfettgewebe.

Sie stellten fest, dass der Blutzuckerspiegel der adipösen Probanden ohne Diabetes vergleichbar war mit den Probanden mit Normalgewicht. Anders verhielt es sich dagegen mit der Konzentration freier Fettsäuren im Blut und dem Insulinspiegel. Die nicht-diabetischen Teilnehmer mit Adipositas hatten dabei erhöhte Werte sowohl von freien Fettsäuren als auch von Insulin im Blut, und diese Werte waren ähnlich oder höher als die Werte, die im Blut der Teilnehmer mit Adipositas und Typ-2-Diabetes gemessen werden konnten. In einer Kooperation mit Wissenschaftlern der Universität Uppsala konnte dasselbe Muster auch im Nüchternblut von 500 Probanden einer bevölkerungsbasierten Studie nachgewiesen werden.

Die Untersuchungen legen die Vermutung nahe, dass die Fettsäuren mit der Insulinfreisetzung zusammenhängen und zu einer erhöhten Insulinproduktion auf nüchternen Magen beitragen, wenn der Blutzucker nicht gestiegen ist. Freie Fettsäuren sind ebenso wie Glycerin Produkte des Fettstoffwechsels des Körpers und kommen daher auch im Blutkreislauf vor. Bei den Probanden war die Menge an freigesetztem Glycerin pro Kilogramm Körperfett weitgehend konstant, unabhängig davon, ob sie normalgewichtig, nur adipös oder adipös und an Typ-2-Diabetes erkrankt waren. Die Forscher stellten daher die Hypothese auf, dass die Anzahl freier Fettsäuren im Blut ansteigen, weil das Fettgewebe überschüssige Energie nicht mehr speichern kann und dies ein frühes Anzeichen eines beginnenden Typ-2-Diabetes sein könnte. Nach diesen Erkenntnissen liegt die Vermutung nahe, dass es zuerst zu einer erhöhten Insulinfreisetzung durch den Anstieg freier Fettsäuren und anschließend zu einer Insulinresistenz kommt, welche sich im weiteren Verlauf zu einem manifesten Typ-2-Diabetes entwickeln kann.

17.06.2021

Quelle: DEBInet, 10.06.2021

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Studie: Ernährung beeinflusst Verlauf von COVID-19

Am 09.06.2021 veröffentlichte das Deutsche Ärzteblatt eine Fall-Kontroll-Studie aus New York, welche den Einfluss der Ernährungsweise auf den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung untersuchte und von Juli bis September 2020 stattfand.

Die wichtigsten Risikofaktoren für einen schweren Erkrankungsverlauf sind Diabetes Typ 2, atherosklerotische Erkrankungen und eine Hypertonie. Diese Erkrankungen sind unter anderem auch auf einen ungesunden Lebensstil mit mangelnder Bewegung und Fehlernährung zurückzuführen, sodass es naheliegt, den Einfluss der Ernährung auf den Krankheitsverlauf zu untersuchen. Ein Team vom Vagelos College of Physicians and Surgeons der Columbia University in New York hat hierzu 2.884 Personen aus dem Gesundheitswesen befragt, die durch ihre Patienten­kontakte ein erhöhtes Infektionsrisiko hatten. Die Kontaktdaten hatten die Forscher von „Survey Healthcare Globus“, einem Markforschungsunternehmen im Gesundheitswesen erhalten, das in den USA und in Europa aktiv ist. Die Studienteilnehmer stammten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und den USA. Die Teilnehmer füllten einen Fragebogen rund um ihren Lebensstil aus. Aufgrund ihres beruflichen Risikos waren 568 Teilnehmer an COVID-19 erkrankt: 430 stuften die Erkrankung als sehr mild oder mild ein. Die anderen 138 waren mittelschwer bis schwer erkrankt.

Auf das Infektionsrisiko und die Dauer der Erkrankung hatte die Ernährung keinen Einfluss. Doch Personen, die ihre Ernährung als „pflanzenbasiert“ beziehungsweise „pflanzenbasiert (mit geringem Fleischkonsum) oder pescetarisch“ eingestuft hatten, waren zu 73 % beziehungsweise 59 % seltener mittelschwer bis schwer an COVID-19 erkrankt. Bei diesen Berechnungen wurden die Unterschiede in Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft und Land, medizinisches Fachgebiet, Raucherstatus und körperliche Aktivität berücksichtigt. In einem weiteren Modell wurden auch Body-Mass-Index (BMI) sowie das Vorliegen von zahlreicher Erkrankungen berücksichtigt, ohne dass sich an den Zahlen etwas änderte. Interessant war, dass Personen, die ihre Ernährung als kohlenhydratarm einstuften, ein tendenziell höheres Risiko auf einen schweren Verlauf von COVID-19 hatten. Gegenüber den Personen mit einer pflanzenbasierten Diät erkrankten sie fast 4 mal so häufig schwer.

Kritik an der Studie ist allerdings, dass die Befragung auf der Selbsteinschätzung der Teilnehmer beruht, welche immer sehr subjektiv ist und nicht alle Aspekte der Lebensführung berücksichtigt wurden. Es ist denkbar, dass Menschen, die sich vermehrt pflanzenbasiert oder auch pescetarisch ernähren, auch in anderen Bereichen gesünder leben oder zu einer durch Bildung oder Einkommen privilegierten Gruppe gehören.

Angesichts der etablierten Risikofaktoren, die auf frühere Ernährungsfehler hinweisen, dürfte die Frage nach dem Einfluss der aktuellen Ernährung auf das Erkrankungsrisiko legitim sein. Eine protektive Wirkung ließe sich durch die geringere Entzündungsbereitschaft beim Verzicht auf Fleisch und die bessere Versorgung mit Omega-3—Fettsäuren plausibel erklären.

17.06.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 09.06.2021

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So löst das Coronavirus Diabetes aus

Scinexx berichtete am 04.06.2021 über den Nachweis des Befalls und der Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen durch SARS-CoV-2.

Das Coronavirus SARS-CoV-2 greift eine Vielzahl von Organen und Geweben im Körper an – von den Atemwegen und der Lunge über den Darm, die Nieren und die Blutgefäße bis hin zu den Nerven und dem Gehirn. Fallberichte legen zudem nahe, dass sich im Zuge einer Corona-Infektion auch ein Diabetes Typ 1 entwickeln kann. Dabei werden die Betazellen der Bauchspeicheldrüse geschädigt und schütten kein Insulin mehr aus – ein erhöhter Blutzucker ist die Folge. Das belegen nun Infektionstests an Zellkulturen sowie Autopsiebefunde von Covid-19-Patienten. Sie zeigen, dass das Virus den „Neben-Türöffner“ Neuropilin-1 nutzt, um in die Zellen einzudringen. Als Folge gehen die infizierten Zellen zugrunde und die Insulinproduktion stockt, dies untersuchten Chien-Ting Wu von der Stanford University und seine Kollegen.

Nach Ansicht des Forschungsteams bestätigen diese Ergebnisse, dass das Coronavirus SARS-CoV-2 die Betazellen der Bauchspeicheldrüse direkt befallen und zerstören kann. Die nach Covid-19 beobachteten Diabetesfälle könnten demnach direkt auf das Virus zurückgehen. Noch ist nicht geklärt, ob der durch die Corona-Infektion ausgelöste Diabetes sich im Laufe der Zeit wieder zurückbilden kann oder ob er irreversibel ist. Auch auf welchem Wege das Coronavirus in die Bauchspeicheldrüse gelangt und warum nur einige Covid-19-Patienten betroffen sind, ist bislang unbekannt.

09.06.2021

Quelle: Scienexx, 04.06.2021

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Wissenschaftler empfehlen Fastenkur als Einstieg in eine langfristige Ernährungsumstellung

Wie das Deutsche Ärzteblatt am 02.06.2021 veröffentlichte, meinen Wissenschaftler vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC) – Einrichtungen der Charité-Universitätsmedizin Berlin, dass Menschen mit metabolischem Syndrom, die ihre Ernährung umstellen, am besten mit einer Fastenkur starten sollten.

An einer entsprechenden Studie nahmen 71 Probanden mit metabolischem Syndrom und erhöhtem systolischen Blutdruck teil. Die Forschenden teilten sie nach dem Zufallsprinzip in 2 Gruppen ein. Beide Gruppen ernährten sich 3 Monate lang nach der sogenannten DASH-Diät, dem „Dietary Approach to Stop Hypertension“ – einem Ernährungsansatz gegen Bluthochdruck. Diese Diät entspricht der Mittelmeerdiät. Eine der beiden Gruppen nahm 5 Tage lang keinerlei feste Nahrung zu sich, bevor sie mit der DASH-Diät begann – diese Gruppe startete die Ernährungs­umstellung also mit einer Fastenkur.

Dabei nahm bei den Fastenteilnehmern insbesondere die Anzahl von entzündungsfördernden T-Zellen ab, während sich regulatorische T-Zellen vermehrten. Anhand von Stuhlproben untersuchten die Forschenden außerdem die Auswirkungen des Fastens auf das Mikrobiom des Darms. Dieses veränderte sich während des Nahrungsverzichts stark. Dabei vermehren sich vor allem die gesundheitsfördernden Bakterien, was die Blutdrucksenkung fördert.

Bei den Probanden, die mit einer 5-tägigen Fastenperiode in die gesunde Ernährung eingestiegen sind, blieben der Body Mass Index, der Blutdruck und der Bedarf an blutdrucksenkenden Medikamenten dauerhaft niedriger. Das Fasten wirkt wie ein Katalysator für die schützenden Mikroorganismen im Darm. Die Gesundheit verbessert sich sichtbar sehr schnell, die Patienten können ihre Medikation reduzieren oder oftmals ganz auf Tabletten verzichten“, lautet das Fazit der Wissenschaftler.

04.06.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 02.06.2021

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Typ-2-Diabetes: Erfolgreiche Diät kann auch den Blutdruck normalisieren

Das Deutsche Ärzteblatt veröffentlichte am 01.06.2021 die Studienergebnisse einer britischen Studie in einer Publikation in „Diabetologia“. So gelang es vielen adipösen Menschen, deren Diagnose eines Typ-2-Diabetes erst wenige Jahre zurückliegt, durch eine Gewichtsreduktion nicht nur den Blutzucker zu normalisieren, sondern auch dauerhaft auf Hochdruckmedikamente zu verzichten.

An der Studie hatten 298 Patienten teil­genommen, deren Typ-2-Diabetes im Mittel 3 Jahre zuvor diagnostiziert worden war. Die Hälfte der Teilnehmer wurde auf eine Reduktionskost randomisiert. Das „Counterweight-Plus“-Gewichtsmanagement, das von Diätassistenten oder von geschulten Arzt­helferinnen durchgeführt wurde, bestand aus Nährstofflösungen mit einer Tageszufuhr von 830 Kilokalorien. In der Interventionsgruppe verloren die Teilnehmer im Durchschnitt 10 kg an Gewicht. Jeder 4. nahm sogar 15 kg ab. Auch die Blutzuckerwerte verbesserten sich deutlich.

Wie häufig in Diätstudien nahmen zwar viele Teilnehmer danach wieder an Gewicht zu. Von denen, die ihr reduziertes Gewicht hielten, konnten jedoch 2/3 auch nach 2 Jahren auf Blutzuckersenker verzichten mit der guten Aussicht, ihren Typ-2-Diabetes auf Dauer „besiegt“ zu haben. Die Forscher machten außerdem die Beobachtung, dass der Blutdruck bei den meisten Teilnehmern abnahm und zwar parallel zum Gewichtsverlust. Bei den Personen, die zu Beginn der Studie keine Blut­druckmedikamente einnahmen, ging der Blutdruck bereits in der 1. Woche zurück. Bei Menschen, die ihre Blutdruckmedikamente abgesetzt hatten, setzte der Blutdruckabfall nach etwa 6 Wochen ein. Nur 1/4 der Teilnehmer (28 %) musste während der Diätphase die Blutdruckmedikamente wieder ein­neh­men. Bei anderen war dies später notwendig. Doch insgesamt 28 % der Teilnehmer kamen auch nach 2 Jahren ohne die Hochdruckmedikamente aus, die sie vor Beginn der Studie benötigt hatten.

04.06.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 01.06.2021

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Drei Jahre jünger in acht Wochen?

Bewegung, Schlaf und spezielle Ernährung stellen die epigenetische Uhr zurück! Darüber berichtet Scinexx am 01.06.2021.

Der Alterungsprozess ist ganz normal. Manchmal unterscheidet sich unser biologisches Alter aber sehr dem chronologischen Alter. Genetische Veranlagung, Lebesweise, Umweltfaktoren und Stress haben Einfluss auf unsere Gewebe, Organe und Zellen und verändern diese unterschiedlich schnell. Messbar sind diese altersbedingten Veränderungen an verschiedenen Biomolekülen, aber auch an der Länge der Chromosomenendstücke und an Anlagerungen an der DNA. Anders als genetische Faktoren ist das Muster dieser epigenetischen Anlagerungen an der DNA veränderlich: Es verändert sich mit dem Alter und der Lebensweise. Über diese epigenetische „Altersuhr“ – DNAmAge getauft – lässt sich daher das biologische Alter abschätzen.

Aber wie stark lässt sich diese epigenetische Altersuhr durch unsere Lebensweise beeinflussen? Das hat ein Forschungsteam  des Institute for Functional Medicine in Washingtonhaben in einer Pilotstudie mit 43 gesunden Männern im Alter von 50 bis 72 Jahren untersucht. Acht Wochen lang stellte die Hälfte der Probanden ihre Lebensweise um: Sie machten jeden Tag mindestens 30 Minuten Sport, schliefen mindestens sieben Stunden pro Nacht und führten regelmäßig Atemübungen zur Entspannung durch. Zusätzlich passten die Probanden ihre Ernährung an: Sie aßen wenig tierische Eiweiße und Kohlenhydrate, dafür viel Gemüse. Ihr Essensrhythmus entsprach einem gemäßigten Intervallfasten, bei dem sie zwischen 19;00 Uhr abends und sieben Uhr morgens keine Nahrung zu sich nahmen. Ergänzend erhielten die Teilnehmer ein Nahrungsergänzungsmittel mit verschiedenen Pflanzeninhaltsstoffen und ein probiotisches Präparat mit Milchsäurebakterien. Zu Beginn und Ende des Testzeitraums nahmen die Forscher DNA-Proben aus dem Speichel und überprüften das Muster der epigenetischen Anlagerungen.

Das Ergebnis: Obwohl die Männer ihre Lebensweise nur acht Wochen lang umgestellt hatten, zeigten sich signifikante Veränderungen ihres epigenetischen Musters: Ihre DNAmAge-Uhr hatte sich in den acht Wochen um 1,96 Jahre zurückgedreht, die Teilnehmer der Kontrollgruppe waren dagegen im gleichen Zeitraum epigenetisch um 1,27 Jahre älter geworden. Insgesamt betrug der Unterschied zwischen den beiden Gruppen damit mehr als drei Jahre. Sollte sich der positive Effekt auch in Folgestudien mit mehr Probanden bestätigen, könnte dies neue Möglichkeiten eröffnen, die Gesundheit im Alter gezielt zu stärken.

02.06.2021

Quelle: Scienexx, 01.06.2021

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Kinderernährung: Vegetarisch und vegan – kann das gesund sein?

Der UGB veröffentlichte in seinem Newsletter vom 01.06.2021 den folgenden Blogbeitrag.

In Deutschland ernähren sich schätzungsweise 8% der Erwachsenen vegetarisch oder vegan – bei Kindern und Jugendlichen liegt die Zahl bereits darüber. Doch ist eine Ernährungsweise, die teilweise oder sogar vollständig auf tierische Produkte verzichtet, für Heranwachsende geeignet? Die VeChi-Youth-Studie geht dieser Frage auf den Grund.

Im Zeitraum zwischen Oktober 2017 und Januar 2019 nahmen insgesamt 401 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis achtzehn Jahren an der Ernährungsstudie EsKiMo II des Robert Koch-Instituts teil – 172 Jungen und 229 Mädchen. Das Team von Wissenschaftlern untersuchte unter anderem, ob es Unterschiede in Größe, Gewicht und Body Mass Index (BMI) zwischen Veganern, Vegetariern und Mischköstlern gab. Außerdem verglichen sie die Energie- und Nährstoffzufuhr sowie den Versorgungsstatus einiger Nährstoffe mit Hilfe von Blut- und Urinproben.

Zu folgenden Schlüssen kamen die EsKiMo II und die VeChi-Youth-Studie:

  • Erhöhter Nährstoffbedarf im Wachstum: Die Ergebnisse zeigen, dass sich unabhängig von der Ernährungsweise wichtige Körpermaße wie Größe, Gewicht und BMI der Heranwachsenden nicht unterscheiden.
  • Proteinversorgung: Im Mittel erreichten die Teilnehmer aller Altersklassen die Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine ausreichende Proteinversorgung auch bei fleischfreier Ernährung möglich ist. Um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen, empfiehlt die amerikanische Academy of Nutrition and Dietetics die Proteinzufuhr für vegane Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren um 20 bis 30 Prozent zu erhöhen und für über Sechsjährige um bis zu 20 Prozent. Für Säuglinge und Kinder bis zu zwei Jahren schlagen die Wissenschaftler ein Mehr von 30 bis 35 Prozent vor.
  • Kritische Nährstoffe: Mit den meisten Vitaminen und Mineralstoffen waren die Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihrer Ernährungsform gut versorgt.
  • Zu wenig Vitamin D und Calcium: Auch den empfohlenen Versorgungsstatus für Vitamin D unterschritten 30 Prozent der Kinder aller drei Ernährungsformen. Die Referenzwerte für Calcium erreichten nur knapp 46 Prozent der Veganer, 56 Prozent der Vegetarier und rund 67 Prozent der Mischköstler. Bei den vegan essenden Teilnehmern waren die Werte mit rund 529 Milligramm pro Tag am geringsten. Angereicherte Milchersatzprodukte und calciumreiches Mineralwasser sollten bei ihnen daher täglich auf den Tisch kommen.
  • Jod nicht nur bei Pflanzenkost problematisch: Hinsichtlich der Zufuhr von Jod fiel die Versorgung ebenfalls bei allen Ernährungsformen kritisch aus; auch hier wiesen die Veganer die niedrigsten Werte auf. Bei einer Mischkost liefern Milch und Milchprodukte etwa 38 Prozent des zugeführten Jods. Daneben stellt jodiertes Speisesalz eine der wichtigsten Quellen dar. Der bekannteste kritische Nährstoff für Veganer ist Cobalamin (B12). Von den veganen Teilnehmern nahmen insgesamt rund 88 Prozent B12-Präparate zu sich. Damit ist die Versorgung bei der Mehrheit der Teilnehmer zwar sichergestellt, jedoch sind immerhin 12 Prozent von einer Unterversorgung bedroht. An dieser Stelle sind besonders die Eltern gefragt, sich um eine gesicherte Versorgung zu kümmern und Heranwachsende ausreichend über die Notwendigkeit der B12-Aufnahme zu informieren.

Fazit: Die VeChi-Youth-Studie deutet darauf hin, dass bei einer bewussten und abwechslungsreichen veganen Ernährungsweise keine Mangelzustände zu befürchten sind. Voraussetzung ist dabei allerdings, kritische Nährstoffe wie Vitamin B12 über Supplemente in ausreichender Menge zuzuführen. Auch die Versorgung mit Vitamin B2, Calcium und Jod ist im Auge zu behalten. Das gilt aber auch für nicht vegan lebende Kinder. Zu bedenken bleibt, dass die Studie zwar nachvollziehbare Hinweise zur Nährstoffversorgung liefert, aber nicht repräsentativ ist. Besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadiskussionen stellt eine überwiegend pflanzliche Ernährungsweise eine nachhaltige Alternative zur derzeit üblichen Mischkost dar. Unter Beachtung der wichtigsten Nährstoffe und mit einem vollwertigen Speiseplan ist eine pflanzenbasierte Kost auch für die Jüngsten umsetzbar. Dazu braucht es jedoch eine nachhaltige Ernährungsbildung durch ausgebildete Fachkräfte und das notwendige Wissen der Eltern.

02.06.2021

Quelle: UGB, 01.06.2021

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Hypoallergene Säuglingsnahrung kann vor Asthma und Neurodermitis schützen

DEBInet berichtet am 25.05.2021 im Newsletter: Die Ergebnisse einer deutschen Langzeitbeobachtungsstudie von Säuglingen mit einem erhöhten Risiko für allergische Erkrankungen sprechen dafür, dass bestimmte HA-Säuglingsnahrungen einer Erkrankung an Asthma und Neurodermitis im Erwachsenenalter vorbeugen können.

Muttermilch ist nach wie vor die am besten auf die Bedürfnisse von Säuglingen abgestimmte Nahrung. Doch was ist, wenn junge Mütter nicht stillen können oder möchten? Auf dem Markt gibt es eine breite Palette von Säuglingsanfangsnahrungen, deren Zusammensetzung der Muttermilch nachempfunden ist. Manche haben besondere diätetische Eigenschaften. Zu dieser Gruppe zählen hydrolysierte (HA) Säuglingsnahrungen. Diese Produkte wurden ursprünglich für Babys mit Kuhmilchallergien entwickelt. Später keimte der Verdacht auf, dass HA-Säuglingsnahrungen auch vor der Entstehung allergischer Erkrankungen schützen könnten. Dieser potentiell präventive Effekt wurde allerdings immer wieder infrage gestellt. Etwas mehr Klarheit versprechen die Ergebnisse der GINI-Allergiestudie, die unlängst in der Fachzeitschrift “Allergy” veröffentlicht wurden.

In dieser Studie wurden Langzeiteffekte verschiedener HA-Säuglingsnahrungen auf die Entstehung allergischer Erkrankungen untersucht. Die Studie begann bereits 1995. Die Kinder erhielten in den ersten vier Jahren jeweils eine von drei verschiedenen HA-Säuglingsnahrungen (Interventionsgruppe) oder eine reguläre Säuglingsnahrung (Kontrollgruppe). Die HA-Nahrungen unterschieden sich im verwendeten Protein und ihrem Hydrolysierungsgrad. Ausgewählt wurden jeweils eine HA-Säuglingsnahrung mit moderat und stark aufgespaltenem Molkenprotein sowie eine stark hydrolysierte Säuglingsnahrung auf Caseinbasis. In den darauffolgenden Jahren wurden die teilnehmenden Familien regelmäßig kontaktiert und per Fragebogen zum Auftreten von allergischen Erkrankungen (Asthma, Neurodermitis und allergischem Schnupfen) befragt. Bei der aktuellen Auswertung handelt es sich um die Ergebnisse der Nachbefragung nach 20 Jahren, an der 1.199 der mittlerweile erwachsenen Probanden teilnahmen.

Probanden aus der Gruppe mit moderat hydrolysiertem Molkeneiweiß hatten ein um 27% geringeres Risiko für Neurodermitis im Vergleich zu Probanden der Kontrollgruppe. Bei den Probanden, die das starke hydrolysierte Caseinprodukt erhalten hatten, war das Risiko sogar um 39% verringert. Die Chance, im Alter zwischen 16 und 20 Jahren an Asthma zu erkranken, war in der Gruppe der Probanden mit dem moderat hydrolysierten Molkenproteinprodukt um 56% und in der Gruppe der Probanden mit dem stark hydrolysierten Caseinprodukt um 54% geringer als in der Kontrollgruppe. In Bezug auf die Vorbeugung von allergischem Schnupfen konnten die Wissenschaftler keinen statistisch bedeutsamen präventiven Effekt aller drei HA-Säuglingsnahrungen im Vergleich zur Kontrollgruppe mit regulärer Säuglingsnahrung feststellen.

Der Weg, über den HA-Säuglingsnahrungen der Entstehung allergischer Erkrankungen wie Asthma und Neurodermitis vorbeugen können, ist bislang nicht vollständig geklärt. Da die HA-Säuglingsnahrungen dieser Studie sich in ihrer präventiven Wirkung unterschieden, vermuten die Forschenden, dass die Hydrolyse möglicherweise Allergie auslösende Eiweißbestandteile aus der Säuglingsnahrung unterschiedlich gut beseitigen konnte. Denkbar sind auch indirekte Effekte der HA-Nahrungen auf das Immunsystem, beispielsweise durch die Beeinflussung des Darm-Mikrobioms.

31.05.2021

Quelle: DEBInet, 25.05.2021

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Unseriöse Allergiediagnostik – Den „einen Allergietest“ gibt es nicht

Die DGE berichtet im Mai 2021 in einem Blockbeitrag über die Problematik der Allergologie.

Eine Allergie abzuklären entspricht in gewisser Weise einem Puzzle, bei dem die einzelnen Untersuchungsergebnisse erst in einer endgültigen Auswertung eine Diagnose über eine Allergie zulassen oder nicht. Die derzeit zur Verfügung stehenden und wissenschaftlich gesicherten Testmethoden sollten daher auch gezielt angewendet werden.

Oft werden allerdings anstatt der notwendigen, mehrstufigen Diagnostik Testverfahren angeboten, die bereits mit einem Test die Klärung über eine Allergie versprechen. Dies ist beispielsweise bei dem relativ teuren Immunglobulin G (IgG)-Antikörper-Test der Fall. Hier wird eine schnelle und klare Antwort auf die Frage nach dem Allergieauslöser zugesichert. Im Anschluss an den Bluttest erhält der/die Betroffene dann i.d.R. eine Auflistung von Lebensmitteln, die laut Testergebnis für die Symptome verantwortlich sind. Die Ernährungsumstellung ist oft sehr rigorosund die meisten Betroffenen wissen schlichtweg nicht mehr, was sie eigentlich noch essen dürfen. Eine qualifizierte Ernährungsberatung fehlt dazu in der Regel. Zudem kann der Verzicht von Lebensmittelgruppen langfristig zu einer Unterversorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen führen.

Im Gegensatz zum IgG-Test, der behauptet als Einzeltest eine Allergie zu beweisen oder auszuschließen, ist die Immunglobulin E (IgE)-Bestimmung ein gutes Labor-Testverfahren im Rahmen der Allergiediagnose. Allerdings nie als alleiniges Instrument, sondern immer nur als ein Teil eines mehrstufigen Plans der Allergieabklärung.

Viele der aufgelisteten unseriösen Messmethoden sind mit wissenschaftlichen Methoden nicht erklärbar oder reproduzierbar. Trotzdem sind sie populär und Betroffene sind bereit, hohe Summen für die Durchführung auszugeben. Bei allen nicht validierten und unwissenschaftlichen Testmethoden werden Listen von angeblich unverträglichen Lebensmitteln oder Pauschaldiäten ausgegeben. Die großen Einschränkungen in der Lebensmittelauswahl vermindern stark die Lebensqualität. Die empfohlenen Diäten oder Verhaltensänderungen sind meistens auch unnötig. Sie können dazu beitragen, dass bei den Betroffenen Zweifel an der „Schulmedizin“ und der wissenschaftlich fundierten Allergieabklärung aufkommen. Fachgesellschaften wie die National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) warnen daher ausdrücklich vor einer Überdiagnostik und der Gefahr falsch interpretierter Daten. Sie empfehlen, eine Allergieabklärung nur von AllergologInnen durchführen zu lassen, welche mit qualifizierten Ernährungstherapeuten zusammenarbeiten, sodass einer Mangelernährung vorgebeugt werden kann.

27.05.2021

Quelle: DGE.de, 05.2021

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Phytosterinhaltige Lebensmittel nur bei tatsächlich erhöhtem Cholesterinspiegel verzehren

DEBInet veröffentlichte am 20.05.2021 einen Artikel zu diesem Thema.

Phytosterine (auch bekannt als Pflanzensterine) sind fettähnliche Verbindungen, die natürlicherweise in kleinen Mengen in fetthaltigen pflanzlichen Lebensmitteln wie beispielsweise Speiseölen, Nüssen, Samen, Cerealien und Bohnen vorkommen. Nehmen wir Pflanzensterine mit der Nahrung zu uns, werden diese in unserem Stoffwechsel praktisch nicht genutzt. Pflanzensterine verdrängen Cholesterin bei der Resorption aus dem Dünndarm, sodass der Körper weniger Cholesterin aufnimmt. Ein Teil dieser geringeren Aufnahme wird durch eine erhöhte Eigensynthese von Cholesterin ausgeglichen. Die Eigensynthese kann die geringere Cholesterinaufnahme allerdings nicht vollständig kompensieren, sodass der Cholesterinspiegel sinkt.

Diesen Effekt haben sich Lebensmitteltechnologen zunutze gemacht und Produkte entwickelt, die mit Phytosterinen angereichert sind. Besonders bekannt sind angereicherte Margarinen, auf dem Markt sind aber auch Joghurtdrinks und andere Produkte. Eine regelmäßige Aufnahme von zwei bis drei Gramm Phytosterinen kann das „schlechte“ LDL-Cholesterin von Menschen mit erhöhtem Cholesterinspiegel nachweislich um rund zehn Prozent senken. Diese Menge ist zum Beispiel in 25 bis 30 Gramm angereicherter Margarine enthalten. Eine weitere Erhöhung der Phytosterinaufnahme über diese Menge hinaus führt allerdings zu keiner zusätzlichen Senkung des Cholesterinspiegels. Dahingegen nehmen unerwünschte Wirkungen zu, denn Phytosterine hemmen die Aufnahme bestimmter Carotinoide und fettlöslicher Vitamine aus der Nahrung. Außerdem reichern sie sich im Blutplasma an, wobei bislang nicht bekannt ist, ob dies negative gesundheitliche Effekte nach sich ziehen kann. Dies ist auch der Grund dafür, dass mit Phytosterinen angereicherte Produkte nur von Menschen mit erhöhtem Cholesterinspiegel verzehrt werden sollten. Sie sind nicht für gesunde Menschen gedacht und sollten aufgrund der Hemmung der Vitaminaufnahme keinesfalls von schwangeren oder stillenden Frauen sowie Kindern unter fünf Jahren verzehrt werden.

Menschen mit erhöhtem Cholesterinspiegel, die Medikamente zur Cholesterinsenkung einnehmen, sollten den Einsatz von Phytosterin-Produkten vorab mit ihrem Arzt besprechen. Generell ist darauf zu achten, pro Tag nicht mehr als 3 Gramm Phytosterine über Lebensmittel aufzunehmen. Werden täglich mehrere angereicherte Lebensmittel verzehrt oder zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, kann des schnell zu einer Überschreitung dieser Menge kommen. Außerdem rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), die geringere Aufnahme von Carotinoiden und fettlöslichen Vitaminen durch einen höheren Konsum von Obst und Gemüse als bislang üblich auszugleichen.

Es ist nicht möglich, durch den Verzehr von Lebensmitteln, die mit Phytosterinen angereichert sind, einer Erhöhung des Cholesterinspiegels vorzubeugen. Hierfür empfiehlt sich eine ausgewogene, abwechslungsreiche und ballaststoffreiche Ernährung sowie ein insgesamt möglichst gesunder Lebensstil.

27.05.2021

Quelle: DEBInet.de, 20.05.2021

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Zuckerhaltige Getränke kurbeln Fettproduktion in der Leber an

DEBInet präsentierte am 18.05.2021 eine Studie der Universitäten Zürich, Lausanne und Graz vor.

Seine kariogene Wirkung und der hohe Energiegehalt haben Zucker schon länger in Verruf gebracht. Zucker kann regelrecht süchtig machen und begünstigt die Entstehung von Übergewicht und Adipositas. In einer aktuellen Studie haben Wissenschaftler untersucht, wie sich ein moderater, aber regelmäßiger Konsum zuckerhaltiger Getränke auf den Fettstoffwechsel der Leber auswirkt.

Für die Studie wurden 94 gesunde, normalgewichtige Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren nach dem Zufallsprinzip in verschiedene Gruppen eingeteilt. Die Probanden der drei Interventionsgruppen tranken sieben Wochen lang täglich ein Getränk, das mit 80 Gramm Fruchtzucker (Fruktose), Traubenzucker (Glukose) oder Haushaltszucker (Saccharose, ein Zweifachzucker aus Glukose und Fruktose) gesüßt war. Die Probanden der Kontrollgruppe behielten ihre gewohnte Ernährung bei. Anhand von Tracern (markierte Substanzen, deren Weg im Körper nachverfolgt werden kann) konnten die Wissenschaftler den Effekt der Süßgetränke auf den Fettstoffwechsel der Leber untersuchen. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass bereits ein moderater Konsum bestimmter Zucker zu einer Umschaltung des Fettstoffwechsels in der Leber führen. “Die körpereigene Fettproduktion in der Leber war in der Fruchtzucker-Gruppe doppelt so hoch wie in der Traubenzucker-Gruppe oder der Kontrollgruppe – und dies mehr als zwölf Stunden nach der letzten Mahlzeit bzw. dem letzten Zuckerkonsum”. Der Zusammenhang zwischen einer hohen Fruktoseaufnahme und der Fettsynthese in der Leber ist bereits bekannt, überraschend war dagegen, dass der am häufigsten verzehrte Haushaltszucker die Fettproduktion in der Leber sogar noch stärker ankurbelte als dieselbe Fruchtzuckermenge.

Die erhöhte Fettsynthese in der Leber gilt als erster maßgeblicher Schritt in der Entstehung von Erkrankungen wie einer Fettleber und eines Typ-2-Diabetes. Im Interesse der eigenen Gesundheit empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation, täglich maximal 50 Gramm Zucker zu konsumieren, besser wäre sogar die Beschränkung auf 25 Gramm pro Tag.

27.05.2021

Quelle: DEBInet.de, 18.05.2021

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Ernährungsreport 2021 veröffentlicht, DDG übt Kritik

Am 19.05.2021 stellte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) den Ernährungsreport 2021 vor, welcher auf einer repräsentativen forsa-Umfrage unter 1.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern basiert. Das deutsche Ärzteblatt fasst zusammen:

„Die Studien­ergebnisse zeigen, dass wir Rahmenbedingungen richtig setzen und das Ziel erreichen“, so Klöckner. Barbara Bitzer, Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) hat allerdings deutliche Kritikpunkte. Nach wie vor sei der Nutri-Score nicht verpflichtend und in Fertigprodukten stecke noch immer zu viel Zucker und Fett, so Bitzer. Man brauche endlich verbindliche Regeln zur Reduktion von Zucker und Fetten in Lebensmitteln und einen verpflichtenden Nutri-Score. Mit verbindlichen Reduktionszielen, einem bundesweiten Werbeverbot für süße und fettige Kinder­lebens­mittel sowie einer steuerlichen Entlastung von gesunden Produkten wie Obst und Gemüse könne die Politik wichtige Weichen stellen, damit sich noch mehr Menschen in Deutschland gesund ernähren und Adipositas- und Diabetesneuerkrankungen nachhaltig eingedämmt werden – hier müsse in der nächsten Legislaturperiode dringend nachgebessert werden.

Alle Veränderungen im Vergleich zu 2015 finden Sie im aktuellen Ernährungsreport 2021. 

21.05.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 20.05.2021

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Kardiovaskuläre Mortalität: Nicht alle Kohlenhydrate auf den Index

Das Deutsche Ärzteblatt berichtet am 12.05.2021 zu diesem Thema: Eine High-Carb-Ernährung genießt gegenwärtig keinen guten Ruf. Zu überzeugend waren in den letzten Jahren die Hinweise auf die vielen Vorteile von Low-Carb. Doch die richtige Wahl der Kohlenhydrate ist entscheidend, wenn es um die Gesundheit geht, das zeigen nun die neuen Ergebnisse der PURE-Studie.

Statt Kohlenhydrate undifferenziert zu verbannen, kommt es darauf an, auf die richtigen Kohlenhydrate zu setzen. Sie kommen in kurzkettiger und langkettiger Form in der Nahrung vor. Den kurzkettigen oder „einfachen“ Kohlenhydraten ist gemein, dass sie schneller zu Glukose abgebaut werden. Ihr Verzehr lässt den Blutzucker sprunghaft ansteigen – sie haben daher einen hohen glykämischen Index. Langkettige oder komplexe Kohlenhydrate – darunter fallen Stärke und Ballaststoffe – bestehen aus mehreren einfachen, aneinander geketteten Kohlenhydraten. Sie sind schwerer verwertbar, der Blutzuckerspiegel steigt vergleichsweise langsam, deren glykämischer Index ist niedrig. Dieser Index ist für die gesundheitlichen Effekte entscheidend.

Eine Ernährung reich an einfachen Kohlenhydraten ist mit der Entwicklung von Adipositas und einer Insulinresistenz assoziiert. Weiterhin zeigen Studien, dass der Konsum dieser Kohlenhydrate mit einem schlechteren Lipidprofil, höheren Entzündungswerten, arterieller Hypertonie sowie einem erhöhten Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten einhergeht. Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass eine Ernährung mit hohem glykämischen Index das Risiko für einen frühzeitigen Tod erhöht. So hatten Menschen, die viele einfache Kohlenhydrate verzehrten, ein um rund 25 % erhöhtes Risiko für kardiovaskulären Tod oder ein kardiovaskuläres Ereignis. Das Risiko war zudem unabhängig von dem Vorliegen einer kardialen Vorerkrankung erhöht.

Die Studie bestätigt erneut, dass eine Ernährung reich an unverarbeiteten Lebensmitteln, insbesondere Früchte, Gemüse, und Vollkornprodukten mit einem hohen Ballaststoffanteil günstig für unsere Gesundheit sein kann – trotz eines hohen Anteils an Kohlenhydraten. In Sachen „Low-Carb“ versus „High-Carb“ dürfte damit erneut klar werden, dass derzeit vor allem ein Konsens bestehen dürfte: Verarbeitete Lebensmittel sind immer schädlich – unabhängig davon, wie die Ernährung sonst zusammengesetzt ist.

17.05.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 12.05.2021

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Studie untersucht Erkrankungsrisiken von Fleischessern

Das deutsche Ärzteblatt veröffentlichte am 12.05.2021 eine neue Studie zu diesem Thema.

Die UK Biobank, die zwischen 2006 und 2010 Blutproben von fast einer halben Million Briten archiviert hat, entwickelt sich zu einer wichtigen Datenquelle, um den Einfluss von Ernährungsgewohnheiten auf die Gesundheit zu untersuchen. Der Grund ist ein Fragebogen zu den Ernährungsgewohnheiten, den die Teilnehmer bei ihrem Besuch in den Studienzentren ausfüllten. Die Antworten lassen sich mit späteren Erkrankungen in Beziehung setzen, die sich durch eine Vernetzung mit den Krankenhausstatistiken und Sterberegistern ermitteln lassen.

Epidemiologen der Universität Oxford haben jetzt die Auswirkungen auf 25 häufige Erkrankungen untersucht – wobei Krebserkrankungen ausgenommen wurden, da diese bereits in früheren Untersuchu­ngen mit einem erhöhten Verzehr von rotem Fleisch und insbesondere Wurstwaren in Verbindung gebracht wurden. Der World Cancer Research Fund rät deshalb, den Fleischkonsum auf weniger als 3 Portionen oder maximal 350 bis 500 Gramm pro Woche einzuschränken (auf Wurstwaren sollte weit­gehend verzichtet werden).

Das Ergebnis: Menschen, die gerne und viel rotes Fleisch und Wurstwaren verzehren, sind anfälliger für Herzinfarkt, Lungenentzündungen, Darmdivertikel, Dickdarmpolypen und Diabetes, erkranken aber seltener an einer Eisenmangelanämie. Der vermehrte Verzehr von Geflügelfleisch war mit einem höheren Risiko auf gastroösophageale Refluxkrankheit, Gastritis und Duodenitis, Darmdivertikel, Gallenblasen­erkrankungen und Diabetes verbunden.

17.05.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 12.05.2021

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Wie beeinflusst Sport das Ernährungsverhalten?

Mit dieser Frage beschäftigte sich am 12.05.2021 DEBInet in ihrem Newsletter.

Wer eine Gewichtsabnahme erreichen möchte, sollte mehr Energie verbrauchen als er zu sich nimmt. Demnach ist neben der Ernährung die körperliche Bewegung die wichtigste Stellschraube der Energiebilanz. Doch wie hängen Sport und Ernährung zusammen? Mit dieser Frage befassten sich die Technischen Universität München und die University of Nebraska in Lincoln. Im Rahmen einer randomisierten Überkreuzstudie untersuchten sie, welchen Einfluss ein 45-minütiges aerobes Training auf hypothetische Entscheidungen der Probanden bezüglich des Zeitpunkts und der Menge der Nahrungsaufnahme hatte.

Die Auswertung der Studiendaten ergab, dass die aktiven Probanden sowohl unmittelbar nach dem Training als auch 30 Minuten danach eine größere Nahrungsmenge wählten als die Probanden der Kontrollgruppe. Außerdem hatten sie ein größeres Verlangen für einen sofortigen Verzehr von Nahrungsmitteln direkt nach ihrer körperlichen Betätigung sowie eine halbe Stunde später. „Die vorliegenden Resultate deuten darauf hin, dass die körperliche Anstrengung Sporttreibende dazu verleiten kann, nach dem Sport eher schneller und größere Mengen Nahrung zu sich zu nehmen.“ Er rät: „Da die Gewichtsabnahme für viele ein Hauptmotiv für das Sporttreiben ist und ein Nichterreichen der gewünschten Gewichtsabnahme den Ausstieg aus dem Sport wahrscheinlich macht, könnte es eine gute Strategie sein, sich schon vor dem Training zu überlegen, was man nachher essen möchte.“

17.05.2021

Quelle: DEBInet, 12.05.2021

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Nutri-Score: Sonderfall Käse

Würde der Nutri-Score für Käse nach den allgemein gültigen Regeln ermittelt werden, würden wohl nahezu alle Käsesorten mit einem roten E bewertet werden, der ungünstigsten Kategorie. Schuld daran sind der relativ hohe Fett- und Salzgehalt der meisten Käsesorten. Zugleich ist Käse aber auch eine gute Eiweißquelle und ein wichtiger Kalziumlieferant, berichtete DEBInet am 11.05.2021.

Eigentlich soll der Nutri-Score Verbrauchen helfen, das ernährungsphysiologisch günstigere Produkt zu identifizieren. Daher folgt die Bestimmung des Nutri-Scores in diesem Fall einer Sonderregel. Im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln fließt bei der Berechnung des Nutri-Scores der Proteingehalt des Käses immer positiv ein. Durch die zusätzliche Berücksichtigung des Eiweißgehalts erstreckt sich das Bewertungsspektrum von Käse über mindestens drei Stufen. Für Halloumi-Käse bleibt weiterhin nur eine E-Wertung, Bergkäse erreicht dagegen ein Nutri-Score D in orange und Harzer Käse sogar ein gelb unterlegtes C. Die Sonderregel für Käse erscheint auch unter ernährungsphysiologischer Perspektive plausibel, da der Eiweißgehalt von Käse stark mit dessen Kalziumgehalt korreliert.

17.05.2021

Quelle: DEBInet, 11.05.2021

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EU-Behörde hält Farbstoff Titandioxid im Essen für nicht sicher

Darüber berichtet das Deutsche Ärzteblatt am 07.05.2021. Das als Farbstoff in vielen Lebensmitteln verwendete Titandioxid ist nach Einschätzung einer EU-Behörde wegen möglicher Krebsrisiken nicht sicher für den menschlichen Verzehr. Ihre neue Bewer­tung gaben die Fachleute der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gestern in der italienischen Stadt Parma bekannt.

Titandioxid, in der Zutatenliste oft E171 genannt, kann zum Beispiel in Kaugummi, anderen Süßigkeiten, Backwaren, Suppen und Salatsoßen stecken. Verbraucherschützer etwa von Foodwatch fordern seit eini­ger Zeit einen Verzicht auf den Stoff, der für weiße Farbe sorgt. Die Experten der EU-Behörde fanden nach eigenen Angaben zwar keine abschließenden Beweise für eine toxische Wirkung von E171. Sie konnten aber negative Effekte auf das menschliche Erbgut in den Zellen und mögliche Krebsrisiken nicht ausschließen. Deshalb gaben sie die Empfehlung, Titandioxid als nicht mehr sicher zum Essen einzustufen.

12.05.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 07.05.2021

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Zuckerhaltige Getränke könnten Risiko auf frühen Darmkrebs erhöhen

Das Deutsche Ärzteblatt veröffentlichte am 07.05.2021 eine neue Studie: Wer im Erwachsenenalter täglich 2 Liter oder mehr zuckerhaltige Süßgetränke konsu­miert, hat einer prospektiven Beobachtungsstudie zufolge ein mehr als 2-fach erhöhtes Risiko, vor dem 50. Lebensjahr an Darmkrebs zu erkranken. Häufige Süßgetränke im Teenageralter könnten das Risiko sogar verdreifachen. Die Zahl der Darmkrebserkrankungen vor dem 50. Lebensjahr ist in den letzten Jahren deutlich ange­stiegen. Besonders dramatisch ist die Situation in den USA. Nach ersten Schätzungen wird der Geburts­jahr­gang 1990 doppelt so häufig an einem frühen Darmkrebs erkranken wie der Jahrgang 1950. Beim Rektumkarzinom könnten sich die Zahlen sogar vervierfachen.

Zu den wichtigsten Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten der letzten Jahrzehnte gehört der ver­mehrte Konsum von Süßgetränken. Diese werden bereits für die Zunahme der Adipositas verantwortlich gemacht. Eine Adipositas gehört zu den bekannten Risikofaktoren für eine Reihe von Krebserkrankun­gen, unter anderem auch von Darmkrebs. Süßgetränke könnten jedoch noch auf andere direktere Weise das Krebswachstum im Darm fördern, denn sie beschleunigen das Wachstum des Tumors. Für einen kausalen Zusammenhang spricht auch, dass für künstlich gesüßte Getränke kein erhöhtes Risiko für einen Darmkrebs nachweisbar war. Diätgetränke können nach den Ergebnissen anderer Stu­dien jedoch über appetitanregende Wirkung das Körpergewicht steigern.

12.05.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 07.05.2021

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Nationale Diabetes-Strategie bleibt (vorerst) ein Papiertiger

DEBInet veröffentlichte am 06.05.2021 diesen Beitrag zum Thema Diabetes-Behandlung. Trotz Ankündigung und Verabschiedung einer nationalen Strategie zur Prävention von Typ-2-Diabetes und zu einer verbesserten individualisierten Diabetestherapie hat sich wenig bewegt. Der letzte Runde Tisch des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zur „Ernährung bei Diabetes Typ 2“ gibt Anlass zum Rückblick über die aktuelle Legislaturperiode.

Um einen Durchbruch bei der Prävention von Adipositas, Diabetes und weiteren chronischen Erkrankungen zu erzielen, sind verbindliche gesamtgesellschaftliche Maßnahmen entscheidend. Die Diabetesexperten empfehlen neben der gesetzlichen Kontrolle der Werbung für Kinderlebensmittel die Einführung einer „Gesunden Mehrwertsteuer„, bei der gesunde Lebensmittel mit geringem Zucker-, Fett- und/oder Salzgehalt steuerlich entlastet werden, verbindliche Ernährungsstandards für das Essen an Kitas und Schulen sowie eine Stunde Bewegung am Tag für Kinder und Jugendliche.

12.05.2021

Quelle: DEBInet, 06.05.2021

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WHO empfiehlt Grenzwerte für Salzgehalt in Nahrungsmitteln

Das Deutsche Ärzteblatt informierte am 05.05.2021 über eine neue Grenzwertfestlegung der WHO.

Nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) gehen weltweit elf Millionen Todesfälle im Jahr auf Risikofaktoren in der Ernährung zurück, drei Millionen davon auf den Verzehr von zu viel Salz. Am 05.05. legte die WHO eine Tabelle mit empfohlenen Höchstwer­ten für einige Dutzend Nahrungsmittel vor. Unter den rund 60 Richtwerten sind außerdem: Popcorn, Nüsse und Kerne, Sauerteig- oder Hefebrot, tiefgekühlte Pizza, Käse, Tomatenketchup und Muskelfleisch wie Serranoschinken.

Allgemein empfiehlt die WHO, nicht mehr als fünf Gramm Salz pro Tag zu sich zu nehmen. Die DGE empfiehlt höchstens sechs Gramm. Der tatsächliche Verbrauch liegt ca. bei der doppelten Menge.

Zu viel Salz konsumieren kann nach Angaben von Experten den Blutdruck und damit das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Solche Erkrankungen machen fast ein Drittel der weltweiten Todesfälle aus, die nicht auf ansteckende Krankheiten zurückzuführen sind. Zu salzhaltiges Essen könne auch zu chro­nischen Leberkrankheiten, Nierenleiden, Fettleibigkeit und Magenkrebs beitragen, so die WHO.

12.05.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 05.05.2021

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Salz stört Energieproduktion von Immunzellen

Scinexx.de veröffentlichte am 05.05.2021 neue Studienergebnisse zum Thema Salzkonsum.

Ein Zuviel an Salz hemmt offenbar die Funktion der Mitochondrien – der Kraftwerke der Zellen, wie eine Studie enthüllt. Dieser Effekt führt zu einem Energiemangel, der die Reaktion der Fresszellen in unserm Blut verändert und Entzündungen fördern könnte. Überraschend dabei: Schon eine salzreiche Mahlzeit reicht aus, um diese Reaktion auszulösen – glücklicherweise hält diese Wirkung aber nicht dauerhaft an. Salz ist für uns überlebenswichtig, deshalb ist die Lust auf Salziges tief in uns verankert. Doch inzwischen ist klar, dass ein Zuviel an Natriumchlorid unserer Gesundheit schaden kann. Bei einigen Menschen treibt es den Blutdruck in die Höhe, unabhängig davon kann es Herzkrankheiten fördern und möglicherweise auch dem Gedächtnis schaden. Studien deuten zudem darauf hin, dass ein hoher Salzkonsum auch unser Immunsystem beeinträchtigt.

Was hinter dem Effekt des Salzes auf das Immunsystem steckt, hat nun das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin näher untersucht. Bereits zuvor hatten sie herausgefunden, dass sich erhöhte Natriumkonzentrationen im Blut auf die Aktivierung und Funktion von Monozyten auswirkt, den Vorläuferzellen der Fresszellen. Wie die Forschenden in ihren Tests herausfanden, beeinträchtigt ein Salzüberschuss einen entscheidenden Schritt der ATP-Produktion in den Mitochondrien. Das hat Folgen: Wie ergänzende Versuche ergaben, beeinflusst der salzbedingte Energiemangel die Ausreifung der Monozyten und verändert so die Funktion der aus ihnen gebildeten Fresszellen.

Eine klinische Studie dazu zeigt: Der dämpfende Effekt auf die Mitochondrien zeigte sich nicht nur bei der längerfristig erhöhten Salzzufuhr, sondern schon nach einmaligem Pizzagenuss. Drei Stunden nach der Mahlzeit war bei den Monozyten der Probanden ein deutlicher Energiemangel messbar. Allerdings hielt dieser Effekt nicht an, sondern war nach acht Stunden verschwunden. Die Mitochondrien-Aktivität ist demnach nicht dauerhaft gehemmt. Nun müsse untersucht werden, ob dieser Mechanismus auch bei anderen Zelltypen durch Salz beeinflussbar ist. Denn Mitochondrien finden sich nicht nur in Immunzellen, sondern – mit Ausnahme der roten Blutkörperchen – in jeder Körperzelle. Besonders viele sitzen dort, wo viel Energie verbraucht wird: in Muskel-, Nerven-, Sinnes- und Eizellen.

Nach Ansicht der Forschenden untermauern ihre Ergebnisse, dass ein zu hoher Salzkonsum auch die Immunabwehr beeinträchtigen kann. Zwar scheinen die Fresszellen des Immunsystems unter Salzeinfluss weiterhin aktiv gegen Bakterien zu sein, gleichzeitig aber verstärkt sich ihre pro-entzündliche Wirkung. Entzündliche Erkrankungen an Gefäßen, an Gelenken oder Autoimmunerkrankungen könnten dadurch möglicherweise begünstigt werden.

05.05.2021

Quelle: Scinexx.de, 05.05.2021 

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Hohe Prävalenz eines Vitamin-D-Mangels bei Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis

Vitamin D-Science klärt in ihrem Newsletter die Frage „Welche Erkenntnisse liefern aktuelle Studien zu einer Vitamin-D-Gabe und Linderung der Symptomatik?“ und belegt die Aussagen mit diversen Studien, welche Sie im Quelllink genauer nachlesen können.

Wissenschaftlich sehr gut belegt ist, dass ein adäquater Vitamin-D-Spiegel Infektions- und Autoimmunerkrankungen entgegenwirkt und die Gesamtsterblichkeit senkt. Das Sonnenvitamin wirkt dabei vor allem immunmodulierend, d. h. es stärkt die normale Funktion des Immunsystems und lindert überschießende Entzündungsreaktionen. Daher scheint auch ein positiver Einfluss auf die Ausprägung allergischer Erkrankungen, die sich durch ausartende Immunreaktionen auszeichnen, denkbar. Zahlreichen wissenschaftlichen Studien zufolge kann Vitamin D tatsächlich die Symptomatik bei Heuschnupfen, allergischem Asthma und Neurodermitis verbessern – Erkrankungen mit hohem Leidensdruck, die immer häufiger auftreten.

05.05.2021

Quelle: Vitamind.science, 01.05.2021

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Vegan in der Schwangerschaft

Eine vegane Ernährung vor und während der Schwangerschaft schützt vor einer übermäßigen Gewichtszunahme. Damit steigt jedoch das Risiko für eine Wachstumsverzögerung des Ungeborenen und ein geringeres Geburtsgewicht. Die Gewichtsentwicklung der werdenden Mutter und ihres Neugeborenen untersuchten israelischer Wissenschaftler anhand der Daten von 1419 jungen Müttern. Davon ernährten sich 16,5 Prozent während ihrer Schwangerschaft vegan und 9,4 Prozent vegetarisch. Die rein pflanzliche Ernährung führte nicht signifikant, aber tendenziell seltener zu Schwangerschaftsdiabetes. Das könne an dem hohen Ballaststoffanteil liegen, der das Risiko für Typ-2-Diabetes verringert. Vegane Ernährung schützte wie die vegetarische vor einer ungünstigen Gewichtszunahme der Schwangeren. Das bewerten die Forscher angesichts der hohen Zahl an Fettleibigen und damit einhergehenden Schwangerschaftskomplikationen als positiv. Eine Wachstumsverzögerung des Kindes kam mit 10,3 Prozent bei Veganerinnen allerdings häufiger vor als bei den Durchschnittsesserinnen mit 6,4 Prozent. Grund dafür ist laut der Forscher ihr oft geringeres Ausgangs- und häufigeres Untergewicht. Ihr Fazit: Veganerinnen sollten vor und in der Schwangerschaft auf eine angemessene Protein- und Nährstoffaufnahme achten, vor allem Untergewichtige. Die Wissenschaftler raten auch zu einer Kontrolle des fetalen Wachstums.

Diese Studie wurde im UGB-Newsletter am 04.05.2021 veröffentlicht mit dem Hinweis, dass es sich um eine einzelne Studie handelt, welche keine umfassende wissenschaftliche Bewertung darstellen und daher nicht als allgemeingültige Empfehlungen interpretiert werden dürfen.

05.05.2021

Quelle: Springer.com, 10.08.2020

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Corona-Virus: Schützt Ernährung vor einer Infektion?

Die Suche nach Nahrungsinhaltsstoffen, die sich positiv auf eine Infektion mit dem Corona-Virus auswirken, ist zurzeit voll im Gange. Der UGB versucht in seinem Newsletter vom 04.05.2021 die Frage „Kann die richtige Lebensmittelauswahl vor einer Infektion schützen oder den Krankheitsverlauf beeinflussen?“ zu kären.

Zweifelsohne beeinflussen Nährstoffe aus der Nahrung den Stoffwechsel und dementsprechend auch das Immunsystem. Doch durch das komplexe Zusammenspiel im Organismus spielen letztlich alle Nährstoffe für eine schlagkräftige Abwehr eine Rolle und jeder Mangel kann sich ungünstig auswirken. Daher kommt es vor allem auf eine insgesamt ausgewogene Ernährung an. Sowohl Unter- als auch Überernährung schwächen das Immunsystem.

Findige Hersteller übertragen die Funktion der Nährstoffe auf einen Schutz vor einer Infektion mit den Corona-Virus. Sie dürfen Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel, die bestimmte Mengen dieser Mikronährstoffe enthalten, laut der Health-Claim-Verordnung mit der Aussage bewerben: „… trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“. Das suggeriert, dass größere Mengen auch besonders wirksam seien. Die Studienlage dazu zeigt allerdings etwas anderes. Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln berufen sich zudem gerne auf die entzündungshemmenden, antimikrobiellen oder antiviralen Eigenschaften bestimmter sekundärer Pflanzenstoffe. Derzeit gibt es keinerlei Beleg, dass die isolierte Zufuhr einzelner Stoffe oder Pflanzenextrakte vor Corona oder anderen Erkrankungen schützen könnte.

Jeder kann selbst dazu beitragen, die natürlichen Abwehrmechanismen seines Körpers zu fördern. So hat die in Deutschland übliche kalorien-, fett- und zuckerreiche Ernährung mit ihrem hohen Anteil tierischer Lebensmittel eine eher entzündungsfördernde Wirkung und verschlechtert damit die Schlagkraft des Immunsystems. Sie begünstigt zudem die Entstehung von Übergewicht mit all seinen Folgeerkrankungen.

Mit einer pflanzenbasierte Kost lassen sich die Abwehrkräfte unterstützen. Eine aktuelle Studie der Universität Bonn wies beispielsweise nach, dass sich bei einer Kost mit reichlich Vollkorn, Ballaststoffen, Gemüse und Obst höhere Werte an Flavonoiden und anderen entzündungshemmenden Substanzen im Blut nachweisen lassen. An erster Stelle steht daher ein abwechslungsreicher Speiseplan mit frisch zubereiteten Mahlzeiten, bei denen pflanzliche Lebensmittel in ihrer ganzen Bandbreite dominieren. Jedoch kann auch eine pflanzenbetonte Vollwert-Ernährung keinen Schutz vor Viren garantieren. Es ist aber davon auszugehen, dass ein optimal versorgter Organismus auch ein schlagkräftigeres Immunsystem aufweist.

05.05.2021

Quelle: UGB, 04.05.2021

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Neue Höchstmengen an Vitaminen und Mineralstoffen bei Nahrungsergänzungsmitteln

Wie DEBInet am 20.04. im Newsletter veröffentlicht, hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 17 Jahre nach der ersten Fassung seine Höchstmengenvorschläge für Nahrungsergänzungsmittel (NEM) und angereicherte Lebensmittel anhand neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse überarbeitet. So möchte das BfR die Bevölkerung vor einer übermäßigen Aufnahme von Nährstoffen schützen.

Etwa jeder dritte Erwachsene hierzulande nimmt regelmäßig NEM ein, darunter viele vitamin- und mineralstoffhaltige Produkte. Dabei ist ein Großteil der deutschen Bevölkerung ausreichend mit diesen Nährstoffen versorgt. Nur bei wenigen Vitaminen und Mineralstoffen wie Folsäure, Vitamin D, Calcium und Jod unterschreitet die Aufnahme über die übliche Kost die Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, zusätzlich hoch dosierte NEM einnimmt und das ganze eventuell noch mit angereicherten Lebensmitteln komplettiert, tut sich womöglich nichts Gutes. Denn auch eine Überversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen kann negative gesundheitliche Folgen haben.

Weitere Informationen finden Sie in der BfR-Stellungnahme mit Links zur Höchstmengenbestimmung einzelner Vitamine und Mineralstoffe.

03.05.2021

Quelle: DEBInet, 20.04.2021

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Online-Hygieneschulung zur VO (EG) Nr. 852/2004 inkl. Folgebelehrung

Empfehlung / Jörg Müller von Kulinaria e.K. können wir aus langjähriger Zusammenarbeit wärmstens empfehlen. Die Hygieneschulung zur VO (EG) Nr.852/2004 inkl. Folgebelehrung und Nachweis ist preislich gestaffelt je nach Mitarbeiteranzahl und die Folgebelehrung zum IfSG ist dabei sogar kostenlos.

Hier der Link zu den online-Hygieneschulungen ab 9,90€
www.haccp-kulinaria.com/kulinaria-digital

27.04.2021

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Schnelltest für Qualität und Herkunft von Olivenöl

DEBInet berichtete am 13. April über ein neues Testverfahren. Ein von der Universität Bayreuth entwickelter hocheffektiver Schnelltest könnte zukünftig minderwertige Olivenölfälschungen innerhalb von einer Stunde aufdecken. Auch die Plausibilität der Herkunftsangabe lässt sich damit prüfen.

Immer mehr gefälschte Olivenöle landen auf dem Markt: billige Pflanzenöle werden grün gefärbt und als Olivenöl verkauft, ranziges Öl wird mit Gutem vermischt oder alte Öle werden mit speziellen Technologien geschönt und als nativ verkauft. Angesichts der zunehmenden Anzahl von Fälschungen hochwertiger Lebensmittel auf dem Markt fordern Organisationen, die mit der Zertifizierung von Lebensmitteln betraut sind, härtere gesetzliche Maßnahmen.

Bis dato waren die Prüfungen der Qualität und Echtheit von Olivenöl allerdings zeitaufwändig und teuer, da hierfür verschiedene Testverfahren nacheinander durchgeführt werden mussten. Dieses Manko wurde mit Hilfe eines neuen Tests überwunden. Die Universität Bayreuth setzt hierbei auf die Magnetresonanzspektroskopie (NMR). Per NMR lassen sich die Inhaltsstoffe einer Probe mit hoher Auflösung und Reproduzierbarkeit nachweisen, auch wenn sie in sehr unterschiedlichen Konzentrationen enthalten sind. Auf diese Weise können sowohl Hauptinhaltsstoffe wie Fettsäuren im Olivenöl analysiert werden als auch Polyphenole (Antioxidantien), die nur in geringen Konzentrationen in Olivenöl enthalten sind. Zeitgleich können auch Geschmackseindrücke überprüft werden, die wichtig sind für die spätere Akzeptanz der Verbraucher. Auch die Glaubwürdigkeit der Herkunftsanalyse lässt sich mit dem neuen Verfahren auf die Probe stellen.

23.04.2021

Quelle: DEBINet, 13.04.2021

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Spermidin hält das Gehirn im Alter fit

Scinexx veröffentlichte am 14.04.2021 eine Studie der Medizinischen Universität Innsbruck: Das in vielen Nahrungsmitteln enthaltene Spermidin stärkt das alternde Gehirn und kann dem geistigen Abbau entgegenwirken, wie nun Versuche mit Mäusen und Menschen nahelegen. Bei Ernährung mit spermidinreicher Kost besserten sich Gedächtnis und Lernen und die kognitiven Leistungen nahmen weniger stark ab. Erreicht wird diese Wirkung offenbar durch eine positive Wirkung des Spermidins auf die Mitochondrien und zelluläre Entsorgungsprozesse.

15.04.2021

Quelle: Scinexx.de, 14.04.2021

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Lockdown führt zu weniger Bewegung und zu ungesunder Ernährung

Dies zeigt eine Onlineumfrage unter Studenten mehrerer bayerischer Universitäten, deren Ergebnisse auf der 87. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt wurden und welche das Deutsche Ärzteblatt am 12.04.2021 präsentierte.

15.04.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 14.04.2021

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Verschärfung von „Junkfood“-Werbung

Das Deutsche Ärzteblatt veröffentlichte am 12.04.2021 einen Beschluss des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) über künftige Verhaltensregeln der Werbung für ungesunde Lebensmittel. Dieser tritt ab dem 01. Juni dieses Jahres in Kraft.

Konkret werde die Altersgrenze über alle bereits bestehenden Regeln hinweg von zwölf auf 14 Jahre er­weitert. So darf Lebensmittelwerbung für Kinder und jun­ge Jugendliche unter 14 Jahren etwa weder direkte Aufforderungen zum Kauf noch zum Konsum ent­halten. Auch das Hervorheben positiver Ernährungseigenschaften von Lebensmitteln deren übermäßiger Konsum nicht empfohlen wird, ist künftig untersagt.

15.04.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 14.04.2021

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Gegen Krebs – pflanzlich essen

Der UGB veröffentlichte in seinem Newsletter von April den dritten globalen Expertenbericht zu Krebs (World Cancer Research Fund). Der WCRF bestätigt, dass sich der größte Effekt aus der Vermeidung von Übergewicht und Adipositas erzielen lässt.

Um ein gesundes Körpergewicht zu halten und schützende Stoffe aufzunehmen, sollten Vollkornprodukte, nicht-stärkehaltiges Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte täglich auf den Tisch kommen. Stark verarbeitete Produkte mit hohem Gehalt an Zucker, Fleisch und Fett sind dagegen möglichst zu vermeiden. Die Forscher raten zudem, den Konsum von gesüßten Getränken und Alkohol einzuschränken. Letzterer kann sich schon in kleinsten Mengen schädlich auswirken. Über diese Präventionsmaßnahmen ließen sich 30-50 % der Krebserkrankungen vermeiden.

08.04.2021

Quelle: UDB, 07.04.2021

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Fasten verstärkt Diätwirkung

Scinexx veröffentlichte am 01.04.2021 eine neue Studie des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin. 71 Probanden mit metabolischem Syndrom wurden in zwei Versuchsgruppen aufgeteilt. Eine Gruppe fastete fünf Tage lang und dann begannen beide Gruppen mit einer Mittelmeerdiät. Die sogenannte DASH-Diät beinhaltet viel Gemüse und Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Fisch und mageres Fleisch.

Während der Laufzeit von drei Monaten wurden regelmäßig Blut- und Stuhluntersuchungen durchgeführt. Bei der Fastengruppe wurde mehr Gewicht verloren und auch der Blutdruck sank mehr als bei der Vergleichsgruppe, sodass blutdrucksenkende Medikamente deutlich reduziert werden konnten.

Die Fastenperiode soll den Effekt der Diät verstärken. Es zeigte sich: Der Nahrungsverzicht veränderte die Zusammensetzung der Darmbakterien stark. Durch den Nahrungsverzicht vermehrten sich vor allem die Spezies von Darmmikroben, die Ballaststoffe zu kurzkettigen Fettsäuren verstoffwechseln. Diese Fettsäuren wirken entzündungshemmend und beeinflussen auch das Immunsystem positiv, wie die Forschenden erklären. Diese positive Veränderung der Darmflora blieb auch nach Ende der Fastenperiode bestehen.

Gerade bei Patienten, bei denen Diäten nicht mehr anschlagen, empfiehlt sich eine Fastenphase vor Beginn einer Ernährungsumstellung.

01.04.2021

Quelle: Scienexx.de, 01.04.2021

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Obergrenze für trans-Fettsäuren in Lebensmitteln

Das Ärzteblatt veröffentlichte bereits am 25.04.2019, dass die EU-Kommission hat eine verbindliche Obergrenze für trans-Fettsäuren beschlossen. Die Verordnung tritt ab dem 2. April 2021 in Kraft und gibt an, dass nur noch Lebensmittel in den Handel gelangen dürfen, deren Fettgehalt weniger als zwei Prozent industriell hergestellter trans-Fettsäuren beinhaltet.

Trans-Fettsäuren sind ungesättigte Fettsäuren mit einer oder mehreren Doppelbindungen in trans-Konfiguration, welche sowohl sowohl durch natürliche, aber auch durch lebensmitteltechnologische Prozesse wie der Fetthärtung entstehen. Daher sind sie in zahlreiche Lebensmitteln und auch in damit hergestellten Produkten zu finden.

Für trans-Fettsäuren gibt es keine nachgewiesenen positive Einflüsse auf den menschlichen Organismus, wohingegen negative Auswirkungen belegt sind. Eine hohe Zufuhr von trans-Fettsäuren erhöht das Risiko für Fettstoffwechselstörungen (erhöhte Triglyceride und/ oder LDL-Cholesterol, niedrige HDL-Konzentration im Blut), welche das Entstehen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, wie der koronaren Herzkrankheit (KHK) fördert.

Trans-Fettsäuren befinden sich besonders in Chips, Pommes, Keksen, Margarine, Blätterteig und vielen Fertigprodukten.

31.03.2021

Quelle: Ärzteblatt, DGE, 14.12.2020

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Depressionen vorbeugen: Glücklich essen

Eine Depression hat mehrere Auslöser und ist damit nicht allein auf die Ernährung zurückzuführen. Aber es gibt einige Lebensmittel, die einen positiven Einfluss auf unsere Stimmung haben können. Darüber berichtet die Seite „nordbayern“ am 25.03.

Ein mediterraner Speiseplan stellt eine wichtige Säule der gesunden Ernährung für die Psyche dar. Olivenöl, fermentierte Milchprodukte, Fisch, Obst und Gemüse, Kräuter, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte liefern ausreichend B-Vitamine, Omega-3-Fettsäuren, Spurenelemente und Antioxidantien – Nährstoffe, die wichtig für unser Immunsystem, die Leistungsfähigkeit und für eine positive Stimmung sind.

Auch eine ausreichende Deckung des Vitamin D-Bedarfs wird mit einer positiven Stimmung verbunden. Und auch eine gesunde Darmflora hat Einfluss auf unsere Stimmung und geistige Verfassung.

25.03.2021

Quelle: nordbayern.de, 25.03.2021

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Zusammenhang zwischen Vitamin D und Covid-19 unklar

Vitamin D ist neben seiner zentralen Funktion am Knochenstoffwechsel auch Einfluss auf unser Immunsystem. Die aktuelle Studienlage lässt sogar einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Serumspiegel und einem erhöhten Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion bzw. einem schwereren Covid-19-Verlauf vermuten.

Das Deutsche Ärzteblatt berichtete am 04.02. allerdings, dass die DGE in ihrer Fachinformation allerdings veröffentlichte, dass diese Ergebnisse nicht ausreichend sind, um eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung nachzuweisen. Die DGE kritisierte auch das Studiendesign, sodass keine pauschalen Empfehlungen für eine Vitamin-D-Supplementation auszusprechen sind, denn gerade bei Personen mit adäquaten Vitamin-D-Status ist bisher nicht nachgewiesen, dass eine Supplementation einen Zusatznutzen habe.

Wenn Ernährung und Sonnenlicht nicht ausreichend für die Bedarfsdeckung sind, sollten die Betreffenden Präparate in Höhe des Referenzwertes von 20 Mikrogramm/ Tag einnehmen. Höhere Dosierungen sollten nur unter ärztlicher Kontrolle und unter Berücksichtigung des individuellen Vitamin-D-Status erfolgen.

25.03.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 04.02.2021

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Neuer Darmkrebsrisiko-Score

DEBInet veröffentlichte am 18. März einen Artikel über den neuen LiFeCRC-Score, der anhand von Alter, Größe, Gewicht und bestimmten Lebensstilfaktoren das eigene Risiko, innerhalb der nächsten zehn Jahre an Darmkrebs zu erkranken, schätzt.

Jeder zehnte neue Krebsfall ist Darmkrebs und betrifft schon lange nicht mehr nur ältere Generationen. Schuld daran sind wohl auch ungünstige Lebensgewohnheiten, denn Rauchen, eine ungesunde Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum, zu wenig Bewegung, eine rasche Gewichtszunahme und Adipositas fördern die Entstehung von Darmkrebs.

All diese Faktoren wurden in der großen EPIC-Studie einbezogen und die Ergebnisse dienten als Grundlage zur Entwicklung eines Algorithmus.

22.03.2021

Quelle: DEBInet, 18.03.2021

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Versorgungssituation vegan/vegetarischer Kinder & Jugendlicher

DEBInet veröffentlichte am 9. März einen Artikel über die VeChi-Youth-Studie, welche belegt, dass Kinder und Jugendliche, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, ausreichend mit Energie und den meisten Vitaminen und Mineralstoffen versorgt sind. Unabhängig von der Ernährungsform bestehen jedoch Probleme bei der Deckung des Bedarfs an Calcium, Jod, Vitamin B2 und Vitamin D. Bei den sich vegan Ernährenden ist darüber hinaus die Vitamin B12-Versorgung nicht ausreichend.

Im letzten Jahr wollte die DGE ihre Empfehlungen zur veganen Ernährung aktualisieren. Dieses Vorhaben wurde aber aufgrund mangelnder Studienlage eingestellt. Die VeChi-Youth-Studie untersuchte nun erstmals den Lebensmittelverzehr, die Nährstoffzufuhr und die Nährstoffversorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, die sich vegan, vegetarisch oder omnivor ernährten. Mit Hilfe dieser Studie können nun bestehende Ernährungsempfehlungen aktualisiert und angepasst werden.

22.03.2021

Quelle: DEBInet, 09.03.2021

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Heißhunger stoppen durch Geruch

Eine Studie, die im Journal of Research Marketing veröffentlicht wurde, zeigt, dass wir mit einem einfachen Trick unser Gehirn austricksen und dem Heißhunger ein Ende setzen können.

Hierfür sollten die Probanden für mindestens zwei Minuten an Keksen oder Pizza riechen. Zuerst bekamen sie Appetit auf das jeweilige Lebensmittel, aber nach circa zwei Minuten ließ das Heißhungergefühl nach.

Die Forscher vermuten, dass unser Gehirn nicht unterscheiden kann, über welchen Sinneskanal (Geruch oder Geschmack) der Heißhunger befriedigt wird.

10.03.2021

Quelle: Rtl.de, 09.03.2021

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Corona-Pandemie Einfluss auf unsere Ernährung

Zum Tag der gesunden Ernährung am 07.03. zieht inFranken.de Bilanz zum Einfluss der Corona-Pandemie auf unsere Ernährung.

Damit ergaben Umfragen und Untersuchungen, dass sich das Essverhalten seit Beginn der Pandemie stark verändert hat. Es wird vermehrt zu FastFood und Knabberein gegriffen, was sich auch auf das Körpergewicht auswirkt. Rund 1kg nahmen die Deutschen im Schnitt bereits in der ersten Lockdownphase zu. Häufig sind Kinder die Leidtragenden, da der geregelte Tagesablauf fehlt.

Ein weiteres Problem ist, dass auch die Zahl der Patienten mit Essstörungen steigt. Besonders die Magersucht sticht hierbei besonders heraus. Im Klinikum Nürnberg behandeln die Ärzte und Ärztinnen seit Ende des ersten Lockdowns fast doppelt so viele Kinder und Jugendliche mit Essstörungen wie bisher.

10.03.2021

Quelle: inFraken.de, 07.03.2021

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Intervallfasten und viszerales Fettgewebe

Die Webseite ScienceXX berichtet über eine Studie der University of Sydney, welche den Effekt des Intervallfastens bei Mäusen untersucht.

Intervallfasten ist eine beliebte Methode, um Körperfett abzubauen, indem man einzelne Mahlzeiten auslässt oder einzelne Fastentage einbaut.

Die Studie belegt die Wirksamkeit des Intervallfastens auf das Unterhautfettgewebe (subkutanes Fett). Das viszerale Fettgewebe (Bauchfett) scheint beim Intervallfasten aber in eine Art Energiesparmodus zu fallen und die Bildung von am Fettaufbau beteiligter Proteine zu verstärken.

Dieser Effekt konnte bisher nur an Mäusen nachgewiesen werden, aber es kann auf den Menschen übertragen werden, da ähnliche Mechanismen am Werk sind. So wird davon ausgegangen, dass das Bauchfett gegen diese Diätform resistent werden kann. Nun gilt herauszufinden, was der Grund ist und wie man diesem Effekt am besten vorbeugen kann.

10.03.2021

Quelle: Scinexx, 03.03.2021

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Vegane Ernährung und Knochendichte

Das deutsche Ärzteblatt berichtet über eine im Fachjournal „Nutrition“ veröffentlichte Studie, die darauf hindeutete, dass eine Ernährung ohne tierische Lebensmittel einen Einfluss auf die Knochendichte hat.

In der Studie wurde bei 72 Männern und Frauen per Ultraschallmessung am Fersenbein die Knochendichte bestimmt. Diese war bei den sich vegan Ernährenden geringer als bei den Mischköstlern.

Auch bestimmte Biomarker im Blut wurden untersucht, welche für die Knochengesundheit wichtig sind. Auch diese waren bei den Veganern geringer.

So wird davon ausgegangen, dass unser Skelett Nährstoffe aus Lebensmitteln tierischen Ursprungs benötigt und sich eine vegane Ernährung auf die Knochendichte auswirkt.

10.03.2021

Quelle: Deutsches Ärtzeblatt, 03.03.2021

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Fünf Schritte zu mehr Nachhaltigkeit

Im UGB-Newsletter für März 2021 erschien ein Artikel aus dem UGBforum mit dem Titel „Wandel als Chance – Fünf Schritte zu mehr Nachhaltigkeit“.

Die Folgen des Klimawandels sind bereits sichtbar, sodass Veränderungen im Verhalten vieler Menschen spürbar ist. Dennoch wurde die wachstumsorientierte Entwicklung in den letzten Jahrzehnten stetig fortgesetzt, obwohl schon lange klar ist, dass die stetige Zunahme des materiellen Wohlstands und der damit einhergehende Energie- und Ressourcenverbrauch mit einer nachhaltigen Entwicklung auf Dauer nicht vereinbar ist.

Um einen dauerhaften Wandel der Gesellschaft zu bewirken, müssen Barrieren in fünf Phasen überwunden werden: Information, Motivation, Planung, Umsetzung und Routinisierung – nur so scheint nachhaltiges Denken und Handeln langfristig möglich.

02.03.2021

Quelle: UGB, 02.03.2021

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Flavanole verbessern kognitive Fähigkeiten

Das Deutsche Ärzteblatt berichtet über eine im Scientific Reports veröffentliche Studie zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeit durch die regelmäßige Einnahme von Flavanolen.

Flavanole sind bioaktive Moleküle, welche besonders in Kakao, aber auch in Tee, Kernobst, Körnern und Beeren vorkommen und sich günstig auf die Durchblutung auswirken und damit den Blutdruck senken können. In einer früheren Studie der Columbia University of New York konnte bereits gezeigt werden, dass eine flavanolreiche Ernährung die Hirnaktivität im Hippocampus verstärkt, der für die Speicherung neuer Gedächtnisinhalte zuständig ist.

An der aktuellen Studie nahmen 211 gesunde Erwachsene im Alter von 50 bis 75 Jahren teil. In vier Gruppen aufgeteilt nahmen die Probanden 12 Wochen lang täglich Kapseln mit 260 mg, 510 mg oder 770 mg Flavanole oder Placebo eingenommen. Vor, während und nach der Studienlaufzeit wurden diverse Tests und Untersuchungen durchgeführt.

Gerade die MRT-Untersuchungen am Ende belegten eine bessere Durchblutung der für das Gedächtnis zuständigen Hirnareale und bestätigen damit, dass Flavanole aus Kakao und anderen Pflanzen im Prinzip in der Lage sind. die kognitive Leistung zu steigern. Allerdings müsste in größeren Studien die Auswirkungen im Alltag geklärt werden.

01.03.2021

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 28.02.2021

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Musik reduziert die Essgeschwindigkeit

Wie DEBInet am 25.02.2021 in einem Artikel berichtete, belegt eine dänische Studie, dass eine geschickt ausgewählte, musikalische Untermalung bei Mahlzeiten die Essgeschwindigkeit verlangsamt. Dies ist ein interessanter Aspekt bei der Gewichtsreduktion.

Die durch Wissenschaftler der Universität Aarhus (Dänemark) durchgeführte Studie umfasste 250 Probanden, die Schokolade verkosten und sensorisch bewerten sollten. Dabei hörten sie verschiedene Arten von Musik. Diese war in Harmonie und Instrumentierung ähnlich, aber unterschied sich in Geschwindigkeit (45-180 bpm) und Verbindung der einzelnen Töne (legato, staccato). Die vier Tonspur-Varianten (langsam legato, langsam staccato, schnell legato, schnell staccato) wurden mit der Situation ohne Musik verglichen.

Es war zu beobachten, dass die Probanden, die während der Verkostung Musik hörten, um 30 % langsamer aßen, als in Stille. Am deutlichsten wurde das bei der langsamen-legato Version. Es wird vermutet, dass sich der Kaurhythmus dem Takt der Musik anpasst.

Allerdings fehlen bisher Studien, die die Auswirkung musikalischer Begleitung auf die Verzehrsmenge einer ganzen Mahlzeit auswirkt. Sollten sich aber die Ergebnisse der dänische Studie in weiteren Studien bestätigen, stellt dies einen interessanten Ansatz in der Gewichtsreduktion dar. Denn wenn die Musik dabei hilft, Mahlzeiten langsamer und bewusster zu genießen, wird auch das Sättigungsgefühl besser wahrgenommen. Dieses setzt erst nach 20-30 Minuten ein.

01.03.2021

Quelle: DEBInet, 01.03.2021

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Gesättigte Fettsäuren nicht verteufeln

Das Deutsche Ärzteblatt veröffentlichte in seinem aktuellen Medizinreport am 19.02.2021, dass gesättigte Fette nicht grundsätzlich verteufelt werden sollten.

Gesättigte Fette gelten seit jeher als ungesund und gesundheitsschädigend. Nun werden Stimmen der Ernährungswissenschaft laut, dass es keineswegs belegt scheint, dass gesättigte Fette so schädlich wie ihr Ruf sind und daher Lockerungen strikter Grenzwerte in Betracht gezogen werden sollten.

Als wichtiger Nahrungsbestandteil liefern Fettsäuren Energie, sind Bausubstanz der Körperzellen und transportieren fettlösliche Vitamine. Sie liegen in ungesättigter und gesättigter Form vor. Ungesättigte Fettsäuren haben einen gesundheitsförderlichen Ruf wohingegen gesättigte Fette allgemein als ungesund gelten, da sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen und den LDL-Cholesterin-Spiegel steigen lassen sollen, welcher als Risikofaktor für Arteroskleorse gilt. Aus diesem Grund sollten Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an gesättigten Fetten, wie Butter, Fleisch, Käse und Kokosöl nur in Maßen verzehrt werden.

Laut aktueller Datenlage gibt es allerdings keine eindeutige Evidenz für einen schädigenden Effekt gesättigter Fette. Zwar gibt es einige Studien mit entsprechenden Hinweisen, aber andere, auch kürzlich veröffentliche Studien, können keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Verzehr gesättigter Fette und kardiovaskulären Krankheiten finden. Die Datenanalyse von Studien gestaltet sich häufig als sehr schwierig, da gerade Ernährungsstudien häufig nicht verblindet durchgeführt werden können, Lebensmittel nicht nur einen, sondern mehrere Inhaltsstoffe liefern und auch andere gesundheitsfördernde Maßnahmen wie Bewegung und Gewichtsabbau häufig nicht berücksichtigt werden, sodass es schwer ist, den einen entscheidenden Faktor herauszufiltern. Eine weitere große Kritik ist, dass in Ernährungsempfehlungen und Studien nicht berücksichtigt wird, um welche Art gesättigter Fette es sich handelt. Es gibt es über 20 Varianten gesättigter Fette, welche sich in Kettenlänge und Funktion deutlich unterscheiden. So gelten die mittelkettigen Fette in Milch und Käse zum Beispiel als deutlich gesünder als die langkettigen Fette in rotem Fleisch. Weiterhin ist es praktisch unmöglich, sich nur von einer Fettsäure zu ernähren, denn die Lebensmittel liefern komplexe Mischungen an Fettsäuren und auch die Gesamtheit eines Lebensmittels sollte betrachtet werden, denn es liefert neben Fettsäuren noch viele weitere Inhaltsstoffe. Erst diese Gesamtheit aller Inhaltsstoffe, die sogenannte Lebensmittelmatrix erlaubt eine Aussage über den positiven oder negativen Einfluss des Lebensmittels auf die Gesundheit, so die Ernährungswissenschaft.

Die strengen Grenzwerte sollen nach Meinung der Ernährungswissenschaft also deutlich gelockert werden und auch die Lebensmittel in ihrer Gesamtheit betrachtet werden. Aber auch dieser lebensmittelbasierter Ansatz erfordert große und gut designte randomisierte Kontrollstudien, in denen verschiedene Lebensmittel getestet werden.

22.02.2021

Quelle: Ärzteblatt, 22.02.2021

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Kaffee auf nüchternen Magen hat Einfluss auf Blutzuckerspiegel

Bereits im September letzten Jahres veröffentlichte PraxisVita einen Artikel über eine britische Studie zum Thema Kaffeekonsum am Morgen.

Die Studie wurde im letzten Jahr im „British Journal of Nutrition“ veröffentlicht und wurde von Wissenschaftlern der University of Bath durchgeführt. Dabei unterzogen sich 29 Erwachsene nach mehreren Nächten mit unterschiedlichen Schlafsituationen am Morgen einem oralen Glucosetoleranztest (oGGT), um die Blutzuckersituation zu beurteilen. Das zuckerhaltige Getränk (Glucosemischung) sollte dabei ein Frühstück nachahmen. Die erste Nacht verlief ohne Störungen. In der zweiten Nacht wurden die Probanden stündlich für circa fünf Minuten geweckt und in der dritten Nacht mit stündlichen Unterbrechungen erhielten die Probanden vor der Zuckerlösung einen starken Kaffee.

Bei der Untersuchung des Blutzuckerspiegels kam heraus, dass eine unruhige Nacht allein keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat, der Kaffee allerdings dafür sorgte, dass der Blutzuckerspiegel 50% höher war, als in den anderen Szenarien. Das belegt, dass Koffein dafür sorgt, dass im Frühstück enthaltener Zucker vom Körper schlechter toleriert wird, da es die Insulinsensitivität der Zellen zu reduzieren scheint.

Stark erhöhte Blutzuckerwerte und starke Blutzuckerschwankungen erhöhen das Risiko für Typ-2-Diabetes, sodass empfohlen wird, erst zu Frühtücken und den Kaffee später zu trinken.

22.02.2021

Quellen: PraxisVita, Cambridge.org, 22.02.2021

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Mais – Gemüse des Jahres 2021/2022

Das Deutsche Ernährungsberatungs- und Informationsnetz DEBInet veröffentlichte am 09.02.2021 in seinem Newsletter, dass Mais zum Gemüse des Jahres ernannt wurde. Damit möchte der Verein zur Erhaltung von Nutzpflanzenvielfalt (VEN) einen Beitrag zur Erhaltung der Sortenvielfalt von Mais leisten, die durch den Massenanbau von Hybridsorten bedroht wird. Der moderne Maisanbau erfolgt heute überwiegend mit Hybridsorten.

17.2.2021

Quelle: DEBInet, 17.02.2021

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Verbot von Einwegplastik

Die Bundesregierung veröffentlichte am 06.11.2020, dass ab Juli 2021 Wegwerf-Produkte aus Plastik nach der EU-Richtlinie in Deutschland verboten sind. Dazu gehören Plastikteller, Plastikbesteck, Trinkhalme, Wattestäbchen, aber auch Becher und Behälter für Essen aus Styropor. Ziel ist es, Plastikmüll an Stränden und in den Meeren zu reduzieren. Der Verkauf aus Lagerbeständen, soll aber weiterhin erlaubt sein.

Quelle: Deutsche Bundesregierung, 14.12.2020

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Einführung des Nutri-Score

Am 05.11.2020 trat die Verordnung für eine rechtssichere Verwendung des Nutri-Score in Deutschland in Kraft, welche im März 2020 von der Bundesregierung beschlossen wurde.

Das System des Nutri-Scores stammt aus Frankreich und kennzeichnet das Nährwertprofil eines Lebensmittels. Die Bundesregierung hatte sich in ihrem Koalitionsvertrag verpflichtet, ein einfaches, visuell arbeitendes Nährwertkennzeichen zu entwickeln, welches den Einkauf erleichtert und einen schnellen Überblick über den Gesundheitswert eines Lebensmittels gibt. Der Nutri-Score besteht aus einer fünfstufigen farblichen Skala (angelehnt an das Ampelsystem) mit den Buchstaben von A bis E. Die Gesamtbewertung basiert auf einem Berechnungsalgorithmus bei dem auf der 100 Gramm Basis des Lebensmittels positiv bewertete Inhaltsstoffe (Eiweiß, Ballaststoffe, Obst, Gemüse, Nüsse) Negativpunkte erhalten und negativ bewertete Inhaltsstoffe (Energie, gesättigte Fettsäuren, Zucker, Salz) Positivpunkte liefern. Beides wird miteinander verrechnet und je niedriger die Punktzahl ausfällt, desto höher (grün, A) ist die Bewertung.

Kritik: Der Nutri-Score ist nur ein grober Richtwert für den Gesundheitswert eines Lebensmittels. Wie die Berechnung zustande kommt, wird nicht angegeben und auch Angaben zu einzelnen Nährstoffen wie Fett, Salz oder Zucker macht der Nutri-Score nicht. Zudem handelt es sich um eine freiwillige Kennzeichnung.

Quelle: Deutscher Lebensmittelverband, 14.12.2020

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